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Archive for Dezember 2011

Über die Autorin (von amazon.de):

Die gebürtige Münchnerin Beate Maxian verbrachte ihre Jugend in Bayern und im arabischen Raum, bevor sie sich in Österreich niederließ und sich verschiedenen Projekten im Film-, Medien- und Event-Bereich widmete. Neben der Kinderliteratur gilt die Leidenschaft der zweifachen Mutter dem Kriminalroman und sie hat bereits erfolgreich mehrere in Österreich angesiedelte Krimis veröffentlicht. Beate Maxian war Jury-Mitglied beim Friedrich-Glauser-Preis 2008 und ist nun Organisatorin der Glauser-Jury in der Sparte Roman. Des Weiteren ist sie Initiatorin und Organisatorin des ersten österreichischen Krimifestivals: Krimi Literatur Festival.at

Zum Inhalt:

Als Journalistin beim „Wiener Boten“ ist in Sarahs Leben weitestgehend Ruhe einkehrt, denn seit sie ihre wöchentliche Kolumne zum Thema Aberglauben schreibt, läuft die Arbeit richtig rund und vergessen sind die schlimmen Ereignisse, die sie mit ihrer verstorbenen Kollegin erlebt hat.

Eine Postkarte mit dem Sprichwort „Ob es Unglück bringt, wenn dir eine schwarze Katze über den Weg läuft, hängt alleine davon ab, ob du ein Mensch oder eine Maus bist!“ bringt allerdings etwas ins Rollen, wovon Sarah eigentlich dachte, dass sie niemals dem Sog verfallen wird, doch ihre Neugierde siegt und wenig später befindet sie sich in einem mörderischen Geheimnis zwischen Bestechungen, Lügen und hilflosen Opfern.

Meine Meinung:

„Die Tote vom Naschmarkt“ hat mich besonders wegen der wichtigen Bedeutung der Symbolik gefesselt, da mich diese unterschwelligen Botschaften, die nur von ausgewählten Kreisen verstanden werden, faszinieren. Dank der sympathischen Protagonistin, die auf ihre Glücksbringer-Ohrringe schwört, und ihrer freundschaftlichen Zusammenarbeit mit der Polizei bekommt die Handlung eine sehr persönliche Seite und wir Leser sind daher nicht verdammt, nur unbeteiligt bei den Ermittlungen der Spurensicherung und im Obduktionssaal zuzuschauen, sondern können auf einer Ebene mit den Beteiligten miträtseln, was mir sehr gut gefallen hat!

Einige Perspektiven- oder Szenenwechsel waren mir allerdings zu sprunghaft, da hätte der Übergang gerne ein wenig „weicher“ sein können, doch fairerweise muss ich sagen, dass es dadurch niemals zu unnötigen Längen kam und so die Spannung nicht abbrach.

Die Überführung des Täters ist beim aufmerksamen Lesen gar nicht so schwierig, doch die Autorin hat das Ende überraschend gut verpackt und deshalb habe ich mich nicht gelangweilt, sondern gespannt auf das Zusammenlegen der letzten Puzzleteile gewartet. 🙂

Für einen „Wien Krimi“ kamen mir aber die liebenswürdigen oder auch speziellen Eigenarten der Österreicher zu kurz, die einem Regionalkrimi doch erst den richtigen Charme geben. Ebenso fehlten mir die Beschreibungen der leckeren österreichischen Gerichte oder auch Wiener Wahrzeichen, die von einer Wahl-Österreicherin bestimmt noch intensiver wahrgenommen werden, als von dort Geborenen. Wobei ich sehr glücklich darüber bin, dass die Autorin auf Dialoge im typischen Dialekt verzichtet hat, da ich damit Probleme habe und sie den Leserhythmus ins Stock gebracht hätten.

Trotz kleiner Kritikpunkte hat mir der Krimi gut gefallen und immerhin habe ich in innerhalb von zwei Tagen verschlungen, was ja meistens für ein Buch spricht und deshalb warte ich gespannt darauf, was das Schicksal noch für Sarah bereit hält.

Taschenbuch: 352 Seiten

Verlag: Goldmann Verlag (19. Dezember 2011)

ISBN Nummer: 978-3442475841

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Unerwartete Post..

Ich habe ganz überraschend Post vom Rowohlt Verlag bekommen und der Inhalt des Umschlags hat mich schon sehr neugierig gemacht, sodass ich die Neuigkeiten nicht für mich behalten kann. 🙂

Zum Vorschein kam eine sehr elegante Karte mit dem Verweis auf eine Internet-Seite und niedliche Engelsflügel, die nun einen Ehrenplatz in meinem Regal gefunden haben. 😀

Unter Egeln

In 10 Tagen wird nämlich von dem Verlag das „Jahr der Engel“ eingeläutet und damit einher gehen vier tolle Neuerscheinungen.

Auf  http://www.unter-engeln.de/ kann man sich schon mit einem netten Trailer darauf einstimmen!

Die Bücher heißen übrigens:

– „Halo“ von Alexandra Adornetto

– „Unearthly – Dunkle Flammen“ von Cynthia Hand

– „Schattenblüte – Die Wächter“ von Nora Melling

und „Angel Eyes – Im Bann der Dunkelheit“ von Lisa Desrochers

Die Inhaltsangaben klingen alle interessant und Engel sind auch eine klasse Abwechslung zu Vampiren & Co, von daher freue ich mich schon auf das, was auf uns wartet.

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Als großer Thriller-Fan konnte ich es kaum erwarten „Torso“ zu lesen, denn die Inhaltsangabe hat mich sofort angesprochen und auch das Cover ging mir durch seinen hohen Widererkennungswert nicht mehr aus dem Kopf.

Leider hätte ich mich vorher einmal über den Autor informieren müssen, denn Wolfram Fleischhauer ist bekannt für seine literarisch anspruchsvollen Romane, da konnte ich mit meinem Wunsch durch spannende Lesestunden dem Alltag zu entfliehen nur enttäuscht werden, denn der Autor stößt uns direkt in den bitteren Alltag aus Lug und Betrug und fordert unsere ungeteilte Aufmerksamkeit.

Über den Autor (von amazon.de):

Wolfram Fleischhauer, geboren 1961 in Karlsruhe, ist einer der wenigen deutschen Autoren, denen es gelingt, Anspruch und Spannung für ein großes Publikum zu verbinden. Nach vier Romanen über die Künste („Die Purpurlinie“, „Die Frau mit den Regenhänden“, „Drei Minuten mit der Wirklichkeit“, „Das Buch, in dem die Welt verschwand“), dem Familienroman „Die Inderin“ und dem Universitätsroman „Der gestohlene Abend“ ist „Torso“ sein erster literarischer Thriller.

Zum Inhalt:

Die Berliner Polizei wird zu einem grausigen Torso Fund in ein Hochhaus gerufen und dort stockt den Ermittlern der Atem, denn so etwas haben sie noch nicht gesehen. Auf dem Haupt einer Frauenleiche wurde ein Ziegenkopf drapiert, doch nirgendwo gibt es eine Erklärung für diese makabere Inszenierung. Kommissar Zollanger und sein Team stehen vor einem Rätsel.

Ein Rätsel muss auch Elin lösen, denn sie glaubt nicht an den Selbstmord ihres Bruders Eric, doch Polizei und Staatsanwaltschaft haben den Fall zu den Akten gelegt und wollen von ihren Vermutungen nichts wissen. Da macht sich die junge Frau selbst auf die Suche nach der Wahrheit und findet brisantes Material, das gegen jede Vorstellungskraft spricht.

Meine Meinung:

Bis hierhin klingt die Handlung sehr vielversprechend und die Beschreibungen der Fundorte, sowie die ersten Ermittlungen machen neugierig auf diesen scheinbar verrückten Täter, der seine drastische Meinung auf so entsetzliche Art Ausdruck verleiht.

Zu meinem Bedauern wird nun aber ein dritter Handlungsstrang eingebaut, der sich dem Berliner Bankenskandal widmet und der vom Autor im weiteren Verlauf immer mehr in den Fokus gerückt wird.

Wir dürfen Verhandlung zwischen den obersten Bossen der Finanzebene miterleben und bekommen einen Einblick in den Korruptionsdschungel, der für Interessierte auf diesem Gebiet bestimmt spannend und unterhaltsam ist – für mich aber den komplett gegenteiligen Effekt erzielt: nämlich Langeweile.

Ich war sehr versucht, diese Passagen einfach zu überblättern, hatte dann aber die Befürchtung, dadurch dem Inhalt weniger folgen zu können und habe mich durch die Geschäftstermine von Herrn Zieten & Co gequält.

Zur Verteidigung von Herrn Fleischhauer muss ich sagen, dass etwas später die Grundlagen noch einmal für Laien erklärt wurden und ich so die Ausmaße der Intrigen auch begreifen konnte und mit Schrecken die immensen Summen realisierte, mit denen so leichtfertig gespielt wird.

Zusätzlich zu diesem schon umfangreichen Gebiet, erfahren wir noch einiges über das immer noch aktuelle Ost-West-Problem in den Köpfen der Menschen. Bei diesen Szenen hatte ich manchmal das Gefühl, dass der Autor uns seine eigene Meinung etwas aufzwingen wollte. Das ist natürlich nur eine vage Vermutung, aber 20 Jahre nach der Maueröffnung (der Roman spielt 2003) so einen Hass auf West-Berlin seinem Protagonisten anzudichten, finde ich nicht realistisch und begegnet mir als Berlinerin auch nicht.

Warum verarbeitet man so viele unterschiedliche Themen auf 426 Seiten?

Der Mordfall schwebt zwar immer über allem, wird aber von dem Bankenskandal sehr in den Hintergrund gedrängt. Hätte ich das vor dem Kauf des Buches gewusst, wäre es nicht in mein Regal gewandert. Ein bisschen weniger politische und sozialkritische Einschübe hätten mir besser gefallen und so ist die Genre Einteilung in Thriller für mich nicht direkt erkenntlich.

Außerdem blieben die Charaktere für mich nicht greifbar, da wir von ihrem Gefühlsleben nur wenig erfahren und es mir schwer fiel Sympathien für diejenigen aufzubauen, die auf der „guten“ Seite standen aber dennoch nur leere, kalte Hüllen blieben.

Zum Schluss wollte ich natürlich trotzdem wissen, welche Auflösung uns der Autor für Zollanger und Elin bietet und wurde dann sogar für einen eher schwachen Mittelteil entschädigt.

Täter-Motiv und Täter sind gut durchdacht und ergeben ein logisches Gesamtbild, wodurch ich es auch nicht bereue mich durch die zähen Kapitel gekämpft zu haben!

Für Liebhaber von hoher Literatur ist Wolfram Fleischhauer genau die richtige Wahl, denn sein Schreibstil ist sehr anspruchsvoll und zugleich angenehm zu lesen. Er scheut sich nicht unangenehme Sachverhalte anzusprechen und sein Wissen und die ausführliche Recherche zu diesen brisanten Themen sind beeindruckend!

„Torso“ wird aber wahrscheinlich mein erster und letzter Roman des Autors bleiben, weil ich bei einem Buch entspannen und es mich gut unterhalten soll. Nichtsdestotrotz regt der Inhalt zum Nachdenken an und wäre eine gute Grundlage für eine Diskussion.

Gebundene Ausgabe: 432 Seiten

Verlag: Droemer (4. Oktober 2011)

ISBN Nummer: 978-3426198537

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Wie auch bei den Vorgängern rund um Kommissar Dühnfort bildet auch bei Inge Löhnigs neuestem Werk der schon fast philosophische Titel mit dem einprägsamen Cover eine tolle Einheit!

Die Autorin widmet sich hierbei dem Thema der Schuld und jeden von uns plagen wahrscheinlich in irgendeiner Weise Schuldgefühle, doch die Opfer eines rachsüchtigen Mörders haben alle etwas viel schlimmeres gemeinsam: sie sind am Tod eines Menschen beteiligt gewesen, doch wurden von der Justiz freigesprochen. Wie unschuldig sind die Personen wirklich und wer hat es sich zur Aufgabe gemacht ihre Taten zu sühnen?

Über die Autorin (von amazon.de):

Schon Inge Löhnigs erster Kriminalroman um Kommissar Konstantin Dühnfort, Der Sünde Sold, hat bei Kritikern und Lesern Begeisterungsstürme ausgelöst: „Meisterhafte Erzählkunst“ schrieb die Süddeutsche Zeitung, auf krimi-couch.de wurde der Roman als „einer der besten aus 2008“ gelobt. Inge Löhnig wohnt mit ihrer Familie in der Nähe von München.

Zum Inhalt:

Die junge Bogenbauerin Sanne lebt zurückgezogen von der Welt in ihrer beschaulichen Hütte und verbringt die Zeit nur mit dem heimatlosen „Herr Kater“, denn nach den schrecklichen Ereignissen vor sechs Jahren ist jeder Tag eine Qual für sie. Der kleine Ludwig, um den sie sich als Babysitterin kümmerte, stürzte von seinem Hochbett und verstarb in seinem Kinderzimmer, doch Sanne kann sich nicht mehr an die entscheidenden Sekunden erinnern und lebt seitdem mit den Schuldgefühlen, dass sie auf den Jungen nicht gut genug aufgepasst hat.

Eugen Voigt ist ein Alptraum von einem Nachbarn, denn sein liebstes Hobby ist das Fotografieren und Anzeigen von Verkehrssündern, die seine Einbahnstraße regelwidrig durchqueren. Seine letzten Beobachtungen sind aber um einiges dramatischer, schließlich wird der Architekt Flade direkt vor seinem Fenster überfahren. Eugen zögert und beschließt, dass es an der Zeit wäre sein trostloses Frührentner-Dasein ein wenig interessanter zu gestalten.

Tino Dühnfort hingegen ist von Frühlingsgefühlen regelrecht berauscht, denn das heimliche Glück mit seiner Kollegin und Partnerin Gina verläuft fantastisch! Einziger Schatten über ihrer Liebe ist die schon bald zu fällende Entscheidung bezüglich ihrer beruflichen Lage, denn ein Paar in der gleichen Abteilung darf es nicht geben.

Meine Meinung:

Der Einstieg in die Geschichte gelingt wie gewohnt mühelos und ich habe mich in München sofort wieder heimisch gefühlt, wie bei einer Reise zu einem alten Bekannten. Tinos gute Laune springt auf den Leser über und es war schön zu sehen, dass er in seinem Leben etwas ruhiger und gelassener geworden ist – selbst die Entlassung von Helmbichler, einem Verurteilten, der Rache geschworen hat, kann seine Laune nicht trüben.

Dafür übernimmt nun hingegen Alois eine größere Rolle im Geschehen, denn nachdem ihm eine wichtige Fortbildung zu Gunsten von Gina verweigert wurde, dürfen wir mehr von seinem Privatleben und seinen Gedanken erfahren. Von den Fehlern der Vergangenheit angespornt will er dieses Mal alles richtig machen und läuft zur Höchstform auf!

Im gewohnten Stil begleiten wir die Ermittlungen, die sich als ziemlich schleppend erweisen, da die Suche nach potentiellen Opfern bis in das Jahr 2006 zurückverfolgt werden muss und es kaum Anhaltspunkte zu dem mutmaßlichen Täter gibt. Der wohl wichtigste Zeuge Eugen Voigt taucht zudem plötzlich unter – oder ist er vielleicht sogar verschwunden?

Mit „Schuld währt ewig“ ist es der Autorin erneut gelungen mich auf viele falsche Fährten zu locken und so war ich überrascht und schockiert zugleich. Zum ersten, weil erst kurz vor dem Schluss der Täter enttarnt wurde und zweitens, da der Grund für den schrecklichen Racheplan mich einfach nur kopfschüttelnd zurücklässt über so viel Ignoranz gegenüber der Wahrheit und dem kleinen Wort Schicksal, vor dem wir alle nicht geschützt werden können.

Mir sind Inge Löhnig und Tino Dühnfort als deutsche Krimi-Autorin und Ermittler mit menschlichen Schwächen sehr ans Herz gewachsen und ich freue mich sehr auf ein baldiges Wiedersehen mit ihnen im fünften und hoffentlich noch lange nicht letzten Band dieser Reihe!

Taschenbuch: 448 Seiten

Verlag: List Taschenbuch (10. November 2011)

ISBN Nummer: 978-3548610696

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Über die Autorin:

Stephanie Fey wurde 1967 in Starnberg geboren. Nach einer Ausbildung zur Grafik-Designerin arbeitet sie als Illustratorin, Autorin und Malerin. Sie wohnt mit ihrer Familie am Starnberger See.

Zum Inhalt:

Carina Kyreleis hat einen Beruf, dem wahrlich nicht jeder gewachsen wäre, denn sie umgibt sich täglich mit Leichen, die fast bis zur Unkenntlichkeit entstellt wurden, oder bei denen der Verwesungsprozess weit vorangeschritten ist. Diese Toten wurden Opfer von Verbrechen und Carina hilft dank der Gesichtrekonstruktion, sie für die Polizei und die Hinterbliebenen für einige letzte Stunden wieder lebendig zu machen.

Die Rechtmedizinerin liebt ihren Job und sie ist erst seit Kurzem wieder in München gelandet, doch das Angebot von Professor Paula Feininger war zu verlockend, um es einfach abzulehnen. Zudem waren die letzten Ereignisse in ihrer alten Wahlheimat Mexiko alles andere als erfreulich und da fiel ihr der Abschied von dem Land nicht sonderlich schwer.

Der hektische deutsche Alltag holt die junge Frau aber schneller wieder ein, als ihr lieb ist. Denn nicht nur, dass ihre chaotische Schwester Wanda den ersehnten Wohnungsschlüssel verlegt hat, so legt ihr Vater sich mächtig ins Zeug, die verlorene Zeit mit seiner ältesten Tochter mit seinem unverbesserlichen Beschützerinstinkt, der beinahe in Kontrollzwang übergeht, zu kompensieren und als die erste Leiche auf einem Spielplatz entdeckt wird, geht der Stress erst so richtig los.

Meine Meinung:

Der Einstieg mit dem Prolog und dem ersten Kapitel wird einem Thriller definitv gerecht, denn wir sind sozusagen live dabei, wie “Romeo” an seinem Opfer seine kranke Phantasie austobt und sind sofort gefesselt von diesem rasanten Thriller-Debüt.

Wir hören fast täglich von schrecklichen Taten, die manche Menschen wehrlosen Opfern antun, doch was „Romeo“ angeht, verkörpert er einen Mann, der in den schlimmsten Albträumen sein Unwesen treibt. Zuerst freundet er sich mit seinen weiblichen Opfern an, um dann deren Geischter zu entfernen und für sich zu konservieren. Die Beschreibungen bewegen sich auf einem schmalen Grad zwischen purem Ekel und der Faszination für diese grausige Tat. Die Autorin hat eine sehr bildliche Ausdrucksweise , wobei sich mir teilweise die Nackenhaare aufstellten, ich aber zu keinem Zeitpunkt das Bedürfnis hatte eine Szene auszulassen, wie ich es bei manch anderen Autoren erlebt habe, die sich einzig auf diesen Faktor konzentriert haben. Für schwache Nerven ist dieser Thriller dennoch nicht zu empfehlen, aber genau das macht den Reiz von „Die Gesichtslosen“ aus!

Verknüpft wird die Handlung mit einem Erzählstrang aus der Vergangenheit, um das Jahr 1986. Rosa arbeitet im Westen für das Innenministerium und hat sich in den DDR-Spion Felix verliebt, für den sie nun fast täglich ihren Job aufs Spiel setzt, um für ihn brisante Dokumente zu kopieren. Diesen Rückblick in eine eher düstere Zeit von Deutschland habe ich eigentlich gleich zu Beginn mit wenig Interesse verfolgt, da ich die DDR und den Mauerfall nicht erlebt und daher nicht ganz so viel Bezug dazu habe. Dennoch musste ich diese Einstellung kurz darauf revidieren, denn das meist trockene Thema wird hier von einer (für mich) neuen Seite beleuchtet, die selbst mich “Geschichtsmuffel” gespannt folgen ließ. Felix ist nämlich nicht nur ein einfacher Spion, sondern gehört zu einem großen Netz von Romeo-Agenten, die gezielt den Kontakt zu Frauen suchten, um an Informationen zu gelangen. Rosa ahnt davon nichts und wird schon bald merken, dass es ein Fehler war, so blauäugig einem Unbekannten zu vertrauen.

Der Schreibstil ist außergewöhnlich gut und die Autorin schafft es, dank perfekt dosierte Kapitel in jedem der Handlungsstränge die Spannung durchgehend auf einem hohen Niveau zu halten. Fragt man sich nun, wie diese doch sehr unterschiedlichen Personen mit ihren persönlichen Schicksalen zusammengeführt werden, so kann ich nur verraten, dass Stephanie Fey sich ein grandioses Finale ausgedacht hat, das wohl niemand vorher im Ganzen überschauen kann und somit bis zum Schluss für eine Überraschung gut ist!

Die intensive Recherche, die ein Thriller auf dem Gebiet der Rechtsmedizin fordert, spürt man beim Lesen ganz genau. Die Szenen, bei denen wir Carina und ihren Kollegen über die Schulter schauen dürfen, spielten sich teilweise sogar vor meinem inneren Auge ab, wodurch von diesen Einblicken ein besonderer Reiz ausging.

Auf den zweiten Teil der Reihe warte ich nun voller Vorfreude, denn es sind noch längst nicht alle Fragen beantwortet! Abschließend kann ich sagen: Vergessen sie alle amerikanischen Rechtmediziner-Romane, denn Stephanie Fey steht dem in nichts nach.

Taschenbuch: 368 Seiten

Verlag: Heyne Verlag (9. November 2011)

ISBN Nummer: 978-3453435865

Hier ist übrigens meine Rezension zu ihrem historischen Roman, der unter einem Pseudonym erschienen ist: https://gurkeliest.wordpress.com/2011/04/25/ich-lese-gerade/ 🙂

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Über die Autorin (von amazon.de):

Kerstin Gier, geb. 1966, schreibt im Lübbe Verlag erfolgreich humorvolle Frauenbücher. Einige ihrer Titel waren monatelang auf den Bestsellerlisten. Die DeLIA-Preisträgerin lebt mit ihrer Familie im Bergischen Land.

Zum Inhalt:

In unserem Leben treffen wir so manche Entscheidung, die wir lieber wieder rückgängig machen würden. Besonders stark ist dieser Wunsch, wenn man die letzten Jahre in einer glücklichen Beziehung gelebt hat, doch nun langsam das Feuer der Leidenschaft erlischt und zudem noch ein anderer Mensch in dein Leben tritt, der nichts lieber täte, als die verloren geglaubten Gefühle wiederzubeleben.

Was tut man dann? Verleugnet man langjähriges Vertrauen und Geborgenheit für den Glanz des Augenblicks oder kämpft man für die Liebe und gibt ihr eine zweite Chance? Ach – wenn man doch nur die Zeit zurückdrehen könnte..

Kati bekommt genau diese Möglichkeit ihr Dilemma zu lösen, denn nach einem missglückten Essen bei den Schwiegereltern stürzt sie durch ein Missgeschick vor die U-Bahn. Doch statt im Himmel, wacht sie in einem Krankenbett auf – fünf Jahre vor ihrem Kennenlernen mit Ehemann Felix und damit gibt es plötzlich genügend Zeit die Zukunft in die richtigen Bahnen zu lenken und mit dem wahren Traummann Pläne zu schmieden.

Kerstin Gier wäre aber nicht meine Lieblingsautorin (bei lustigen Frauenromanen), wenn sich der Protagonistin nicht die ein oder andere Schwierigkeit in den Weg stellen würde.

Meine Meinung:

Kati ist eine Chaotin, die das Herz an der rechten Stelle hat und mit ihrer leicht hysterischen und unsicheren Art von einer Katastrophe in die nächste schlittert, von daher war es nicht schwer sie gern zu haben und vielleicht auch ein Stück von sich selbst in ihr zu finden.

So einfach, wie Kati sich ihr neues Leben vorgestellt hat, entwickelt es sich nämlich keineswegs.

Im Büro wartet immer noch ihre griesgrämige Chefin auf sie und Felix mogelt sich, dank glücklicher Zusammenspiele von Zufall und Schicksal, immer wieder in ihr Leben. Sie hat sich für den aufstrebenden Mathias entschieden, mit Augen zum Dahinschmelzen – doch woher kommt eigentlich die Eifersucht, wenn sie den gutmütigen Felix gemeinsam mit seiner Freundin Lilian einkaufen sieht?

Neben Katis persönlichen Problemen steht die Hochzeit (Insidern nur bekannt als DIE HOCHZEIT ;-)) von ihrer großen Schwester im Mittelpunkt, die vor der Zeitreise ein Fiasko war und die notwendigen Vorbereitungen, sowie Katis aufopferungsvolles Verhalten an dem großen Tag haben mir einige Lach-Tränen beschert!

Wir treffen viele skurrile Personen, die in ihrem Charakter zwar nicht neu waren und trotzdem hervorragend in die Geschichte gepasst und zum Schmunzeln gebracht haben.

Das Cover ist mein persönliches Highlight, denn der Esel ist einfach zum Knuddeln und mit Katis Spitznamen „Eselchen“ haben wir auch eine gute Verbindung zur Handlung, die mir nach dem Klappentext nicht ganz klar war.

Da Kerstin Gier auch weiß, dass wir von ihr nichts anderes als ein Happy End erwarten, darf man sich natürlich auf glückliche Herzen freuen. Leider spürt man den, im Nachwort angesprochenen, Zeitdruck auf den letzten Seiten zu deutlich und hier hätte ich mir ein bisschen mehr Feinschliff gewünscht, damit der lang ersehnte Roman auch einen zufriedenstellenden Abschluss erhält.

Zudem hat es mich erschreckt, wie viele leere Seiten der Verlag in das Buch eingearbeitet hat und frage mich, welchen Zweck diese erfüllen sollen, außer uns Leser unglücklich über verschwendete Seiten zu machen und das Buch voller erscheinen zu lassen. 😦

Broschiert: 288 Seiten

Verlag: Bastei Lübbe (Lübbe Paperback); Auflage: 2 (11. November 2011)

ISBN Nummer: 978-3785760505

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