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Über den Autor (von amazon.de):

V. K. Ludewig betätigte sich nach seinem Anglistikstudium u.a. als Manager eines Indie-Labels, Ghostwriter, Übersetzer, Redakteur, Fernseh- und Buchautor. 2000 erschien sein Ratgeber ›Nur nicht aus Liebe weinen?‹, der zu einem Klassiker der schwulen Selbsthilfeliteratur wurde. ›Ashby House‹ ist sein Debüt als Romanautor.

Zum Inhalt:                                  

„Ihr Lieben, nehmt euch in Acht, das Unheimliche kommt nicht nur bei Nacht.“ (R. L. Stine „Gänsehaut“)

Das mussten auch die Schwestern Lucille und Laura Shalott, die neuen Besitzer von dem ehrwürdigen Ashby House, ziemlich schnell feststellen.
Lucille ist eine der berühmtesten Fotografen der Welt und die Presse vergöttert sie. Nach einem tragischen Unfall, seitdem sie ihre Beine nicht mehr bewegen kann und auf einen Rollstuhl angewiesen ist, meidet sie jedoch das Blitzlichtgewitter und zieht sich von Bel Air in das idyllische Cornwall (England) zurück. Laura ist die Frau im Schatten der erfolgreichen Künstlerin und begleitet sie – wenn auch widerwillig – überall hin.
In dem herrschaftlichen Haus wartet allerdings nicht nur Erholung auf die Frauen, denn die Mauern scheinen lebendig zu sein und ihren eigenen Willen zu haben. Die zweite Etage des Anwesens ist dabei besonders unheimlich und erwartet Besucher mit einem stürmischen Empfang, obwohl die Fenster verschlossen sind. Wie kann das sein?
Im Dorf geht schon lange das Gerücht um, dass es dort oben spukt und Ashby House Menschen verschwindet lässt.
Als Laura dann in der Bibliothek mysteriöse Aufzeichnungen über Kinder findet, wenngleich die Ashbys kinderlos blieben, beginnen furchtbare Alpträume und die Legende erwacht – bereit zum Angriff.

Meine Meinung:

Ich finde es wirklich spitze, dass immer mehr Autoren sich Geisterhäusern in ihren Büchern widmen und V. K. Ludewigs Debüt als Romanautor zählt definitiv zu den stärkeren Werken, da es  subtile Spannung mit Horror-Szenarien in einer guten Balance hält und mich Angsthasen sogar dazu verleitet hat, die Deckenlampe beim abendlichen Schmökern anzumachen. 😉

Die Geschichte dreht sich aber nicht nur um das paranormale Geschehen im Domizil, sondern beschäftigt sich ebenfalls mit den persönlichen Problemen der beiden Protagonisten.
Die Schwestern verbindet nämlich eine Art Hassliebe und den ständigen Kontakt zueinander können sie scheinbar nur mit Beleidigungen und Schimpftiraden überstehen. Sympathien baut man für die Shalott Geschwister nur sehr langsam auf (wofür wir von dem Autor in einer Randnotiz sogar Verständnis bekommen), da die Ältere durch ihre Behinderung auf starke Schmerzmittel angewiesen ist und sie bei zu niedriger Dosis unleidlich wird – dagegen erscheint Laura in ihren Reaktionen sehr lieblos und egoistisch. Im Endeffekt verstecken sie hinter dieser harten Schale aber einen weichen Kern, doch ist es für eine Versöhnung vielleicht schon zu spät?

Der gebürtige Thüringer beweist auf 320 Seiten auch Mut zum Kontroversen, indem er beispielsweise den kühnen Butler, den Laura gerne in ihr eigenes Gemach eingeladen hätte, in eine feurige Szene voller Erotik verwickelt und zwar mit einem Mann!
Die eigene Vorliebe des Autors für Hollywood-Horror-Filme wird besonders am Schluss deutlich und seine Begeisterung für atemberaubende Hollywood-Größen wie Greta Garbo, Marilyn Monroe oder Nicole Kidman ist ebenfalls kaum zu leugnen.
Man spürt beim Lesen ganz genau, dass Ludewig sein ganzes Herzblut in das Spukhaus gesteckt hat und auf eine herrlich skurril-geheimnisvolle Weise mich damit begeistern konnte!

„Ashby House“ vereint alle wichtigen Elemente für einen perfekten Leseabend und die Handlung ist wahrlich prädestiniert für einen Blockbuster. Ich würde mir den Film dazu auf jeden Fall anschauen und deshalb ist es mein klares Monats-Highlight!
Ich hoffe sehr, dass wir von dem Autor noch eine Menge Lesefutter bekommen werden. 🙂

Vielen lieben Dank an den dtv-Verlag für dieses schaurig-schöne Rezensionsexemplar!!

Taschenbuch: 320 Seiten

Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag (1. März 2012)

ISBN Nummer: 978-3423213516

Auf der Autoren-Homepage hat V. K. Ludewig übrigens am 7. Februar verkündet, dass es eine Fortsetzung geben wird und darüber freue ich mich riesig! 🙂

http://vkludewig.wordpress.com/category/news/

Über den Autor (von amazon.de):

Georg Haderer, geboren 1973 in Kitzbühel/Tirol, lebt in Wien. Nach einem abgebrochenen Studium und einer vollendeten Schuhmacherlehre arbeitete er als Journalist, Barmann, Landschaftsgärtner, Skilehrer und ist heute als Werbetexter tätig.

Zum Inhalt:

Kitzbühel wird von dem stadteigenen Tourismusverband als wahres Paradies für Wanderer und Skifahrer angepriesen und auch sonst vereint die Alpenregion viele positive Attribute, welche zum Verweilen und Entspannen einladen.

Major Johann Schäfer hat seine Kindheit dort verbracht, ist allerdings froh nun beruflich in Wien und damit weit weg von den Erinnerungen seiner Jugend zu sein, die mit dem trauten Bild der heilen Bergwelt so gar nichts gemeinsam haben.
Als im beschaulichen Tirol aber ein Geschäftsmann ans Gipfelkreuz genagelt aufgefunden wird, ist schnell klar, dass die Kitzbühler Dorfgendarmen bei diesem heiklen Fall die Unterstützung eines erfahrenen Ermittlers benötigen, der den Verantwortlichen aufspürt und die Sicherheit der wichtigen Urlaubsgäste wiederhergestellt ist. Die Wahl des Vorgesetzten fällt dabei auf den Major, da er nicht nur ortskundige und damit das Vertrauen der Bewohner auf seiner Seite hat, sondern auch eine ausgezeichnete Aufklärungsquote vorzuweisen hat.
Widerwillig macht sich Johann Schäfer auf den Weg in seine Heimat und noch bevor die Recherche beginnen kann, wird schon die nächste Leiche gefunden, dessen Tod der Grausamkeit einer Kreuzigung in nichts nachsteht – er wurde lebendig einbetoniert und alle ahnen, dass das erst der Anfang war.

Meine Meinung:

Mit „Schäfers Qualen“ ist Georg Haderer ein spannendes Debüt gelungen, das nicht nur durch einen  interessanten Plot, sondern vordergründig durch seinen kauzigen Protagonisten überzeugt. Auf dem Revier kann nämlich selbst sein engster Assistent den Erfolg des Eigenbrötlers nicht durchschauen und resigniert, wenn sein Chef Münzen auf dem Tisch hin-und herschiebt, um dabei einen Geistesblitz zu erzielen. Schäfer hält sich bewusst nicht an konventionelle Methoden und bei einem Bierchen oder nächtlichen Absacker kann es auch schon einmal passieren, dass er interne Neuigkeiten an seine Gesprächspartner weitergibt. Der Alkohol ist neben seiner verlorenen Jugendliebe Maria zudem sein größtes Laster und dieser kleine Schwachpunkt, die ein Hüter des Rechts nach Ansicht der Gesellschaft besser nicht mit zum Dienst bringt, machen ihn in meinen Augen sehr menschlich .
Der Autor versucht erst gar nicht seinen Helden in den Himmel zu loben, trotzdem ist er ein genialer Spurensucher mit echtem Tiroler Charme, der mit österreichischer Gemütlichkeit, die Neider gerne auch als Faulheit beschimpfen könnten, auf seine eigene und sehr sympathische Art und Weise dem Mörder immer näher kommt.

Ein kleiner Kritikpunkt richtet sich an teilweise sehr lange Sätze, die mich – verbunden mit der Sprunghaftigkeit von Schäfers Gedanken – etwas verwirrten und diese Stellen dann den Lesefluss stoppten. Gleichzeitig unterstreicht Georg Haderer damit aber auch die Fähigkeit seines Hauptakteurs aus offensichtlich unzusammenhängenden Fetzen mit einer Leichtigkeit die Kernpunkte freizulegen und diese zu einem neuen, logischen Ganzen zu basteln. Verstehen können und sollen wir Leser seine Ideen nicht, zumal er weder uns noch seinem verzweifelten Vorgesetzten über Fortschritte auf dem Laufenden hält. Dadurch lüftet sich aber auch erst zum Schluss der Nebel und wir dürfen über einen Täter staunen, der uns das ganze Buch über an der Nase herumgeführt hat.

Für einen Debüt-Krimi war „Schäfers Qualen“ wirklich sehr schlüssig aufgebaut und mit einem eigenen Stil versehen, der dem erfahrener Autoren in nichts nachsteht. Mittlerweile sind schon zwei weitere Fälle für den Major im Haymon Verlag erschienen („Ohnmachtsspiele“ August 2010 und „Der bessere Mensch“ September 2011) und ich kann es kaum erwarten, bis diese auch als Taschenbuch erhältlich sind – das Cover der dtv-Ausgabe finde ich einfach viel stimmungsvoller. 🙂

Vielen Dank an den dtv-Verlag für dieses Rezensionsexemplar!

Taschenbuch: 320 Seiten

Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag (1. Februar 2012)

ISBN Nummer: 978-3423213424

Offenbar wurde die junge Frau gepfählt und auf dem Kürbisacker ihres Vaters aufgestellt.“

Was wie ein makaberer Halloween Scherz klingt, ist leider bittere Wahrheit und der zweite Fall für Sandra Mohr und Sascha Bergmann.

Über die Autorin (von amazon.de):

Claudia Rossbacher verbrachte die Hälfte ihres Lebens im Ausland. Mal lebte sie mit ihrer resoluten, allein erziehenden Mutter in Teheran, mal folgten längere Aufenthalte bei ihrem Vater, einem liebenswerten Waffenhändler in Jakarta. Sie studierte Tourismuswirtschaft, arbeitete dann aber in Europas und Japans Mode-Metropolen als Model. Nach weiteren beruflichen Exkursionen als Texterin und Kreativdirektorin führender internationaler Werbeagenturen arbeitet sie heute als freie Autorin und Texterin in Wien. Sie schreibt bereits an einem zweiten Thriller, der die Leser nach Mallorca und Berlin in die scheinbar glamouröse, in Wahrheit jedoch menschenverachtende, tödliche Welt der Unterhaltungsmedien führt.

Zum Inhalt:

Die schöne Studentin Valentina wurde das Opfer eines augenscheinlichen Ritualmörders und ein besonderes Schmuckstück um den Hals der Leiche erregt die Aufmerksamkeit der jungen Ermittlerin – ein Lederband mit silbernen Herzanhänger auf dem der Anfangsbuchstabe der Toten eingraviert wurde. Warum musste die beliebte Frau sterben und kannte sie vielleicht sogar ihren Mörder? Sandra Mohr ist von der Grausamkeit der Tat schockiert und vermutet, dass es keine Einzeltat war. Können sie den Killer schnappen, bevor noch weitere Frauen sterben?

Meine Meinung:

Als Krimi-Fan kann man mich mit erschossenen oder ertrunkenen Menschen eigentlich nicht mehr schocken, denn diese Todesursachen verlieren mit der Zeit an Schrecken und werden beinahe unspektakulär. Claudia Rossbacher hat sich da ein durchaus imponierende Alternative für ihr Opfer ausgedacht und nimmt uns Leser damit mit ins tiefste Mittelalter, wo außergewöhnliche Foltermethoden an der Tagesordnung waren und wir heutzutage darüber nur noch abgestoßen das Gesicht verziehen können. Dabei kommen mit Sicherheit auch hartgesottene Leser nicht umhin über das Beschriebene zu schaudern, wenngleich die Autorin uns netterweise unappetitliche Einzelheiten erspart.

Neben dem Kriminalfall dürfen wir natürlich auch einen Blick in das Polizeipräsidium werfen und können uns an den Reibereien der Protagonisten erfreuen, die mit Miriam eine erfrischende Unterstützung in ihrem Team zu verzeichnen haben. Die neue Kollegin schwebt mit dem kontaktfreudigen Sascha auf einer Welle und gemeinsam reizen sie mit ihren anzüglichen Witzen bzw. unpassenden Bemerkungen der bodenständige Sandra stark die Nerven. Die Zusammenarbeit läuft mühelos, doch der richtige Durchbruch lässt auf sich warten, auch wenn der gutbetuchte Ex-Freund von Valentina und dessen Vater in den Fokus der Ermittlungen rücken, da die Studentin ein kleines Geheimnis von großer Bedeutung mit in den Tod genommen hat.

Da „Steirerblut“, wie der Name schon sagt, in der Steirermark und dadurch im tiefsten Österreich spielt, war meine Befürchtung, dass ich ständig zwischen dem Glossar im hinteren Teil und der aktuellen Seiten wechseln müsste, doch auch Nordlichter kommen ohne Probleme mit den wenigen unbekannten Begriffen zurecht, sodass das Glossar nur ein nützliches Extra und ein witziger Abschluss zum Buch war.

Das Cover muss ich einfach, wie bei jedem Buch aus dem Gmeiner Verlag, positiv hervorheben und das Herz zieht sich wie ein roter Faden durch den Krimi, da sich auch im Privatleben des Duos bzw. Trios einiges verändert.

Die Täterfrage konnte ich für mich verhältnismäßig schnell beantworten (und lag damit sogar richtig ;-)), was mich aber nicht gestört hat, weil durch das offene Motiv noch ein Restrisiko übrig blieb und auch die Nebenhandlungen prima zur Spannung beigetragen haben! Am liebsten würde ich sofort in den nächsten Fall schnuppern, doch da muss ich mich bis zum Februar 2013 gedulden, aber für ein gutes Buch tut man das doch gerne..

Pfiat‘ Di, Sandra – bis zum nächsten Jahr. 🙂

Broschiert: 278 Seiten

Verlag: Gmeiner; Auflage: 1., Aufl. (13. Februar 2012)

ISBN Nummer: 978-3839212431

Über die Autorin (von amazon.de):

Mara Laue, 1958 in Braunschweig geboren, lebt als freie Schriftstellerin in Kleve. Seit ihrer Jugendzeit eine begeisterte und fantasiereiche Geschichtenerzählerin, hat Mara Laue ihre Leidenschaft im Jahre 2004 zur Profession gemacht. Die Autorin engagiert sich bei den „Mörderischen Schwestern“.

Zum Inhalt:

Sie sind […] ein sehr schmerzhafter Furunkel in meinem Allerwertesten mit der Sensibilität einer Mülltonne und dem Gemüt eines Fleischerhundes.“ (S.138)

Ja, Paula Rauwolf ist wirklich kein einfacher Mensch und nach dem Tod ihres Kollegen und Lebenspartners Christopher, für den sie auch noch verantwortlich gemacht wird, hängt ihr Leben in den Seilen und nur mit Hilfe eines Psychiaters schöpft sie neuen Lebensmut für die Arbeit.
Nach 16 Monaten darf sie nun endlich wieder für das FK1 ermitteln, doch leider muss sie feststellen, dass Christophers Tod noch immer allgegenwärtig ist und alte Wunden wieder aufreißen. Hinzukommt noch, dass ihr ein neuer Partner an die Seite gestellt wurde und bei der ersten Begegnung fliegen schon die Fetzen. Da ist es Paula nur recht, dass ein neuer Fall sie erst einmal ablenken kann..

Die junge Hostess Jasmin Stojanovic wurde tot in ihrer Wohnung gefunden und ein Mann auf frischer Tat ertappt, wie er das Schmuckkästchen der Serbin mit blutigen Händen durchwühlte – angeblich auf der Suche nach seinem Eigentum und völlig unschuldig, was das Blutbad angeht. Paula, auch genannt der Terrier, nimmt die Fährte auf und rückt dem Herrn zu Leibe – als dann allerdings vom Staatsanwalt die Ermittlungssperre gegen den Nachtclubbesitzer ausgerufen wird, da er den Schutz des Polizeipräsidenten genießt, schwört sich Kommissarin Rauwolf, dass sie ihn auch ohne Erlaubnis überführen wird und was sie dabei entdeckt, bringt sie selbst in große Gefahr und in die hohen Kreise der Wilhelmshavener Gesellschaft.

Meine Meinung:

Das Cover verdient bei dem Sutton-Verlag wie immer eine besondere Erwähnung, denn die Libelle ist auf dem charakteristischen schwarzen Hintergrund nicht nur ein hübscher Blickfang, sondern gleichzeitig auch die Erklärung für den sehr außergewöhnlichen Titel. Libellen werden nämlich auch Smaragdjungfern genannt und die getötete Hostess hat sich diesen exotischen Namen als ihren Künstlernamen auserkoren und mit einem sehr edlen und teuren Collier in Form dieser Insekten unterstrichen, was nun aber verschwunden ist.

Mara Laue hat einen sehr kurzweilig Krimi geschrieben, der meiner Meinung nach bei der Hälfte mit einem wahren Knaller seinen Höhepunkt findet. Während dieser Verfolgungsjagd, soviel darf verraten sein, habe ich beinahe vergessen zu atmen und dieses Gefühl hatte ich bei einem Krimi (nicht Thriller!) schon lange nicht mehr.
Hätte die Autorin dieses Tempo halten können, wäre das wirklich ein großartiger Krimi geworden, doch leider fällt die Spannung daraufhin etwas ab und wird durch einen Rückblick in die Vergangenheit der Protagonistin gedämpft.
Ein positiver Nebeneffekt dieses emotionalen Einschubs ist zweifellos, dass die Leser die kratzbürstige Paula nun mit anderen Augen sehen und ihre die etwas unbeherrschten Ausraster nicht mehr so übel nehmen.
Als dringend Tatverdächtiger möchte man aber trotzdem nicht in ihrer Schusslinie geraten, denn sie weiß nur zu gut, wie man wichtige Informationen aus den Personen sprichwörtlich herausprügelt, um sich dann am nächsten Tag den Kummer und die Wut bei ihrem Therapeuten aus den Augen zu weinen. Deshalb und wegen ihrer fantastischen Fähigkeiten in ihrem Beruf ist Paula eine Protagonistin, die mit ihrer Art aneckt und wir Leser sie nicht so schnell vergessen werden.

Zum Schluss überschlagen sich die Ereignisse und überraschen mit einer schlüssigen Auflösung, bei der sich alle Fäden zu einem gelungenen Netz zusammenfügen.Trotzdem hat sich das Wow-Erlebnis bei mir nicht wiederholt, was nach einem gelungenen Mittelteil aber auch schwer zu steigern war und so ist „Smaragdjungfer“ ein gelungener Krimi, der mein Rätselfieber forderte und mich auf eine Fortsetzung mit einer aufgeblühten Paula hoffen lässt. 🙂

Broschiert: 269 Seiten

Verlag: Sutton Verlag; Auflage: 1 (1. Oktober 2011)

ISN Nummer: 978-3866808706

Über die Autorin (von amazon.de):

Jutta Profijt wurde1967 in Ratingen geboren. Mit ihren Romanen über den prolligen Geist Pascha und den schüchternen Rechtsmediziner Dr. Gänsewein eroberte sie eine riesige Fangemeinde und wurde mit ‚Kühlfach 4‘ (dtv 21129) für den Friedrich-Glauser-Preis 2010 nominiert. Die freie Autorin lebt in der niederrheinischen Provinz.

Zum Inhalt:

Wer an Gespenster glaubt, wird leicht von ihnen geneckt.

Diese Redensart hat sich die Autorin Jutta Profijit in ihrer Kühlfach-Krimi-Reihe wohl zum Vorbild genommen, denn der Gerichtsmediziner Martin Gänsewein hat das große Glück (oder Pech?), dass der Geist des verstorbenen Autoknackers Pascha mit ihm kommuniziert und ihn zu jeder Tages- und Nachtzeit für seine verrückten Pläne einspannen will.
Pascha ist tot und doch quicklebendig, seine Seele steckt jedoch in der Zwischenwelt fest und damit ist ihm als körperloser Geist ein ziemlich langweiliges Leben vorherbestimmt. Er kann nicht aktiv in das Geschehen eingreifen und ein erholsamer Schlaf bleibt im auch verwehrt, da ist sein einziger Lichtblick, dass irgendwann mal wieder eine Seele bei ihm verweilt und sie gemeinsam ihn einem neuen Mordfall ermitteln können, denn das ist Paschas Spezialgebiet.

In dem mittlerweile vierten Fall wartet aber keine schöne Blondine auf unseren Helden, sondern eine Horde kleiner Schüler, die Paschas Nerven ganz schön strapazieren. Sie waren gemeinsam in dem Auto einer Lehrerin und wurden auf dem Heimweg hinterhältig von der Straße getrieben – so glauben wenigstens die Neu-Geister sich zu erinnern. Die „Bonsais“ liegen nun im künstlichen Koma und von der türkischen Lehrerin fehlt jede Spur! War es Fahrerflucht oder ein Ehrenmord des Bruders, der die Leiche im Wald verscharrt hat? Die Ermittlungen beginnen und damit ein Heidenspaß für uns Leser. 😀

Meine Meinung:

Pascha ist nämlich ein cooler Typ und die Art „Gangsta“, die man sich nicht als Schwiegersohn wünscht. Als Babysitter für die Bonsais schlägt er sich aber ganz gut, auch wenn die lieben Kleinen schon bald ihren eigenen Kopf entwickeln und er sich vor Frust die Geisterhaare rauft, spürt man doch ganz genau, dass ihm die Racker etwas bedeuten. Die Vier haben es aber auch nicht leicht, sind sie vom Charakter doch wie Yin und Yang und dazu noch voller Sehnsucht nach körperlicher Nähe und tröstender Worte. Das einzige Mädchen ist der Klassenstreber, der türkische Junge streitet permanent mit dem etwas rassistischen Draufgänger und den Abschluss bildet der harmoniesüchtige Milchbubi – was für ein Chaos!

Die rotzige Art des Protagonisten ist vielleicht nicht jedermanns Geschmack, doch ich habe mich herrlich amüsiert, dabei ich hätte der Autorin nach dem netten Bild auf der Autorenseite diese derbe Sprache gar nicht zugetraut. Jutta Profijit scheut sich nicht davor ein bisschen die Grenzen zu erweitern und bringt damit ein bisschen Jugendslang in unsere Wohnzimmer, indem sie Frauen nur auf ihre „Hupen“ oder Türken auf ihre Kümmel-Liebe reduziert – der Kreativität sind da keine Grenzen gesetzt. 🙂

Der Kriminalfall rückt bei dem ganzen Spaß aber nicht in den Hintergrund und die Truppe kommt der Wahrheit geschickt auf die Spur, wobei wir Leser uns noch auf Überraschungen gefasst machen dürfen! Dem Sog von Pascha kann man sich einfach nicht entziehen und sein „Sprachrohr“ Martin, der die Polizei von den neuesten Fahndungserfolgen mehr oder weniger geschickt informiert, ist als treusorgender Freund und aufopferungsvoller Vegetarier ein prima Kontrast zu der schnoddrigen Figur aus der Zwischenwelt.

Pascha ist einfach spitze und kann es locker mit seinen lebenden Tatort-Kollegen aufnehmen. Ich freue mich auf seinen nächsten Fall!

Taschenbuch: 320 Seiten

Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag (1. Januar 2012)

ISBN Nummer: 978-3423213400

Über die Autorin (von amazon.de):

Frau Freitag, geboren 1968, wollte schon immer Lehrerin werden. Seit zehn Jahren unterrichtet sie Englisch und Kunst. Sie ist Klassenlehrerin einer überdrehten, dafür recht leistungsschwachen 9. Klasse und sie lebt in einer deutschen Großstadt.

Zum Inhalt:

Man kann niemanden etwas lehren, man kann ihm nur helfen, es in sich selbst zu finden.“ (Galileo Galilei)

So oder so ähnlich würde ich den Arbeitsalltag von Frau Freitag beschreiben, denn die pädagogischen und zugleich fast freundschaftlichen Diskussionen über die Berufswünsche ihrer Schüler, die meist in einem Desaster enden (Antwort: „Ich heirate einen reichen Mann und bekommen viele Kinder.“), zeigen deutlich die Perspektivlosigkeit der künftigen Arbeitnehmer und demonstrieren, dass Wissen nicht alles ist und ein Lehrer auch eine Art Lebensberater sein muss. Leider vergessen ihre Samiras, Esras & Mohamads mit dem Klingeln der Schulglocke die Ratschläge und alles bleibt beim Alten.

Meine Meinung:

Ein oft angesprochenes Problem in dem Roman ist, dass die Jungen und Mädchen von zu Hause mit ihren arbeitslosen Eltern eher schlechte Vorbilder in beruflicher Hinsicht haben, doch zahlreiche (gut gemeinte) Ansprachen im Unterricht zu der „miesen“ Zukunft der baldigen Hartz 4 Empfänger schließen damit, dass die Lehrerin in den selben Slang verfällt – färbt das etwa ab??
Ein Lehrer hat es bestimmt nicht leicht, doch muss man sich dieses falsche deutsch-türkische Sprachgemisch auch noch angewöhnen?? Durch viele inhaltliche Wiederholungen war ich ohnehin schon genervt, da war das der sogenannte Tropfen auf dem heißen Stein und fördert zwar den Zusammenhalt zwischen der Lehrkraft und den Schutzbefohlenen, hilft aber „auf keinsten“.

Frau Freitag ist trotz aller Widrigkeiten leidenschaftliche Klassenlehrerin an einer Gesamtschule mit überproportionalen Anteil an Schülern mit Migratioshintergrund und lässt die Leser circa 1 ½ Jahre an ihrem täglichen Kampf mit dem Bildungssystem teilhaben. Ihre größte Sorgen sind die nächsten Ferien, denn ohne den Stress und die lebhaften Pubertierenden langweilt sie sich.

Die Hälfte des Klasse ist kurz vor den Zensurenkonferenzen versetzungsgefährdet und sammelt Ausfälle (Fächer mit der Note 5 oder 6) wie andere Briefmarken, doch zur Belohnung gibt es von Frau Freitag einen viel umjubelten Ausflug in den Heidepark Soltau. Diese und andere Entscheidungen sind meiner Meinung nach eher kontraproduktiv und bei diversen Gesprächen mit den Kollegen wird schnell klar, dass jene mit der Truppe diese Abenteuer ebenfalls nicht wagen würden.

Ich kann wirklich nicht sagen, was dieses Buch bezwecken wollte, doch über Aussagen, dass die Vorbereitung einer Englisch-Stunde unnütz seien, weil entweder sowieso niemand anwesend ist, oder die Schüler eh nicht aufpassen, geschweige denn Material mitgebracht haben, kann ich nicht lachen! Zu oft begegnen mir Jugendliche die nicht mal annähernd in der Lage sind einen grammatikalisch richtigen Satz zu äußern, da finde ich ein Buch, dass diese Missstände noch veralbert, unpassend. Die Autorin wird mit ziemlicher Sicherheit die ungeschminkte Wahrheit aus vielen Klassenzimmer der Großstädte beschreiben, doch die Aussicht, dass diese Dauerschwänzer später von der Stütze leben werden und den Sozialstaat in keiner Weise stützen, machte mich beim Lesen teils traurig und teils wütend.

Fragen wie „Ist man mit einem Deutschen Pass trotzdem ein Ausländer?“ oder „Sollte Schulschwänzern das Kindergeld gekürzt werden?“ habe ich mit großen Interesse gelesen, leider gab es zu wenig von diesen ernsthaften Passagen und so wartete das nächste Kapitel schon wieder mit Klaumauk  und vollkommener Ahnungslosigkeit der Schüler auf uns (Die Berliner Mauer wurde von Hitler erbaut).

Einzig die kurzen Kapitel kann ich positiv hervorheben, denn man kann die Geschichten prima portionieren! Die Anekdoten wirken auch sehr authentisch und ich konnte mir viele Wortwechsel lebhaft vorstellen. Dieses Thema gehört für mich mittlerweile aber eindeutig in die Kategorie „Drama“.  Zweckmäßigen Lösungsvorschlägen zur allgemeinen Erleichterung, damit es mit uns nicht nur bergab geht, sondern ein Lichtblick bleibt, hätte ich lieber gelesen. 😉

Würde ich mir Frau Freitag als Lehrerin für meine Kinder wünschen? Ich weiß es nicht, denn zu oft wirkt sie überfordert und hält sich lieber mit belanglosen Streitereien auf, als sich durchzusetzen und ein gutes Vorbild zu sein. Kein Mensch ist perfekt und ihre Schwächen macht sie mit einem großen Herz für alle Kulturen der Welt vereint in einem Klassenraum wett. Nichtsdestotrotz verbuche ich selbst diesen Kauf als Flop – bewundere aber die Autorin für ihr Durchhaltevermögen und ihre Beteuerungen den schönsten Job der Welt zu haben. 🙂  Für ambitionierte Lehramtsstudentin ist „Chill mal, Frau Freitag“ bestimmt ein lustiger Gag!

Taschenbuch: 336 Seiten

Verlag: Ullstein Taschenbuch (11. März 2011)

ISBN Nummer: 978-3548373997

Über die Autorin (von amazon.de):

Michaela Rabe wurde 1972 in Hannover geboren und studierte Bibliothekswesen. Sie arbeitet als Bibliotheksleiterin in Niedersachsen. 2002 veröffentlichte sie unter dem Pseudonym Michelle Raven ihren ersten Roman. Seither schreibt sie mit wachsendem Erfolg Liebesromane und Thriller.

Zum Inhalt:

„Gefährliche Vergangenheit“ ist bereits der dritte Teil von Michelle Ravens Hunter-Serie, doch bis auf wenige Gespräche über bisherige Schicksalsschläge oder Anekdoten über Familientreffen, die zudem noch kurz erklärt werden, habe ich mich in der Handlung nicht fremd gefühlt.
Jeder Teil der Reihe widmet sich einem der vielen Geschwister und dieses Mal dürfen wir die schöne Leigh kennenlernen.
Die junge Frau muss in ihrer Situation besonders stark sein, denn vor ein paar Jahren starb bei einem Autounfall ihr damaliger Freund und sie selbst sitzt seitdem im Rollstuhl, obwohl die Ärzte dafür keine medizinische Erklärung haben. Nichts erinnert mehr an ihr altes Leben und es scheint, als ob das lebensfrohe Mädchen damals im Wrack gestorben ist, um nun als ein von Schuldgefühlen geplagtes Mauerblümchen wiedergeboren zu werden, die sich keine Freude gönnt und am liebsten alleine in ihrem kleinen Häuschen grübelt.
Leighs Nachbar Barker wirkt da wie ein Geschenk des Himmels, denn er kümmert sich rührend um die neue Bekannte und steht ihr mit Rat und Tat zur Seite, was besonders dringend ist, da Leigh von einem Unbekannten Drohbriefe mit seltsamen Andeutungen erhält. Kann es ein Zufall sein, dass Barker immer in der Nähe ist, wenn die nächste Botschaft kommt?

Meine Meinung:

Von der Inhaltsangabe bin ich sehr neugierig geworden, denn ich selbst bin ein eher misstrauischer Mensch und bei Fremden zuerst zurückhaltend. Wie Leigh würde ich erst einmal zögern, wenn ein gutaussehender Mann mir seine uneigennützige Hilfe anbieten würde, wenn ich ihm durch gelähmte Beine auch noch körperlich unterlegen wäre, würde dies natürlich meine Skepsis anstacheln! Kann sich ein Mann im besten Alter wirklich in eine Rollstuhlfahrerin verlieben? Die Zweifel an Barkers Ehrlichkeit wurden glaubhaft beschrieben und ihr innerer Zwiespalt zwischen Vertrauen und Misstrauen gut in Szene gesetzt, sodass wir Leser ebenfalls mit ihr zwischen Hoffnung und Hoffnungslosigkeit schwanken.

„Gefährliche Vergangenheit“ ist aber nicht nur mein erstes Buch der Autorin, sondern zugleich mein erster Ausflug in das Genre „Romantic Thrill“, welche vom Egmont Lyx Verlag erst im September 2010 gestartet wurde.
Beim Lesen hat sich dann schnell gezeigt, dass Michelle Raven ein wahres Talent für dieses Genre besitzt, denn die Ungewissheit wer der anonyme Angreifer ist und wie weit derjenige in seinem Wahn gehen würde, hat mich sehr beschäftigt, zumal meine Sympathie mit der Protagonistin von Seite zu Seite wuchs und damit auch meine Angst, um die fiktive Person. Von der Intensität der romantischen Szenen war ich dann genauso überrascht, denn die zarten Gefühle der beiden entwickeln sich schnell zu einem Feuerwerk der Gefühle, die in einem wahren Sturm gipfeln und mir sprichwörtlich rote Ohren beschert haben. 😉

Die Tätersuche bleibt bis zum Schluss spannend und in einem hart umkämpften Finale um Leben und Tod schafft die Autorin einen gelungenen Abschluss!
Beim Stöbern auf der Homepage von Michelle Raven (http://www.michelleraven.de/) und in anderen Rezensionen zu ihren Werken wird schnell klar, dass sie ein Faible für die SEALS – eine Spezialeinheit der US Navy – hat und manche Leser etwas enttäuscht waren, dass diese Herren nur einen kurzen Auftritt hier hatten. Mir gefällt das aber gerade gut, denn ich habe die muskulösen „Halbgötter“ eher als störend empfunden, da sie im starken Kontrast zu den sonst verletzlichen  Charakteren stehen, aber wer coole Helden bevorzugt, wird von ihnen bestimmt begeistert sein – das ist wie immer Geschmackssache. 🙂

Ich habe jedenfalls mit Leigh mitgefiebert und einige schöne Lesestunden gehabt, deswegen war das bestimmt nicht mein letztes Buch der Autorin und ich bin mir fast sicher nun auch ein neues Lieblingsgenre gefunden zu haben – dann aber bitte ohne Soldaten. 😛

Broschiert: 450 Seiten

Verlag: Lyx; Auflage: 1 (12. Januar 2012)

ISBN Nummer: 978-3802585999

Über die Autorin kann man sich auf dieser Homepage eine kurze Biografie durchlesen:

http://www.tameraalexander.com/bio.html

Zum Inhalt:

Für ihre Zuneigung zu dem sehr ansehnlichen Larson hat Kathryn ihr reiches Elternhaus in Boston verlassen, um gemeinsam mit ihm eine Ranch in Colorado zu bewirtschaften. Ihre Ehe steht zur Zeit allerdings an einem Tiefpunkt, denn die nächste Rate für den hohen Kredit ist bald fällig und die Begleichung der Schulden macht ihnen große Schwierigkeiten. Außerdem zieht sich Larson immer mehr von seiner Frau zurück, da er in seinem Stolz, Kathryn nicht den Lebensstandard zu ermöglichen, den sie so gut kennt, gekränkt ist. Er ist ein leidenschaftlicher Mann voller Narben, die seine schlimme Kindheit auf seinen Rücken gezeichnet hat und die damaligen Erlebnisse hindern ihn daran, sein Herz für Kathryn zu öffnen.
Das fehlende Vertrauen nagt an der schönen Viehwirtin und als Larson bei einem Schneegestöber zu einem Geschäftstermin verschwindet und auch Monate danach nicht zurückkehrt, steht sie vor der schwierigen Aufgabe, das geliebte Land zu retten und gleichzeitig für das Kind zu sorgen, welches in ihr seit Kurzem heranwächst.

Larson ist jedoch nicht tot und findet zufällig am Tag seiner offiziellen Beerdigung in die Stadt zurück – allerdings als Fremder, der nur knapp dem Feuertod entkommen ist und sich ihr ohne seine wahre Identität zu zeigen, versucht zu beweisen, dass er durch die schrecklichen Qualen neugeboren wurde, mit einer unbändigen Dankbarkeit und unerschütterlichen Glauben an eine höhere Macht. Wird Kathryn ihren Mann noch lieben können?

Meine Meinung:

Ich gehe zwar nicht regelmäßig in die Kirche und mein Glaube an Gott leitet mich bei Weitem nicht so, wie es die Protagonisten von Tamara Alexander vorgeben, doch die christlichen Elemente haben mich dennoch tief berührt!
Die Geschichte zeigt, dass die Menschen schon immer besonders in schwierigen Zeiten ihren Glauben gefunden haben, um sich an etwas festzuhalten, wenn alles andere schon verloren schien und beweist, dass Gott darüber aber nicht erzürnt, sondern auch diese (Neu-)Gläubigen mit offenen Armen aufnimmt. Die Gebete werden in ihrer Wirkung nicht beschönigt, sondern auch ein herzensguter Mensch wie Kathryn muss sich Christi Unterstützung immer wieder zusprechen und in den scheinbar endlosen Prüfungen einen Sinn erkennen. Für diese Kraft habe ich sie oft bewundert und ich bin mir sicher, dass die umwerfende Ausstrahlung, die ihr von allen Seiten zugesichert wird, damit eng verbunden ist.
Die vereinzelten Bibelzitate drängen sich auch nicht auf und sind in ihrer Aussagekraft gut gewählt, zudem regen sie zum Nachdenken an, was definitiv auch zu dem gesamten Werk zu sagen ist.
Die melancholische Stimmung, sowie die dauerhaften Schuldgefühle von Kathryn und Larson sind an einigen Stellen etwas zu dominant und ich hätte mir da im Gegenzug vielleicht lieber noch die ein oder andere Kirchenszene mit Gesang gewünscht, doch von meinem ersten christlichen Roman wurde ich nicht enttäuscht und ich könnte mir durchaus vorstellen, an einem ruhigen Abend erneut in diese Welt einzutauchen und dadurch ein bisschen Hoffnung zu tanken.
Jede Beziehung geht einmal durch Höhen und Tiefen, doch man sollte die eigenen Gefühle und Wünsche dem Partner erklären, denn ein vernünftiges Gespräch mit Respekt dem anderen gegenüber hilft mehr als Stillschweigen über die Situation und macht, wenn die Zeit abgelaufen ist, nur unglücklich. Nicht jeder bekommt dann eine zweite Chance und das sollte Ansporn genug sein, für ein Leben im Einklang mit den Lieben (und Gott).

Die Bücher aus dem Francke-Verlag sind meiner Meinung für Frauen aus allen Altersklassen gut geeignet und zum Beispiel als Geschenk zur Feier der Konfirmation sehr passend. Nicht religiösen Lesern würde ich aber trotzdem nicht von der Lektüre abraten, denn die Autorin gibt einen guten Einblick in die Gefühlswelt einer Christin und an den Annäherungen der Charaktere, sowie den Intrigen bei dem Kampf um das Land kommen auch sie auf ihre Kosten.

Broschiert: 352 Seiten

Verlag: Francke-Buchhandlung; Auflage: 1., Auflage (Juli 2011)

ISBN Nummer: 978-3868272604

Über den Autor (von amazon.de):

Andreas Eschbach, geboren 1959, studierte Luft- und Raumfahrttechnik und arbeitete zunächst als Softwareentwickler, bevor er sich ausschließlich der Schriftstellerei widmete. Er lebt als freier Schriftsteller mit seiner Frau an der französischen Atlantikküste.

Zum Inhalt:

„Wer die Welt mit Kinderaugen sieht, weiß wie man sie besser machen kann.“

Dieser Satz ist mir beim Überlegen, wie ich am besten mit der Rezension anfangen könnte, eingefallen und ich finde, dass er den Kern der Geschichte sehr gut trifft.
Dafür braucht es natürlich eine Erklärung. 🙂

Hiroshi ist ein aufgeweckter, kleiner Junge, der mit seiner Mutter in einem kleinen Apartment mitten in Tokio wohnt und in seiner Freizeit am liebsten an kaputten Radios o.ä. herum bastelt. Die beiden haben nicht viel Geld zur Verfügung und das, obwohl seine Mutter viel arbeitet und sie sparsam mit dem Verdienst haushalten. Sie repräsentieren die typischen Japaner, wie wir Europäer sie uns vorstellen – genügsam und immer freundlich.
Charlotte hingegen hat als Botschaftertochter keinerlei Geldsorgen und ihre Eltern würde ihr jeden materiellen Wunsch sofort erfüllen. Die Einsamkeit, die das von der Außenwelt weitestgehend abgeschottete Mädchen fühlt, können sich dadurch aber nicht lindern.
Die Sehnsucht nach gleichaltrigen Spielkameraden ist es wohl, die Charlotte und Hiroshi durch einen Zufall Freunde werden lässt und um den offensichtlichen Standesunterschied kümmern sich die Kinder keineswegs, doch Hiroshi ist sich dem trotzdem bewusst und erzählt Charlotte von einer Idee, die die Welt in ihren Grundsätzen verändern würde – er will alle Menschen reich machen und jeder soll nur noch die Arbeit verrichten, die ihm Spaß macht.
Ich habe genauso verwirrt reagiert wie Charlotte, denn wie soll dieser Wunsch je in Erfüllung gehen und warum sollte ausgerechnet ein kleiner japanischer Junge die Lösung für alle Probleme parat haben?
Hiroshi schweigt über seinen Plan und wird erst viele Jahre später erneut darauf zu sprechen kommen. Es ist ein Plan, der ebenso einfach wie genial ist und welchen nur ein unerschrockenes Kind mit Fantasie und Durchhaltevermögen umsetzen kann.

Meine Meinung:

Ich finde es ziemlich schwer zu beschreiben, was mir an dem Buch gut gefallen hat, ohne zu viel zu verraten und damit für zukünftige Leser die Spannung zu trüben, deswegen werde ich versuchen mich ziemlich vage zu halten.

Die erste Hälfte des Romans ist durch die notwendige Vorgeschichte der beiden Protagonisten teilweise etwas in die Länge gezogen, und durch den Fokus auf die zarte Knospe der Liebe zwischen den beiden vergehen viele Seiten ohne dass ich gewusst hätte, in welche Richtung uns der Autor eigentlich führen will. Andreas Eschbachs Wortgewandtheit und die Liebe zum Detail machen das Lesen aber auch in diesen eher ereignislosen Passagen zu einem Vergnügen und der Schreibstil alleine wäre schon eine Buchempfehlung wert.
Die schwierigsten Überlegungen bezüglich Hiroshis Roboter-Experimenten werden dem Leser mit Leichtigkeit vermittelt und ich möchte von mir sagen, dass ich ein Technik-Loser bin und dennoch nicht den Überblick verloren habe. 😉
Der Autor verarbeitet auch so viele andere Themen in „Herr aller Dinge“, wenn auch meist nur in  Ansätzen, wovon man bei einigen auch merkt, dass es das persönliche Bedürfnis des Autors war diese zu nennen und damit auf Missstände aufmerksam zu machen, wie z.B. die Ausbeutung von Kindern in Nähereien in asiatischen Regionen zum Vorteil der westlichen Welt. Außerdem ziehen sich scheinbar zufällige Begegnungen, die nur durch das Schicksal bedingt stattfinden können, wie ein roter Faden durch das ganze Buch und bilden so einen wunderschönen Rahmen um den sehr von Science Fiction geprägten Inhalt.

Der französische Botschafter in Tokio wird eines Tages urplötzlich versetzt und damit muss Charlotte natürlich ihrem Vater folgen und das Schicksal trennt die beiden auf unbestimmte Zeit.
Doch was wäre es für eine Geschichte, die so kurz am Anfang schon alle Hoffnung auf ein Happy End der beiden zunichte gemacht hätte?
Ihre Lebensläufe entwickeln sich zwar grundverschieden, dennoch meint es das Universum gut mit ihnen und sie finden auf überraschende Weise immer wieder zusammen.

Hiroshi studierte zwischenzeitlich am MIT und ist ziemlich geschickt bei der Entwicklung neuester Technologien, die auch in Fachkreisen großen Zuspruch finden. Doch mit dem Erfolg kommen natürlich auch die Neider; diese lässt der fleißige Student aber links liegen und konzentriert sich vollkommen auf seine Aufgabe.
In den Bereich der Paläoanthropologie hat es dagegen Charlotte verschlagen, die in Harvard eine umschwärmte Person ist. Ihre fantastische Gabe, mithilfe von Berührungen von Gegenständen die Geschichte der Dinge zu spüren, hat sie in diese Richtung verschlagen, denn zu gerne würde sie den unumstößlichen Beweis für eine frühe menschliche Zivilisation weit vor unserer Zeit erbringen.

Die Handlung ist geschickt aufgebaut und nimmt mit einem unglücklichen Unfall auf einer Expedition zu einer Polarinsel in russischen Gefilden eine dramatische Wendung. Spätestens da kann man sich den Gedanken an Aliens und ihrer möglichen Existenz schwer entziehen.
Der Showdown wartet dann mit einer Verfolgungsjagd der Extraklasse auf uns und entschädigt für die Längen der ersten Hälfte. Ich konnte nur noch atemlos die Seiten verschlingen, denn „die Wahrheit ist irgendwo da draußen…“, doch sind wir überhaupt bereit für sie?

Abschließend kann ich sagen, dass ich einen ganz anderen Roman erwartet habe und ich mich mit dem Wissen über den hohen Anteil an Science Fiction Elementen wahrscheinlich gegen das Buch entschieden hätte, doch „Herr aller Dinge“ bietet so viel mehr und kann auch Menschen begeistern, die um Star Wars, Aliens & Co eher einen Bogen machen.

Gebundene Ausgabe: 688 Seiten

Verlag: Bastei Lübbe (Lübbe Hardcover); Auflage: 2 (8. Dezember 2011)

ISBN Nummer: 978-3785724293

Über die Autorinn (von amazon.de):

Jennifer Donnelly wuchs im Staat New York auf. Ihr erster Roman »Die Teerose« gewann allein in Deutschland über hunderttausend Leserinnen. Nach »Das Licht des Nordens«, das vielfach preisgekrönt und zu einem der bestverkauften Jugendbücher Englands wurde, legte sie mit »Die Winterrose« ihren zweiten großen historischen Roman vor. Jennifer Donnelly, deren Familie aus Schottland stammt, lebt mit ihrem Mann und Sohn in Brooklyn.

Zum Inhalt:

Die Revolution ist die erfolgreiche Anstrengung, eine schlechte Regierung loszuwerden und eine schlechtere zu errichten.“ (Oscar Wilde)

Kein Zitat beschreibt das Geschehen im Frankreich des 18. Jahrhunderts besser! Das Volk ist unzufrieden mit der Politik von König Ludwig XVI., der die Steuereinnahmen mit vollen Händen für sein eigenes Vergnügen ausgibt, während in Paris die Kinder auf der Straße verhungern. Die Französische Revolution mit ihrem Leitspruch „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“ will diese Missstände abschaffen und den König stürzen, doch all ihre Bemühungen enden damit, dass sich Napoleon Bonaparte zum Kaiser krönt und die Hoffnungen der Bürger zerschlug.
In den schweren Zeit geht eine Person aber beinahe unter – Louis Charles, Sohn des Königs und Marie Antoinette, sowie rechtmäßiger Thronerbe.
Jennifer Donnelly widmet in „Das Blut der Lilie“ diesem tragischen Charakter ein Buch, welches das Herz berührt und zeigt, wie weit ein Mädchen bereit ist für die Liebe zu einem Königssohn zu gehen.

Die junge Alexandrine stammt aus einer armen Familie und durch einen Zufall wird sie das Kindermädchen für den kleinen Prinzen, der ein wenig Aufmunterung gut vertragen könnte. Er wächst dem Mädchen, das davon träumt einmal eine berühmte Schauspielerin zu werden, so sehr ans Herz, dass sie unter Aufopferung ihres Lebens in seiner späteres Gefangenschaft seine geliebten Feuerwerke in den Nachthimmel schickt, damit er sich nicht so alleine fühlt.
Ihre berührende Geschichte schreibt sie in einem Tagebuch nieder, welches sie in ihrem Gitarrenkoffer in den Katakomben von Paris versteckt und darauf wartet mittlerweile schon 200 Jahre darauf, gefunden zu werden..

Andi hat nach dem Tod ihres Bruders Truman jeglichen Lebenswunsch aufgegeben und quält sich durch den Tag. Ihr einziger Hoffnungsschimmer ist die Musik, die sie aus ihrem dunklen Loch befreien kann, doch ihre Abschlussarbeit rückt immer näher und sie hat nicht mal einen Entwurf eingereicht. Als ihr Vater sie spontan besucht, ist er schockiert von ihrem depressiven Zustand und ihrer Mutter geht es auch nicht besser, sodass er das Mädchen kurzerhand mit nach Paris nimmt.

Meine Meinung:

Es dürfte niemanden überraschen, dass Andi diejenige ist, die Alexandrines Erbe entdeckt und völlig versunken in die Berichte der Vergangenheit eintaucht.
Auch mich hat die Reise in das 18.Jahrhundert fasziniert und ich hätte am liebsten nur die Tagebucheinträge gelesen, da Andis Leben mich zu Beginn sehr deprimiert hat und die Autorin ihre Verzweiflung mit einer Intensität dargestellt hat, die niemanden unberührt lassen kann.
Gleichzeitig gibt ihr das Schicksal des eingesperrten Prinzen einen regelrechten Aufschwung und sie arbeitet eifrig an ihrem Essay über (den fiktiven) Amade Malherbeau, der die Musikwelt mit seinen gewagten Stücken in ihren Grundsätzen veränderte.

Die Musik bzw. die Kunst spielt generell eine große Rolle in diesem Roman, denn nicht nur Andi hilft sie aus ihrer Lethargie, sondern ihre Mutter findet in der Malerei einen Halt und Alexandrine bestritt mit kleinen Darbietungen von Shakespeare ihren Lebensunterhalt. Durch diese kleinen Details und ein umfangreiches Wissen zu verschiedenen Bereichen der Musik, wie Klassik, Rock und Jazz hat die Autorin mich begeistern können und obwohl Malherbeau nicht existierte, wurde er fast lebendig und die Begeisterung der Protagonistin für sein Feuerwerkskonzert hat mich regelrecht mitgerissen. Die Revolution wird mit all ihren Schrecken, Opfern und Lichtblicken realitätsnah durchleuchtet und gibt eine perfekte Zusammenfassung über die Ereignisse, sodass dieser Roman durchaus auch als Schullektüre geeignet wäre und mit dem schönen Schreibstil auch Deutschlehrer zufrieden machen wird. 🙂

Von „Der Teerose“ habe ich schon viele positive Rezensionen gelesen und deshalb habe ich das Buch mit einer gewissen Erwartungshaltung gekauft, doch diese wurden regelrecht übertroffen und das Ende wartet dann sogar noch mit einem temporeichen Überraschung auf die Leser, wodurch die Autorin eine optimale Mischung aus ruhigen Passagen mit der Frage, ob das Leben überhaupt noch einen Sinn macht, wenn man einen geliebten Menschen verloren hat, Mitgefühl, Freundschaft, die keine Worte braucht und den hektischen bzw. dramatischen Abenteuern der seelenverwandten Mädchen geschaffen hat.

Lassen sie sich von Jennifer Donnelly entführen und freuen sie sich über einen besonderen Schatz in ihrem Bücherregal.

Gebundene Ausgabe: 448 Seiten

Verlag: Pendo (Februar 2011)

ISBN Nummer: 978-3866122888