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Archive for April 2012

Über die Autorin:

Sara B. Elfgren arbeitet als Drehbuchautorin und Dramaturgin und feiert mit ihren Film- und Fernsehproduktionen in Schweden große Erfolge.

Mats Strandberg hat bereits drei Bücher für Erwachsene geschrieben. Sein neuester Roman wurde auch ins Deutsche übersetzt. Er arbeitet außerdem als Journalist und Kolumnist beim Aftonbladet, Schwedens größter Abendzeitung.

Als sich die beiden zum ersten Mal trafen, entdeckten sie ihre gemeinsame Leidenschaft für Bücher mit übersinnlichen Elementen. Die Idee, zusammen an einem Buch für junge Leser zu arbeiten, war schnell geboren. Zirkel ist der Debütroman des Autorenteams und der grandiose Auftakt einer Trilogie.

Zum Inhalt:

Es war kein Selbstmord!“

Das weiß Linnea ganz genau, nachdem ihr bester Freund Elias auf der Toilette mit aufgeschnittenen Pulsadern gefunden wurde. Die Polizei legt den Fall aber schnell als Selbstmord zu den Akten und in der Schule wundert sich auch niemand über den Tod des Jungen, denn er hatte mit Depressionen zu kämpfen und suchte Trost in Drogen – er ist das Opfer seiner Sucht geworden, war einsam und vielleicht war es auch eine Erlösung für ihn, damit findet man sich ab..

Kurz darauf in einer Vollmond-Nacht laufen sechs Mädchen wie ferngesteuerte Roboter zu einem stillgelegten Vergnügungspark und werden dort von dem Hausmeister der Schule mit unglaublichen Neuigkeiten erwartet. Sie sind die Auserwählten und bilden den Zirkel, im Kampf gegen das Böse, welches im Schulgebäude lauert und Elias auf dem Gewissen hatte. Die Mädchen sind Hexen und müssen eine dunkle Prophezeiung aufhalten, doch das Böse hat die Krallen schon nach ihnen ausgestreckt! Können sie die dunkle Bedrohung aufhalten?

Meine Meinung:

„Zirkel“ ist der Auftakt einer Trilogie, die in Schweden einen wahren Boom ausgelöst hat und als großer Schweden-Krimi-Fan hat mich auch das Hexen-Fieber gepackt.

Der Roman liest sich ausgesprochen gut und ist ein regelrechter „Pageturner“, obwohl zu Beginn noch nicht viel passiert, baut die Autorin einen Sog auf, der bis zum Schluss nicht nachlässt. Der Schwerpunkt liegt natürlich in der Vorstellung der Protagonisten, die unterschiedlicher nicht sein können und dadurch für einigen Zündstoff innerhalb der Gruppe sorgen. Die erzwungene Gemeinschaft steht noch auf wackligen Beinen und ein falsches Wort rüttelt stark an dem noch lockeren Vertrauen.

Minoo ist die Strebsame der Gruppe und kommt aus einem behüteten Haus. Sie ist sehr ehrgeizig und möchte immer die Beste sein – zu ihrem Pech hat sie aber als Einzige noch keine Gabe, die sich im Laufe der Zeit aber noch zeigen soll.

Vanessa würde hingegen am liebsten von Zuhause ausreißen, weil sie sich mit ihrem Stiefvater überhaupt nicht versteht und mit ihrem Freund ein neues Leben weit weg von Engelsfors beginnen.

Rebecka ist ein hübsches Mädchen und mit dem begehrtesten Jungen der Schule zusammen. Davon kann Anna-Karin nur träumen – sie ist ein dicker Teenager und wünscht sich nichts sehnlicher, als nicht mehr von Ida (der fünften im Bunde) gemobbt zu werden. Linnea bildet den krönenden Abschluss und ist die Selbstständigste von ihnen, mit einer eigenen Wohnung und auch sonst einem eigenwilligen Kopf.

Mein Liebling ist eindeutig Anna-Karin, weil sie als Mobbing-Opfer ganz klar automatisch Sympathiepunkte sammeln konnte, aber auch weil sie sehr tierlieb ist und eine enge Verbindung zu ihrem Großvater hat. Ihr neues Dasein als Hexe und ihre starke Gabe machen sie zwar etwas übermütig, doch es ist nur verständlich, dass sie auch einmal glücklich sein möchte und ich finde sie dadurch noch menschlicher..

Zu den einzelnen Gaben möchte ich an dieser Stelle nichts verraten, denn da sollte man sich als Leser überraschen lassen. 😉

„Zirkel“ ist als Jugendbuch deklariert, davon darf die ältere Leserschaft sich aber nicht abschrecken lassen, denn der Inhalt ist durchaus spannender als mancher Thriller für Erwachsene und die düstere Atmosphäre, die gerne noch in den Folgebänden gesteigert werden kann, war ein guter Rahmen für da erste Abenteuer der Freunde.

Nebenbei werden noch viele weitere Probleme thematisiert, wie Magersucht, Drogen und häusliche Diskrepanzen, die für die Nachbarn hinter einem Schleier der Verschwiegenheit versteckt werden und mühelos in die übernatürlichen Passagen eingeflochten werden.

Hexen sind eine gelungenen Abwechslung in einer Zeit, die von literarischen Vampiren regiert wird und ich kann die Veröffentlichung des Nachfolgers gar nicht erwarten!

Gebundene Ausgabe: 608 Seiten

Verlag: Dressler (Februar 2012)

ISBN Nummer: 978-3791528540

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Zum Inhalt:

Während ihr Meister Julius Lawhead die Strafe für seinen Ungehorsam in einem verriegelten Sarg büßt, nutzen seine unsterblichen Anhänger Christina und Brandon die Zeit, um in dem Indianer-Reservat in Phönix auf den Spuren von Brandons Kindheit zu wandeln. Das unzertrennliche Vampir-Paar gerät allerdings schon bald in die Fänge des tot geglaubten Nathaniel Coe, der sein Recht auf Brandon fordert und dem Navajo zeigt, was es heißt, ein Vampir zweiter Klasse zu sein und das Martyrium damit seinen Lauf nimmt. Julius spürt die qualvollen Schmerzen seines Schützlings und beschließt, dem mächtigen Coe ein unmoralisches Angebot zu machen, was seine Liebe zu Amber auf eine harte Probe stellt.

Meine Meinung:

„Septemberblut“ und „Flammenmond“ sind so verschieden wie Tag und Nacht. Erinnerte der erste Teil noch an einen Abklatsch von einer bekannten Vampir-Reihe, dessen Liebesbeziehung beinahe alles überschwemmte, so kann der Folgeband mit einer neuen Seite überzeugen.

Der erste Gefühlssturm der Protagonisten verebbt langsam und Amber wird sich im Klaren darüber, was es bedeutet einem Vampir die Treue zu schwören. Sie hinterfragt die steifen Regeln des Clans und lässt sich nicht mehr so einfach bevormunden, wagt sogar gefährliche Alleingänge, die ich dem Mädchen aus L.A. niemals zugetraut hätte.

Die Brutalität kennt in der Hitze der Wüste keine Grenzen und hat mich in ihrer Intensität und in ihren Einzelheiten etwas überrascht. Für zarte Gemüter sind diese Folter- bzw. Kampf-Szenen wirklich nicht geeignet und Kindern würde ich diese Stellen auch nicht zumuten wollen, doch sie haben sich eindrucksvoll in das Geschehen eingegliedert und für Action, Tempo und Spannung gesorgt. Coe ist als Gegner nicht zimperlich und Julius selbst wird in seiner ersten Mission als Meister auch härter, wie es eben seine Natur ist, wodurch diese Stilmittel notwendig waren, um die Abgrenzung zu seiner Liebe für Amber zu verdeutlichen.

Im letzten Drittel des Romans erfahren wir viel über den Sonnentanz als heiliges Indianer-Ritual, und die Ausführungen darüber waren sehr interessant. Die Zeremonie bringt nach der blutigen Metzelei wieder etwas Ruhe in die Geschichte, doch diese Passage hätte ohne weiteres gekürzt werden können!

Insgesamt war das eine wirklich gute, solide Leistung, die endlich mal wieder den Kern des Vampir-Mythos‘ in den Mittelpunkt rückt und mit der Rebekka Pax beweist, dass die Angst vor den Blutsaugern, die Jahrhunderte überlebt hat, nicht umsonst über Generationen aufrecht erhalten wird. Vampire sind keine Freunde, die lieb und nett durch die Nacht streifen und sich in hübsche Mädchen verlieben – es sind Raubtiere mit animalischen Instinkten, die nach Blut verlangen und das ist in „Flammenmond“ deutlich geworden.

Die Steigerung zum ersten Band ist enorm, obwohl ich wieder feststellen musste, dass diese Wesen der Nacht wohl nicht mehr zu meinen Lieblings-Kreaturen in der Fantasy-Literatur werden – das ständige Beißen und Jagen ist doch auf Dauer etwas eintönig.

Dieses Buch ist zwar durchaus als eigenständiges Werk zu sehen und kann ohne Vorkenntnisse gelesen werden, allerdings war ich an einigen Stellen froh, genügend Hintergrundwissen über die strengen Vorschriften und Rituale zu kennen. Wem der erste Band also nicht gefallen hatte (ich zähle mich dazu) sollte der Autorin auf jeden Fall noch eine zweite Chance geben – es lohnt sich!

Rebekka Pax hat vielleicht keine Reihe für romantische Teenies geschrieben, doch davon gibt es mittlerweile auch eindeutig genug!

Taschenbuch: 464 Seiten

Verlag: Ullstein Taschenbuch (17. Februar 2012)

ISBN Nummer: 978-3548282497

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