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Archive for Februar 2012

Über die Autorin (von amazon.de):

Mara Laue, 1958 in Braunschweig geboren, lebt als freie Schriftstellerin in Kleve. Seit ihrer Jugendzeit eine begeisterte und fantasiereiche Geschichtenerzählerin, hat Mara Laue ihre Leidenschaft im Jahre 2004 zur Profession gemacht. Die Autorin engagiert sich bei den „Mörderischen Schwestern“.

Zum Inhalt:

Sie sind […] ein sehr schmerzhafter Furunkel in meinem Allerwertesten mit der Sensibilität einer Mülltonne und dem Gemüt eines Fleischerhundes.“ (S.138)

Ja, Paula Rauwolf ist wirklich kein einfacher Mensch und nach dem Tod ihres Kollegen und Lebenspartners Christopher, für den sie auch noch verantwortlich gemacht wird, hängt ihr Leben in den Seilen und nur mit Hilfe eines Psychiaters schöpft sie neuen Lebensmut für die Arbeit.
Nach 16 Monaten darf sie nun endlich wieder für das FK1 ermitteln, doch leider muss sie feststellen, dass Christophers Tod noch immer allgegenwärtig ist und alte Wunden wieder aufreißen. Hinzukommt noch, dass ihr ein neuer Partner an die Seite gestellt wurde und bei der ersten Begegnung fliegen schon die Fetzen. Da ist es Paula nur recht, dass ein neuer Fall sie erst einmal ablenken kann..

Die junge Hostess Jasmin Stojanovic wurde tot in ihrer Wohnung gefunden und ein Mann auf frischer Tat ertappt, wie er das Schmuckkästchen der Serbin mit blutigen Händen durchwühlte – angeblich auf der Suche nach seinem Eigentum und völlig unschuldig, was das Blutbad angeht. Paula, auch genannt der Terrier, nimmt die Fährte auf und rückt dem Herrn zu Leibe – als dann allerdings vom Staatsanwalt die Ermittlungssperre gegen den Nachtclubbesitzer ausgerufen wird, da er den Schutz des Polizeipräsidenten genießt, schwört sich Kommissarin Rauwolf, dass sie ihn auch ohne Erlaubnis überführen wird und was sie dabei entdeckt, bringt sie selbst in große Gefahr und in die hohen Kreise der Wilhelmshavener Gesellschaft.

Meine Meinung:

Das Cover verdient bei dem Sutton-Verlag wie immer eine besondere Erwähnung, denn die Libelle ist auf dem charakteristischen schwarzen Hintergrund nicht nur ein hübscher Blickfang, sondern gleichzeitig auch die Erklärung für den sehr außergewöhnlichen Titel. Libellen werden nämlich auch Smaragdjungfern genannt und die getötete Hostess hat sich diesen exotischen Namen als ihren Künstlernamen auserkoren und mit einem sehr edlen und teuren Collier in Form dieser Insekten unterstrichen, was nun aber verschwunden ist.

Mara Laue hat einen sehr kurzweilig Krimi geschrieben, der meiner Meinung nach bei der Hälfte mit einem wahren Knaller seinen Höhepunkt findet. Während dieser Verfolgungsjagd, soviel darf verraten sein, habe ich beinahe vergessen zu atmen und dieses Gefühl hatte ich bei einem Krimi (nicht Thriller!) schon lange nicht mehr.
Hätte die Autorin dieses Tempo halten können, wäre das wirklich ein großartiger Krimi geworden, doch leider fällt die Spannung daraufhin etwas ab und wird durch einen Rückblick in die Vergangenheit der Protagonistin gedämpft.
Ein positiver Nebeneffekt dieses emotionalen Einschubs ist zweifellos, dass die Leser die kratzbürstige Paula nun mit anderen Augen sehen und ihre die etwas unbeherrschten Ausraster nicht mehr so übel nehmen.
Als dringend Tatverdächtiger möchte man aber trotzdem nicht in ihrer Schusslinie geraten, denn sie weiß nur zu gut, wie man wichtige Informationen aus den Personen sprichwörtlich herausprügelt, um sich dann am nächsten Tag den Kummer und die Wut bei ihrem Therapeuten aus den Augen zu weinen. Deshalb und wegen ihrer fantastischen Fähigkeiten in ihrem Beruf ist Paula eine Protagonistin, die mit ihrer Art aneckt und wir Leser sie nicht so schnell vergessen werden.

Zum Schluss überschlagen sich die Ereignisse und überraschen mit einer schlüssigen Auflösung, bei der sich alle Fäden zu einem gelungenen Netz zusammenfügen.Trotzdem hat sich das Wow-Erlebnis bei mir nicht wiederholt, was nach einem gelungenen Mittelteil aber auch schwer zu steigern war und so ist „Smaragdjungfer“ ein gelungener Krimi, der mein Rätselfieber forderte und mich auf eine Fortsetzung mit einer aufgeblühten Paula hoffen lässt. 🙂

Broschiert: 269 Seiten

Verlag: Sutton Verlag; Auflage: 1 (1. Oktober 2011)

ISN Nummer: 978-3866808706

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Über die Autorin (von amazon.de):

Jutta Profijt wurde1967 in Ratingen geboren. Mit ihren Romanen über den prolligen Geist Pascha und den schüchternen Rechtsmediziner Dr. Gänsewein eroberte sie eine riesige Fangemeinde und wurde mit ‚Kühlfach 4‘ (dtv 21129) für den Friedrich-Glauser-Preis 2010 nominiert. Die freie Autorin lebt in der niederrheinischen Provinz.

Zum Inhalt:

Wer an Gespenster glaubt, wird leicht von ihnen geneckt.

Diese Redensart hat sich die Autorin Jutta Profijit in ihrer Kühlfach-Krimi-Reihe wohl zum Vorbild genommen, denn der Gerichtsmediziner Martin Gänsewein hat das große Glück (oder Pech?), dass der Geist des verstorbenen Autoknackers Pascha mit ihm kommuniziert und ihn zu jeder Tages- und Nachtzeit für seine verrückten Pläne einspannen will.
Pascha ist tot und doch quicklebendig, seine Seele steckt jedoch in der Zwischenwelt fest und damit ist ihm als körperloser Geist ein ziemlich langweiliges Leben vorherbestimmt. Er kann nicht aktiv in das Geschehen eingreifen und ein erholsamer Schlaf bleibt im auch verwehrt, da ist sein einziger Lichtblick, dass irgendwann mal wieder eine Seele bei ihm verweilt und sie gemeinsam ihn einem neuen Mordfall ermitteln können, denn das ist Paschas Spezialgebiet.

In dem mittlerweile vierten Fall wartet aber keine schöne Blondine auf unseren Helden, sondern eine Horde kleiner Schüler, die Paschas Nerven ganz schön strapazieren. Sie waren gemeinsam in dem Auto einer Lehrerin und wurden auf dem Heimweg hinterhältig von der Straße getrieben – so glauben wenigstens die Neu-Geister sich zu erinnern. Die „Bonsais“ liegen nun im künstlichen Koma und von der türkischen Lehrerin fehlt jede Spur! War es Fahrerflucht oder ein Ehrenmord des Bruders, der die Leiche im Wald verscharrt hat? Die Ermittlungen beginnen und damit ein Heidenspaß für uns Leser. 😀

Meine Meinung:

Pascha ist nämlich ein cooler Typ und die Art „Gangsta“, die man sich nicht als Schwiegersohn wünscht. Als Babysitter für die Bonsais schlägt er sich aber ganz gut, auch wenn die lieben Kleinen schon bald ihren eigenen Kopf entwickeln und er sich vor Frust die Geisterhaare rauft, spürt man doch ganz genau, dass ihm die Racker etwas bedeuten. Die Vier haben es aber auch nicht leicht, sind sie vom Charakter doch wie Yin und Yang und dazu noch voller Sehnsucht nach körperlicher Nähe und tröstender Worte. Das einzige Mädchen ist der Klassenstreber, der türkische Junge streitet permanent mit dem etwas rassistischen Draufgänger und den Abschluss bildet der harmoniesüchtige Milchbubi – was für ein Chaos!

Die rotzige Art des Protagonisten ist vielleicht nicht jedermanns Geschmack, doch ich habe mich herrlich amüsiert, dabei ich hätte der Autorin nach dem netten Bild auf der Autorenseite diese derbe Sprache gar nicht zugetraut. Jutta Profijit scheut sich nicht davor ein bisschen die Grenzen zu erweitern und bringt damit ein bisschen Jugendslang in unsere Wohnzimmer, indem sie Frauen nur auf ihre „Hupen“ oder Türken auf ihre Kümmel-Liebe reduziert – der Kreativität sind da keine Grenzen gesetzt. 🙂

Der Kriminalfall rückt bei dem ganzen Spaß aber nicht in den Hintergrund und die Truppe kommt der Wahrheit geschickt auf die Spur, wobei wir Leser uns noch auf Überraschungen gefasst machen dürfen! Dem Sog von Pascha kann man sich einfach nicht entziehen und sein „Sprachrohr“ Martin, der die Polizei von den neuesten Fahndungserfolgen mehr oder weniger geschickt informiert, ist als treusorgender Freund und aufopferungsvoller Vegetarier ein prima Kontrast zu der schnoddrigen Figur aus der Zwischenwelt.

Pascha ist einfach spitze und kann es locker mit seinen lebenden Tatort-Kollegen aufnehmen. Ich freue mich auf seinen nächsten Fall!

Taschenbuch: 320 Seiten

Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag (1. Januar 2012)

ISBN Nummer: 978-3423213400

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Über die Autorin (von amazon.de):

Frau Freitag, geboren 1968, wollte schon immer Lehrerin werden. Seit zehn Jahren unterrichtet sie Englisch und Kunst. Sie ist Klassenlehrerin einer überdrehten, dafür recht leistungsschwachen 9. Klasse und sie lebt in einer deutschen Großstadt.

Zum Inhalt:

Man kann niemanden etwas lehren, man kann ihm nur helfen, es in sich selbst zu finden.“ (Galileo Galilei)

So oder so ähnlich würde ich den Arbeitsalltag von Frau Freitag beschreiben, denn die pädagogischen und zugleich fast freundschaftlichen Diskussionen über die Berufswünsche ihrer Schüler, die meist in einem Desaster enden (Antwort: „Ich heirate einen reichen Mann und bekommen viele Kinder.“), zeigen deutlich die Perspektivlosigkeit der künftigen Arbeitnehmer und demonstrieren, dass Wissen nicht alles ist und ein Lehrer auch eine Art Lebensberater sein muss. Leider vergessen ihre Samiras, Esras & Mohamads mit dem Klingeln der Schulglocke die Ratschläge und alles bleibt beim Alten.

Meine Meinung:

Ein oft angesprochenes Problem in dem Roman ist, dass die Jungen und Mädchen von zu Hause mit ihren arbeitslosen Eltern eher schlechte Vorbilder in beruflicher Hinsicht haben, doch zahlreiche (gut gemeinte) Ansprachen im Unterricht zu der „miesen“ Zukunft der baldigen Hartz 4 Empfänger schließen damit, dass die Lehrerin in den selben Slang verfällt – färbt das etwa ab??
Ein Lehrer hat es bestimmt nicht leicht, doch muss man sich dieses falsche deutsch-türkische Sprachgemisch auch noch angewöhnen?? Durch viele inhaltliche Wiederholungen war ich ohnehin schon genervt, da war das der sogenannte Tropfen auf dem heißen Stein und fördert zwar den Zusammenhalt zwischen der Lehrkraft und den Schutzbefohlenen, hilft aber „auf keinsten“.

Frau Freitag ist trotz aller Widrigkeiten leidenschaftliche Klassenlehrerin an einer Gesamtschule mit überproportionalen Anteil an Schülern mit Migratioshintergrund und lässt die Leser circa 1 ½ Jahre an ihrem täglichen Kampf mit dem Bildungssystem teilhaben. Ihre größte Sorgen sind die nächsten Ferien, denn ohne den Stress und die lebhaften Pubertierenden langweilt sie sich.

Die Hälfte des Klasse ist kurz vor den Zensurenkonferenzen versetzungsgefährdet und sammelt Ausfälle (Fächer mit der Note 5 oder 6) wie andere Briefmarken, doch zur Belohnung gibt es von Frau Freitag einen viel umjubelten Ausflug in den Heidepark Soltau. Diese und andere Entscheidungen sind meiner Meinung nach eher kontraproduktiv und bei diversen Gesprächen mit den Kollegen wird schnell klar, dass jene mit der Truppe diese Abenteuer ebenfalls nicht wagen würden.

Ich kann wirklich nicht sagen, was dieses Buch bezwecken wollte, doch über Aussagen, dass die Vorbereitung einer Englisch-Stunde unnütz seien, weil entweder sowieso niemand anwesend ist, oder die Schüler eh nicht aufpassen, geschweige denn Material mitgebracht haben, kann ich nicht lachen! Zu oft begegnen mir Jugendliche die nicht mal annähernd in der Lage sind einen grammatikalisch richtigen Satz zu äußern, da finde ich ein Buch, dass diese Missstände noch veralbert, unpassend. Die Autorin wird mit ziemlicher Sicherheit die ungeschminkte Wahrheit aus vielen Klassenzimmer der Großstädte beschreiben, doch die Aussicht, dass diese Dauerschwänzer später von der Stütze leben werden und den Sozialstaat in keiner Weise stützen, machte mich beim Lesen teils traurig und teils wütend.

Fragen wie „Ist man mit einem Deutschen Pass trotzdem ein Ausländer?“ oder „Sollte Schulschwänzern das Kindergeld gekürzt werden?“ habe ich mit großen Interesse gelesen, leider gab es zu wenig von diesen ernsthaften Passagen und so wartete das nächste Kapitel schon wieder mit Klaumauk  und vollkommener Ahnungslosigkeit der Schüler auf uns (Die Berliner Mauer wurde von Hitler erbaut).

Einzig die kurzen Kapitel kann ich positiv hervorheben, denn man kann die Geschichten prima portionieren! Die Anekdoten wirken auch sehr authentisch und ich konnte mir viele Wortwechsel lebhaft vorstellen. Dieses Thema gehört für mich mittlerweile aber eindeutig in die Kategorie „Drama“.  Zweckmäßigen Lösungsvorschlägen zur allgemeinen Erleichterung, damit es mit uns nicht nur bergab geht, sondern ein Lichtblick bleibt, hätte ich lieber gelesen. 😉

Würde ich mir Frau Freitag als Lehrerin für meine Kinder wünschen? Ich weiß es nicht, denn zu oft wirkt sie überfordert und hält sich lieber mit belanglosen Streitereien auf, als sich durchzusetzen und ein gutes Vorbild zu sein. Kein Mensch ist perfekt und ihre Schwächen macht sie mit einem großen Herz für alle Kulturen der Welt vereint in einem Klassenraum wett. Nichtsdestotrotz verbuche ich selbst diesen Kauf als Flop – bewundere aber die Autorin für ihr Durchhaltevermögen und ihre Beteuerungen den schönsten Job der Welt zu haben. 🙂  Für ambitionierte Lehramtsstudentin ist „Chill mal, Frau Freitag“ bestimmt ein lustiger Gag!

Taschenbuch: 336 Seiten

Verlag: Ullstein Taschenbuch (11. März 2011)

ISBN Nummer: 978-3548373997

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Über die Autorin (von amazon.de):

Michaela Rabe wurde 1972 in Hannover geboren und studierte Bibliothekswesen. Sie arbeitet als Bibliotheksleiterin in Niedersachsen. 2002 veröffentlichte sie unter dem Pseudonym Michelle Raven ihren ersten Roman. Seither schreibt sie mit wachsendem Erfolg Liebesromane und Thriller.

Zum Inhalt:

„Gefährliche Vergangenheit“ ist bereits der dritte Teil von Michelle Ravens Hunter-Serie, doch bis auf wenige Gespräche über bisherige Schicksalsschläge oder Anekdoten über Familientreffen, die zudem noch kurz erklärt werden, habe ich mich in der Handlung nicht fremd gefühlt.
Jeder Teil der Reihe widmet sich einem der vielen Geschwister und dieses Mal dürfen wir die schöne Leigh kennenlernen.
Die junge Frau muss in ihrer Situation besonders stark sein, denn vor ein paar Jahren starb bei einem Autounfall ihr damaliger Freund und sie selbst sitzt seitdem im Rollstuhl, obwohl die Ärzte dafür keine medizinische Erklärung haben. Nichts erinnert mehr an ihr altes Leben und es scheint, als ob das lebensfrohe Mädchen damals im Wrack gestorben ist, um nun als ein von Schuldgefühlen geplagtes Mauerblümchen wiedergeboren zu werden, die sich keine Freude gönnt und am liebsten alleine in ihrem kleinen Häuschen grübelt.
Leighs Nachbar Barker wirkt da wie ein Geschenk des Himmels, denn er kümmert sich rührend um die neue Bekannte und steht ihr mit Rat und Tat zur Seite, was besonders dringend ist, da Leigh von einem Unbekannten Drohbriefe mit seltsamen Andeutungen erhält. Kann es ein Zufall sein, dass Barker immer in der Nähe ist, wenn die nächste Botschaft kommt?

Meine Meinung:

Von der Inhaltsangabe bin ich sehr neugierig geworden, denn ich selbst bin ein eher misstrauischer Mensch und bei Fremden zuerst zurückhaltend. Wie Leigh würde ich erst einmal zögern, wenn ein gutaussehender Mann mir seine uneigennützige Hilfe anbieten würde, wenn ich ihm durch gelähmte Beine auch noch körperlich unterlegen wäre, würde dies natürlich meine Skepsis anstacheln! Kann sich ein Mann im besten Alter wirklich in eine Rollstuhlfahrerin verlieben? Die Zweifel an Barkers Ehrlichkeit wurden glaubhaft beschrieben und ihr innerer Zwiespalt zwischen Vertrauen und Misstrauen gut in Szene gesetzt, sodass wir Leser ebenfalls mit ihr zwischen Hoffnung und Hoffnungslosigkeit schwanken.

„Gefährliche Vergangenheit“ ist aber nicht nur mein erstes Buch der Autorin, sondern zugleich mein erster Ausflug in das Genre „Romantic Thrill“, welche vom Egmont Lyx Verlag erst im September 2010 gestartet wurde.
Beim Lesen hat sich dann schnell gezeigt, dass Michelle Raven ein wahres Talent für dieses Genre besitzt, denn die Ungewissheit wer der anonyme Angreifer ist und wie weit derjenige in seinem Wahn gehen würde, hat mich sehr beschäftigt, zumal meine Sympathie mit der Protagonistin von Seite zu Seite wuchs und damit auch meine Angst, um die fiktive Person. Von der Intensität der romantischen Szenen war ich dann genauso überrascht, denn die zarten Gefühle der beiden entwickeln sich schnell zu einem Feuerwerk der Gefühle, die in einem wahren Sturm gipfeln und mir sprichwörtlich rote Ohren beschert haben. 😉

Die Tätersuche bleibt bis zum Schluss spannend und in einem hart umkämpften Finale um Leben und Tod schafft die Autorin einen gelungenen Abschluss!
Beim Stöbern auf der Homepage von Michelle Raven (http://www.michelleraven.de/) und in anderen Rezensionen zu ihren Werken wird schnell klar, dass sie ein Faible für die SEALS – eine Spezialeinheit der US Navy – hat und manche Leser etwas enttäuscht waren, dass diese Herren nur einen kurzen Auftritt hier hatten. Mir gefällt das aber gerade gut, denn ich habe die muskulösen „Halbgötter“ eher als störend empfunden, da sie im starken Kontrast zu den sonst verletzlichen  Charakteren stehen, aber wer coole Helden bevorzugt, wird von ihnen bestimmt begeistert sein – das ist wie immer Geschmackssache. 🙂

Ich habe jedenfalls mit Leigh mitgefiebert und einige schöne Lesestunden gehabt, deswegen war das bestimmt nicht mein letztes Buch der Autorin und ich bin mir fast sicher nun auch ein neues Lieblingsgenre gefunden zu haben – dann aber bitte ohne Soldaten. 😛

Broschiert: 450 Seiten

Verlag: Lyx; Auflage: 1 (12. Januar 2012)

ISBN Nummer: 978-3802585999

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Über die Autorin kann man sich auf dieser Homepage eine kurze Biografie durchlesen:

http://www.tameraalexander.com/bio.html

Zum Inhalt:

Für ihre Zuneigung zu dem sehr ansehnlichen Larson hat Kathryn ihr reiches Elternhaus in Boston verlassen, um gemeinsam mit ihm eine Ranch in Colorado zu bewirtschaften. Ihre Ehe steht zur Zeit allerdings an einem Tiefpunkt, denn die nächste Rate für den hohen Kredit ist bald fällig und die Begleichung der Schulden macht ihnen große Schwierigkeiten. Außerdem zieht sich Larson immer mehr von seiner Frau zurück, da er in seinem Stolz, Kathryn nicht den Lebensstandard zu ermöglichen, den sie so gut kennt, gekränkt ist. Er ist ein leidenschaftlicher Mann voller Narben, die seine schlimme Kindheit auf seinen Rücken gezeichnet hat und die damaligen Erlebnisse hindern ihn daran, sein Herz für Kathryn zu öffnen.
Das fehlende Vertrauen nagt an der schönen Viehwirtin und als Larson bei einem Schneegestöber zu einem Geschäftstermin verschwindet und auch Monate danach nicht zurückkehrt, steht sie vor der schwierigen Aufgabe, das geliebte Land zu retten und gleichzeitig für das Kind zu sorgen, welches in ihr seit Kurzem heranwächst.

Larson ist jedoch nicht tot und findet zufällig am Tag seiner offiziellen Beerdigung in die Stadt zurück – allerdings als Fremder, der nur knapp dem Feuertod entkommen ist und sich ihr ohne seine wahre Identität zu zeigen, versucht zu beweisen, dass er durch die schrecklichen Qualen neugeboren wurde, mit einer unbändigen Dankbarkeit und unerschütterlichen Glauben an eine höhere Macht. Wird Kathryn ihren Mann noch lieben können?

Meine Meinung:

Ich gehe zwar nicht regelmäßig in die Kirche und mein Glaube an Gott leitet mich bei Weitem nicht so, wie es die Protagonisten von Tamara Alexander vorgeben, doch die christlichen Elemente haben mich dennoch tief berührt!
Die Geschichte zeigt, dass die Menschen schon immer besonders in schwierigen Zeiten ihren Glauben gefunden haben, um sich an etwas festzuhalten, wenn alles andere schon verloren schien und beweist, dass Gott darüber aber nicht erzürnt, sondern auch diese (Neu-)Gläubigen mit offenen Armen aufnimmt. Die Gebete werden in ihrer Wirkung nicht beschönigt, sondern auch ein herzensguter Mensch wie Kathryn muss sich Christi Unterstützung immer wieder zusprechen und in den scheinbar endlosen Prüfungen einen Sinn erkennen. Für diese Kraft habe ich sie oft bewundert und ich bin mir sicher, dass die umwerfende Ausstrahlung, die ihr von allen Seiten zugesichert wird, damit eng verbunden ist.
Die vereinzelten Bibelzitate drängen sich auch nicht auf und sind in ihrer Aussagekraft gut gewählt, zudem regen sie zum Nachdenken an, was definitiv auch zu dem gesamten Werk zu sagen ist.
Die melancholische Stimmung, sowie die dauerhaften Schuldgefühle von Kathryn und Larson sind an einigen Stellen etwas zu dominant und ich hätte mir da im Gegenzug vielleicht lieber noch die ein oder andere Kirchenszene mit Gesang gewünscht, doch von meinem ersten christlichen Roman wurde ich nicht enttäuscht und ich könnte mir durchaus vorstellen, an einem ruhigen Abend erneut in diese Welt einzutauchen und dadurch ein bisschen Hoffnung zu tanken.
Jede Beziehung geht einmal durch Höhen und Tiefen, doch man sollte die eigenen Gefühle und Wünsche dem Partner erklären, denn ein vernünftiges Gespräch mit Respekt dem anderen gegenüber hilft mehr als Stillschweigen über die Situation und macht, wenn die Zeit abgelaufen ist, nur unglücklich. Nicht jeder bekommt dann eine zweite Chance und das sollte Ansporn genug sein, für ein Leben im Einklang mit den Lieben (und Gott).

Die Bücher aus dem Francke-Verlag sind meiner Meinung für Frauen aus allen Altersklassen gut geeignet und zum Beispiel als Geschenk zur Feier der Konfirmation sehr passend. Nicht religiösen Lesern würde ich aber trotzdem nicht von der Lektüre abraten, denn die Autorin gibt einen guten Einblick in die Gefühlswelt einer Christin und an den Annäherungen der Charaktere, sowie den Intrigen bei dem Kampf um das Land kommen auch sie auf ihre Kosten.

Broschiert: 352 Seiten

Verlag: Francke-Buchhandlung; Auflage: 1., Auflage (Juli 2011)

ISBN Nummer: 978-3868272604

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Über den Autor (von amazon.de):

Andreas Eschbach, geboren 1959, studierte Luft- und Raumfahrttechnik und arbeitete zunächst als Softwareentwickler, bevor er sich ausschließlich der Schriftstellerei widmete. Er lebt als freier Schriftsteller mit seiner Frau an der französischen Atlantikküste.

Zum Inhalt:

„Wer die Welt mit Kinderaugen sieht, weiß wie man sie besser machen kann.“

Dieser Satz ist mir beim Überlegen, wie ich am besten mit der Rezension anfangen könnte, eingefallen und ich finde, dass er den Kern der Geschichte sehr gut trifft.
Dafür braucht es natürlich eine Erklärung. 🙂

Hiroshi ist ein aufgeweckter, kleiner Junge, der mit seiner Mutter in einem kleinen Apartment mitten in Tokio wohnt und in seiner Freizeit am liebsten an kaputten Radios o.ä. herum bastelt. Die beiden haben nicht viel Geld zur Verfügung und das, obwohl seine Mutter viel arbeitet und sie sparsam mit dem Verdienst haushalten. Sie repräsentieren die typischen Japaner, wie wir Europäer sie uns vorstellen – genügsam und immer freundlich.
Charlotte hingegen hat als Botschaftertochter keinerlei Geldsorgen und ihre Eltern würde ihr jeden materiellen Wunsch sofort erfüllen. Die Einsamkeit, die das von der Außenwelt weitestgehend abgeschottete Mädchen fühlt, können sich dadurch aber nicht lindern.
Die Sehnsucht nach gleichaltrigen Spielkameraden ist es wohl, die Charlotte und Hiroshi durch einen Zufall Freunde werden lässt und um den offensichtlichen Standesunterschied kümmern sich die Kinder keineswegs, doch Hiroshi ist sich dem trotzdem bewusst und erzählt Charlotte von einer Idee, die die Welt in ihren Grundsätzen verändern würde – er will alle Menschen reich machen und jeder soll nur noch die Arbeit verrichten, die ihm Spaß macht.
Ich habe genauso verwirrt reagiert wie Charlotte, denn wie soll dieser Wunsch je in Erfüllung gehen und warum sollte ausgerechnet ein kleiner japanischer Junge die Lösung für alle Probleme parat haben?
Hiroshi schweigt über seinen Plan und wird erst viele Jahre später erneut darauf zu sprechen kommen. Es ist ein Plan, der ebenso einfach wie genial ist und welchen nur ein unerschrockenes Kind mit Fantasie und Durchhaltevermögen umsetzen kann.

Meine Meinung:

Ich finde es ziemlich schwer zu beschreiben, was mir an dem Buch gut gefallen hat, ohne zu viel zu verraten und damit für zukünftige Leser die Spannung zu trüben, deswegen werde ich versuchen mich ziemlich vage zu halten.

Die erste Hälfte des Romans ist durch die notwendige Vorgeschichte der beiden Protagonisten teilweise etwas in die Länge gezogen, und durch den Fokus auf die zarte Knospe der Liebe zwischen den beiden vergehen viele Seiten ohne dass ich gewusst hätte, in welche Richtung uns der Autor eigentlich führen will. Andreas Eschbachs Wortgewandtheit und die Liebe zum Detail machen das Lesen aber auch in diesen eher ereignislosen Passagen zu einem Vergnügen und der Schreibstil alleine wäre schon eine Buchempfehlung wert.
Die schwierigsten Überlegungen bezüglich Hiroshis Roboter-Experimenten werden dem Leser mit Leichtigkeit vermittelt und ich möchte von mir sagen, dass ich ein Technik-Loser bin und dennoch nicht den Überblick verloren habe. 😉
Der Autor verarbeitet auch so viele andere Themen in „Herr aller Dinge“, wenn auch meist nur in  Ansätzen, wovon man bei einigen auch merkt, dass es das persönliche Bedürfnis des Autors war diese zu nennen und damit auf Missstände aufmerksam zu machen, wie z.B. die Ausbeutung von Kindern in Nähereien in asiatischen Regionen zum Vorteil der westlichen Welt. Außerdem ziehen sich scheinbar zufällige Begegnungen, die nur durch das Schicksal bedingt stattfinden können, wie ein roter Faden durch das ganze Buch und bilden so einen wunderschönen Rahmen um den sehr von Science Fiction geprägten Inhalt.

Der französische Botschafter in Tokio wird eines Tages urplötzlich versetzt und damit muss Charlotte natürlich ihrem Vater folgen und das Schicksal trennt die beiden auf unbestimmte Zeit.
Doch was wäre es für eine Geschichte, die so kurz am Anfang schon alle Hoffnung auf ein Happy End der beiden zunichte gemacht hätte?
Ihre Lebensläufe entwickeln sich zwar grundverschieden, dennoch meint es das Universum gut mit ihnen und sie finden auf überraschende Weise immer wieder zusammen.

Hiroshi studierte zwischenzeitlich am MIT und ist ziemlich geschickt bei der Entwicklung neuester Technologien, die auch in Fachkreisen großen Zuspruch finden. Doch mit dem Erfolg kommen natürlich auch die Neider; diese lässt der fleißige Student aber links liegen und konzentriert sich vollkommen auf seine Aufgabe.
In den Bereich der Paläoanthropologie hat es dagegen Charlotte verschlagen, die in Harvard eine umschwärmte Person ist. Ihre fantastische Gabe, mithilfe von Berührungen von Gegenständen die Geschichte der Dinge zu spüren, hat sie in diese Richtung verschlagen, denn zu gerne würde sie den unumstößlichen Beweis für eine frühe menschliche Zivilisation weit vor unserer Zeit erbringen.

Die Handlung ist geschickt aufgebaut und nimmt mit einem unglücklichen Unfall auf einer Expedition zu einer Polarinsel in russischen Gefilden eine dramatische Wendung. Spätestens da kann man sich den Gedanken an Aliens und ihrer möglichen Existenz schwer entziehen.
Der Showdown wartet dann mit einer Verfolgungsjagd der Extraklasse auf uns und entschädigt für die Längen der ersten Hälfte. Ich konnte nur noch atemlos die Seiten verschlingen, denn „die Wahrheit ist irgendwo da draußen…“, doch sind wir überhaupt bereit für sie?

Abschließend kann ich sagen, dass ich einen ganz anderen Roman erwartet habe und ich mich mit dem Wissen über den hohen Anteil an Science Fiction Elementen wahrscheinlich gegen das Buch entschieden hätte, doch „Herr aller Dinge“ bietet so viel mehr und kann auch Menschen begeistern, die um Star Wars, Aliens & Co eher einen Bogen machen.

Gebundene Ausgabe: 688 Seiten

Verlag: Bastei Lübbe (Lübbe Hardcover); Auflage: 2 (8. Dezember 2011)

ISBN Nummer: 978-3785724293

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Über die Autorinn (von amazon.de):

Jennifer Donnelly wuchs im Staat New York auf. Ihr erster Roman »Die Teerose« gewann allein in Deutschland über hunderttausend Leserinnen. Nach »Das Licht des Nordens«, das vielfach preisgekrönt und zu einem der bestverkauften Jugendbücher Englands wurde, legte sie mit »Die Winterrose« ihren zweiten großen historischen Roman vor. Jennifer Donnelly, deren Familie aus Schottland stammt, lebt mit ihrem Mann und Sohn in Brooklyn.

Zum Inhalt:

Die Revolution ist die erfolgreiche Anstrengung, eine schlechte Regierung loszuwerden und eine schlechtere zu errichten.“ (Oscar Wilde)

Kein Zitat beschreibt das Geschehen im Frankreich des 18. Jahrhunderts besser! Das Volk ist unzufrieden mit der Politik von König Ludwig XVI., der die Steuereinnahmen mit vollen Händen für sein eigenes Vergnügen ausgibt, während in Paris die Kinder auf der Straße verhungern. Die Französische Revolution mit ihrem Leitspruch „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“ will diese Missstände abschaffen und den König stürzen, doch all ihre Bemühungen enden damit, dass sich Napoleon Bonaparte zum Kaiser krönt und die Hoffnungen der Bürger zerschlug.
In den schweren Zeit geht eine Person aber beinahe unter – Louis Charles, Sohn des Königs und Marie Antoinette, sowie rechtmäßiger Thronerbe.
Jennifer Donnelly widmet in „Das Blut der Lilie“ diesem tragischen Charakter ein Buch, welches das Herz berührt und zeigt, wie weit ein Mädchen bereit ist für die Liebe zu einem Königssohn zu gehen.

Die junge Alexandrine stammt aus einer armen Familie und durch einen Zufall wird sie das Kindermädchen für den kleinen Prinzen, der ein wenig Aufmunterung gut vertragen könnte. Er wächst dem Mädchen, das davon träumt einmal eine berühmte Schauspielerin zu werden, so sehr ans Herz, dass sie unter Aufopferung ihres Lebens in seiner späteres Gefangenschaft seine geliebten Feuerwerke in den Nachthimmel schickt, damit er sich nicht so alleine fühlt.
Ihre berührende Geschichte schreibt sie in einem Tagebuch nieder, welches sie in ihrem Gitarrenkoffer in den Katakomben von Paris versteckt und darauf wartet mittlerweile schon 200 Jahre darauf, gefunden zu werden..

Andi hat nach dem Tod ihres Bruders Truman jeglichen Lebenswunsch aufgegeben und quält sich durch den Tag. Ihr einziger Hoffnungsschimmer ist die Musik, die sie aus ihrem dunklen Loch befreien kann, doch ihre Abschlussarbeit rückt immer näher und sie hat nicht mal einen Entwurf eingereicht. Als ihr Vater sie spontan besucht, ist er schockiert von ihrem depressiven Zustand und ihrer Mutter geht es auch nicht besser, sodass er das Mädchen kurzerhand mit nach Paris nimmt.

Meine Meinung:

Es dürfte niemanden überraschen, dass Andi diejenige ist, die Alexandrines Erbe entdeckt und völlig versunken in die Berichte der Vergangenheit eintaucht.
Auch mich hat die Reise in das 18.Jahrhundert fasziniert und ich hätte am liebsten nur die Tagebucheinträge gelesen, da Andis Leben mich zu Beginn sehr deprimiert hat und die Autorin ihre Verzweiflung mit einer Intensität dargestellt hat, die niemanden unberührt lassen kann.
Gleichzeitig gibt ihr das Schicksal des eingesperrten Prinzen einen regelrechten Aufschwung und sie arbeitet eifrig an ihrem Essay über (den fiktiven) Amade Malherbeau, der die Musikwelt mit seinen gewagten Stücken in ihren Grundsätzen veränderte.

Die Musik bzw. die Kunst spielt generell eine große Rolle in diesem Roman, denn nicht nur Andi hilft sie aus ihrer Lethargie, sondern ihre Mutter findet in der Malerei einen Halt und Alexandrine bestritt mit kleinen Darbietungen von Shakespeare ihren Lebensunterhalt. Durch diese kleinen Details und ein umfangreiches Wissen zu verschiedenen Bereichen der Musik, wie Klassik, Rock und Jazz hat die Autorin mich begeistern können und obwohl Malherbeau nicht existierte, wurde er fast lebendig und die Begeisterung der Protagonistin für sein Feuerwerkskonzert hat mich regelrecht mitgerissen. Die Revolution wird mit all ihren Schrecken, Opfern und Lichtblicken realitätsnah durchleuchtet und gibt eine perfekte Zusammenfassung über die Ereignisse, sodass dieser Roman durchaus auch als Schullektüre geeignet wäre und mit dem schönen Schreibstil auch Deutschlehrer zufrieden machen wird. 🙂

Von „Der Teerose“ habe ich schon viele positive Rezensionen gelesen und deshalb habe ich das Buch mit einer gewissen Erwartungshaltung gekauft, doch diese wurden regelrecht übertroffen und das Ende wartet dann sogar noch mit einem temporeichen Überraschung auf die Leser, wodurch die Autorin eine optimale Mischung aus ruhigen Passagen mit der Frage, ob das Leben überhaupt noch einen Sinn macht, wenn man einen geliebten Menschen verloren hat, Mitgefühl, Freundschaft, die keine Worte braucht und den hektischen bzw. dramatischen Abenteuern der seelenverwandten Mädchen geschaffen hat.

Lassen sie sich von Jennifer Donnelly entführen und freuen sie sich über einen besonderen Schatz in ihrem Bücherregal.

Gebundene Ausgabe: 448 Seiten

Verlag: Pendo (Februar 2011)

ISBN Nummer: 978-3866122888

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Für die Lovelybooks Lesechallenge im Januar wurde dieses Buch ausgewählt, doch leider konnte es mich nicht überzeugen..

Über die Autorin (von amazon.de):

Val McDermid wurde 1955 in Kirkcaldy im schottischen Fife geboren und wuchs dort in einer Bergarbeiterfamilie auf. Nach der Schulzeit begann sie, als erste aus ihrer Familie überhaupt, ein Studium: Englische Literatur am St. Hilda’s College in Oxford. Nach Jahren als Literaturdozentin und als Journalistin bei namhaften Zeitungen lebt sie heute als freie Autorin in Manchester und in einem kleinen Dorf an der englischen Nordseeküste. Sie gilt als eine der interessantesten Autorinnen im Spannungsgenre und ist außerdem als Krimikritikerin der BBC, der Times, des Express und der Krimi-Website Tangled Web sowie als Jurymitglied mehrerer Krimipreise eine zentrale Figur in der britischen Krimiszene. Ihre Kriminalromane und Thriller sind weltweit in mehr als 25 Sprachen übersetzt. Für ihr Lebenswerk erhielt sie 2010 die angesehenste Auszeichnung, die es in Großbritannien für Kriminalromane gibt: den Diamond Dagger der britischen Crime Writers‘ Association.

Zum Inhalt:

Das Leben ist manchmal wie eine Achterbahn und Charlie Flint muss gerade eine Talfahrt durchstehen, die die leidenschaftliche Profilerin eine Menge Kraft und Nerven kostet, denn ihr guter Ruf ist durch eine falsche Verurteilung, welche sie zum Teil verursacht hat, beschmutzt worden und der Tod von vier Frauen wird ihr zugeschrieben.
Zuhause kann sie aber auch nicht abschalten, denn seitdem sie Lisa Kent getroffen hat, zweifelt sie an ihrer Liebe zu ihrer Partnerin, mit der sie das verflixte 7.Jahr bestehen muss. Die geheimnisvolle Lisa spielt mit der suspendierten Gerichtspsychiaterin und der Reiz des Unbekannten wird immer stärker, zumal sie die Ermittlungen in einem heiklen Freundschaftsdienst immer wieder nach Oxford zu eben jener führen..

Bei dem Freundschaftsdienst handelt es sich um Nachforschungen für ihre ehemalige College-Dozentin Corinna, dessen Tochter Magda, für die Charlie in ihrer Studienzeit als Babysitterin aufpasste, neuerdings lesbisch ist und sich als Partnerin ausgerechnet eine toughe Geschäftsfrau ausgesucht hat, deren Weg einige Leichen pflastern und sterben musste immer jemand, der Jay bei ihrer Karriere im Weg war – kann das ein Zufall sein?

Charlie hat aus Aussätzige natürlich nicht mehr annähernd die Rechte und Möglichkeiten, um der vermeintlichen Mörderin auf die Schliche zu kommen und so beginnt die Handlung eher ruhig, indem sie ehemalige Kollegen und Bekannte befragt. Die mutmaßlichen Morde erweisen sich aber als ziemlich wasserdicht und lediglich der Verdacht schwebt permanent im Raum, da die Befragungen aber in einer Sackgasse verlaufen, holt Charlie sich Hilfe bei Nick, einem befreundeten Kollegen, und gemeinsam finden sie endlich erste Anhaltspunkte.

Meine Meinung:

Die Geschichte mit der schier aussichtslosen Suche nach Beweisen, die vor über 15 Jahren nicht mal von der Polizei entdeckt wurden, zieht sich ziemlich in die Länge und verläuft auf einem eher mittelmäßigen Niveau, das mich nicht überzeugen konnte.
Die unglaublichen Anschuldigen von Corinna wären ein Skandal und einige Kapitel widmen sich der Beschuldigten selbst, die gerade an ihrer zweiten Biographie arbeitet und unter anderem furchtbare Kindheitserinnerungen offenbart. Außerdem spricht sie die tragischen Todesfälle an, ohne dabei aber zu viele Informationen preiszugeben, sodass der geneigte Leser schnell auf die Fährte der Autorin aufspringen möchte. Aufmerksame Hobbyermittler werden aber spätestens nach der Hälfte eine eigene Spur verfolgen!

Der Kriminalfall konnte mich nicht nur aus diesem Grund nicht fesseln und das Finale wirkte etwas zu konstruiert, wodurch ich das Buch etwas enttäuscht zur Seite lege.
Ein großes Augenmerk legt die Autorin nämlich auch auf die Homosexualität der Personen, da sie sich auch im Privaten für ihre Gleichstellung einsetzt und selbst mit einer Frau eine Partnerschaft führt. In „Alle Rache will Ewigkeit“ gibt es daher einen überdurchschnittlichen Prozentsatz an lesbischen Frauen, die in ihrem Gefühlswirrwarr stark in den Mittelpunkt gerückt werden und den Kriminalfall erdrücken. Es ist schön, dass die Autorin für dieses immer noch schwierige und zu oft totgeschwiegene Thema anprangert, doch für meinen Geschmack wurde dem Leser ihre Sicht der Dinge beinahe aufgedrängt und jede Person, die auf ein Coming Out nicht mit Jubelschreien reagierte, wie die streng katholischen Eltern der Witwe Magda, als böse Menschen dargestellt. Es war zwar interessant zu sehen, mit welchen Problemen Lesben im 21. Jahrhundert zu kämpfen haben, doch nach einer Weile haben mich die wiederkehrenden Anmerkungen dazu genervt und durch ein übertriebenes schwarz-weiß Muster (lesbisch = gut, hetero = schlecht) konnte ich mich auch nicht direkt mit einer der Frauen identifizieren oder anfreunden. Nur Maria, Charlies Partnerin, war mir in dem Zusammenhang am sympathischsten, da sie sich mit ihrer Sexualität nicht aufdrängte und als Ruhepol fungierte.
Ein bisschen weniger moralischer Zeigefinger und dafür mehr Spannung hätten dem Buch gut getan! Zum Nachdenken regt das Buch aber allemal an, obwohl ich denke, dass in Deutschland die Menschen etwas offener zur Homosexualität stehen und den „alten“ Freunden nicht automatisch den Rücken zukehren, aber darüber müsste man sich mit Betroffenen unterhalten..

Taschenbuch: 576 Seiten

Verlag: Knaur TB (20. Dezember 2011)

ISBN Nummer: 978-3426509937

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Über die Autorin (von amazon.de):

Mila Lippke, Jahrgang 1972, studierte Theater-, Film- und Fernsehwissenschaften. Heute arbeitet sie als Fernsehautorin in Köln. Das Herzstück ihrer Wohnung ist der antike Schreibtisch an dem sie ihre erfolgreichen Unterhaltungsromane und ihre historischen Krimis schreibt.

Zum Inhalt:

Erinnerungen sind etwas schönes und begleiten uns ein Leben lang. Sie können mit den Gedanken an eine geliebte Person oder an vergangene Zeiten an traumhaften Orte uns Kraft spenden oder auch das genaue Gegenteil tun und uns in ein tiefes Loch stürzen.

Die Protagonistin aus Mila Lippkes Roman „Morgen bist du auch noch da“ kennt die ungeheure Kraft der Erinnerungen sehr genau.
Ihre Kindheit ist geprägt von einem schwierigen Verhältnis zu ihrer Mutter, die jegliche Nähe verweigerte und auch sonst kaum liebe Worte für die eigene Tochter finden konnte. Da ist es nicht verwunderlich, dass Lio mit der ersehnten Volljährigkeit ihre Koffer packt und in das ferne Berlin flüchtet. Dort trifft sie die Punkerin Tetra und gemeinsam durchleben sie eine Jugend, die von Partys, Spaß und Jungs dominiert wird.
Heute ist Lio 42 Jahre alt und immer noch mit Tetra befreundet. Sie sind Künstlerinnen geworden und in ihrem Schaffen aber doch sehr verschieden.
Lios großer Tag ist gekommen und sie kann endlich die Eröffnung ihrer Ausstellung feiern, auf die sie lange hingearbeitet hat – ihre Mutter hat ebenfalls eine Einladung bekommen, doch wird sie ihrer Tochter den Gefallen tun, nach all den Jahren unausgesprochener Gefühle?

Ein weiterer Handlungsstrang spielt in der Vergangenheit – während und nach des Zweiten Weltkrieges. Auf einem Dachboden muss sich ein kleines Mädchen mit fremden Menschen verstecken, die alle eine fremde Sprache sprechen. Nur ihre Mutter gibt ihr Geborgenheit und gemeinsam bewahren sie sich ein Stück ihrer Fröhlichkeit indem sie immer wieder die Namen von Farbschattierungen flüstern und die Zauberwörter ihre Seelen erhellen, in der Hoffnung das dunkle Loch bald verlassen zu können und nicht mehr nur von der Farbprächtigkeit zu träumen. Sie stehen stellvertretend für das Schicksal so vieler Juden, die von den Nazis auf grauenhafte Weise verschleppt und getötet wurden.

Meine Meinung:

Farben spielen eine zentrale Rolle in dem Roman und sie füllen die traurigen Szenen mit Leben und Licht. Außerdem wird gezeigt, dass Erinnerungen nicht nur im Kopf existieren, sondern ebenso in materiellen Dingen, wie z.B. einem Kleidungsstück weiterleben können. Eine zerbrochene Porzellantasse ist für mich in gewisser Weise zum Sinnbild der vorbelasteten Beziehung zwischen Mutter und Tochter geworden. Man kann sich nicht davon trennen, weil die positiven Erinnerungen zu stark sind und wagt es aber auch nicht dem Schritt zum „Kleben“ zu machen, weil man vielleicht Angst hat, dass der Kleber nicht stark genug ist und der dünne Faden wieder kaputtgeht und noch viel mehr Scherben zur Folge hat.

Im Verlauf der Handlung zeigt sich, dass die Autorin einen sehr tiefgründigen Roman geschrieben hat, der weit über das Klischee der Frauenliteratur wächst. Ich hatte das Gefühl, dass die Autorin uns mit diesem Werk ein Stück von sich selbst überlassen hat, denn aus jeder Zeile spürt man die Wärme und eine fast greifbare emotionale Hand streckt ihre Fühler nach uns aus und umhüllt uns mit ihrer Aura. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Leser von dieser ergreifenden Geschichte nicht berührt werden und spätestens bei der Schlussszene wird vielleicht auch bei der ein oder anderen eine kleine Träne ihren Weg finden.

Um einen kleinen Kritikpunkt komme ich aber leider nicht herum, auch wenn es mir bei der netten Autorin und dem ansonsten sehr gelungenen Roman schwer fällt.
Zu Beginn ist mir die Hauptperson leider überhaupt nicht sympathisch, doch gleichzeitig ist ihre Art eine erfrischende Abwechslung im Buchdschungel, der in diesem Genre sonst nur weibliche Helden und liebenswürdige Hausfrauen hervorbringt. Dennoch richtet sich mein kleiner Wermutstropfen an diesen Punkt.
Die Protagonistin Lio ist sehr provokant, bekennende Feministen und hebt ihre Fahne für die Frauen dieser Welt. Dieser Punkt an sich ist natürlich noch keiner Kritik würdig, doch diese Einstellung wird allzu deutlich in ihre Kunst projiziert, indem sie mit Figuren des weiblichen Geschlechtsteils aus Fell und Plüsch zum Nachdenken anregen will und dabei aber für meinen Geschmack etwas über das Ziel hinausschießt. Im weiteren Verlauf wird ihre Vorliebe für den weiblichen Körper noch deutlicher und ich kann mich nicht erinnern in einem anderen Roman so oft das Wort „Vagina“ gelesen zu haben (außer in Sachliteratur). Man kann mich nun natürlich verklemmt nennen, doch mir hat es einfach nicht gefallen und ohne diesen Charakterzug von Lio hätte ich das Buch genauso glaubwürdig gefunden!

Nichtsdestotrotz bekommt dieser Roman meine vollste Leseempfehlung, weil er einfach eine tolle Mischung bietet und hinter dem schlichten Cover so viel mehr steckt, als ein schnöder Frauenroman.
Eine Mutter wird immer eine Mutter bleiben, egal was auch geschieht und ich finde, dass Mila Lippke eine wunderbare Lobeshymne für die Mütter dieser Welt geschrieben hat und „Morgen bist du auch noch“ ein prima Geschenk zum Muttertag wäre. 🙂

Taschenbuch: 352 Seiten

Verlag: Ullstein Taschenbuch (9. Dezember 2011)

ISBN Nummer: 978-3548283494

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