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Archive for November 2011

Wer hat nicht schon einmal einen Albtraum erlebt, der so realitätsnah und beängstigend war, dass man am nächsten Morgen voller Panik und schweißüberströmt im Bett aufgewacht ist und erleichtert darüber war, dass die Fantasie nur einen Streich gespielt hat? Und wer träumte in der Nacht nicht schon einmal davon, dass er einfach wie ein Vogel über Wiesen und Felder fliegen kann? Das Reich der Träume ist unendlich und jeder hat seine eigenen Erfahrungen gemacht, doch nur die wenigsten können Träume richtig deuten oder sogar den eigenen Traum lenken.

Ralf Isau hat diesem faszinierenden Thema nun ein eigenes Buch gewidmet und nimmt uns mit Leo auf die fantastische Reise nach Illusion, dem Land der ungeträumten Träume.

Über den Autor (von amazon.de):

Ralf Isau wurde 1956 in Berlin geboren. Fantastische Erzählungen begeisterten ihn schon früh, aber sein Interesse für Naturwissenschaft und Technik führte ihn zunächst in die Informatik. Während er in der EDV-Branche arbeitete, schrieb und veröffentlichte er mehrere Romane für Kinder, Jugendliche und Erwachsene, u.a. die mittlerweile legendäre Neschan-Trilogie. 2002 hängte er die Informatik an den Nagel und widmet sich seitdem ganz der Schriftstellerei.

Inzwischen gilt Ralf Isau als einer der großen fantastischen Autoren Deutschlands. Er hat über 30 Bücher veröffentlicht, und seine Werke wurden in fünfzehn Sprachen übersetzt und mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Ralf Isau lebt mit seiner Frau bei Stuttgart.

Zum Inhalt:

Der Protagonist Leo Leonidas ist 15 Jahre alt und eigentlich ein ganz normaler Jugendlicher, wenn da nicht seine spezielle Gabe wäre, als Schlafwandler die verrücktesten Dinge zu tun. Waren seine nächtlichen Ausflüge bis jetzt zwar amüsant, aber unspektakulär, so hat er dieses Mal den Bogen überspannt und ist mit seiner neuesten Errungenschaft – dem kupfernen Wetterhahn des Kirchturms – nicht nur im Visier der Presse, sondern auch der Polizei. Der Anwalt der Familie empfiehlt den Jungen vorübergehend in ärztliche Behandlung zu geben, bis etwas Gras über die Sache gewachsen ist. Nach einem Beratungsgespräch lernen Mutter und Sohn jedoch den Direktor der Traumakademie in Salem kennen und damit ändert sich das Leben von Leo komplett, als dieser ihm eine ganz besondere Begabung attestiert: er ist ein Traumschmied.

Meine Meinung:

Die Handlung nimmt in der Traumakademie rasant an Spannung zu, denn die Schule wird von der fragwürdigen Firma „Your Dream“ unterhalten, an deren Spitze der machthungrige Refi Zul regiert – der seinem Namen, rückwärts gesprochen, alle Ehre macht. Mit Hilfe von Designerträumen lenkt dieser erfolgreich die Traumenergie der Menschen nach Illusion, damit dieses unsichtbar von der Welt im Pazifik existieren kann, was aber zur Folge hat, dass das Land immer mehr zerbricht und damit auch die Erde dem Untergang geweiht ist.

Leo muss mit seinen Freunden Orla und Benno gegen den mächtigsten Traumschmied aller Zeiten antreten – doch die Zeit drängt!

„Das Geheimnis der versteinerten Träume“ ist mein erster Roman von Ralf Isau gewesen und ich muss gestehen, dass ich es schon ein bisschen bereue nicht schon vorher ein Buch von diesem Autor gelesen zu haben!

Da es sich um ein Werk aus dem cbj Verlag handelt und damit in das Genre Jugendbuch fällt, ist der Schreibstil durch relativ kurze und prägnante Sätze geprägt, doch diese überzeugen trotzdem durch ein großes Maß an Ausdrucksstärke und ziehen durch fesselnde Dialoge in den Bann.

Ralf Isau scheint sich eine große Portion Kindheit in seinem Herzen bewahrt zu haben, denn es ist eine wahre Freude die unterschiedlichsten Gestalten im Buch zu entdecken und gleichzeitig in eine völlig neu geschaffene Welt einzutauchen.

Neben der schweren Aufgabe der Jugendlichen stehen noch die Freundschaft und das Vertrauen zueinander im Mittelpunkt, sowie der starke Glaube an die eigene Kraft, denn ohne sie wäre es ein hoffnungsloser Kampf gegen den siegesgewissen Refi Zul.

Die Beschreibungen der Träume bzw. der Übergang in die verschiedenen Phasen waren gut dargestellt und so manches Mal habe ich nur staunend von Seite zu Seite geblättert ohne auf die Zeit zu achten und das ist für einen Autor wohl eines der größten Komplimente. 🙂

Besonders begeistert hat mich der dritte große Schauplatz (neben der Traumakademie und Illsuion) Rapa Nui, die Osterinsel. Mythen aus alten Zeiten finde ich immer besonders spannend wenn sie in Romane mit eingebaut werden und daher waren die Moais (Steinstatuen) für mich das Highlight und passten hervorragend in das Geschehen.

Das Cover ist wunderschön und begeistert noch mehr, wenn man das Buch in den Händen hält, weil das Schloss, der Heißluftballon und der grüne Riesendrache hervorgehoben sind und dadurch glänzen und strahlen. Dadurch bekommt man schon einen guten Einblick in Leos Welt, die Fantasyfreunde jeder Altersklasse begeistern wird!

Gebundene Ausgabe: 480 Seiten

Verlag: cbj (26. September 2011)

ISBN Nummer: 978-3570138335

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Über die Autorin (von amazon.de):

Chevy Stevens ist auf einer Ranch auf Vancouver Island aufgewachsen. Sie arbeitete einige Jahre als Immobilienmaklerin und kam während der einsamen Wartezeiten bei Open-House-Besichtigungen auf die Idee zu ihrem ersten Thriller. Die Autorin lebt mit ihrem Mann auf Vancouver Island vor der kanadischen Westküste und schreibt.

Über die Sprecherin:

Laura Maire wurde durch ihre Hauptrolle in der Fernsehserie Verdammt verliebt, die 2002 in der ARD ausgestrahlt wurde, bekannt. Für ihre Darstellung wurde sie beim Filmfest 2001 mit dem Rising Movie Talent Award ausgezeichnet. Laura Maire hat bereits in vielen Hörbuch- und Hörspielproduktionen mitgewirkt. 2007 wurde sie z. B. mit dem deutschen Hörbuchpreis für das SWR Hörspiel Das Gespenst von Canterville ausgezeichnet.

Zum Inhalt:

Sara ist eigentlich glücklich mit ihrem Leben. Dank der Hilfe ihrer Therapeutin Nadine gelingt es Sara, ihre Panikattacken in den Griff zu bekommen und die Hochzeit mit ihrer großen Liebe steht kurz bevor. Doch der Wunsch nach ihren leiblichen Eltern ist unbeschreiblich groß, vor allem jetzt wo ihre eigene Tochter den sechsten Geburtstag gefeiert hat. So macht sie sich auf die Suche und findet ihre lang ersehnte Mutter; diese will allerdings nichts mit ihr zu tun haben und verbietet jeden weiteren Kontakt. Über so viele Hassgefühle verunsichert und traurig heuert sie einen Privatdetektiv an, der unglaubliches herausfindet – ihr verschollener Vater ist der berühmt berüchtigte „Campsite-Killer“ und tötet nur mehr seit 30 Jahren jeden Sommer Frauen und die Polizei ist vollkommen machtlos.

Meine Meinung:

Laura Maire habe ich aus anderen Hörbüchern schon zu schätzen gelernt und ich bin immer wieder begeistert von ihrem Talent, das geschriebene Wort für uns derart lebendig zu machen!

Obwohl ich den Vorgängerband noch nicht kenne, ist mir die Protagonistin sofort sympathisch gewesen, weil sie eben keine perfekte Hausfrau und Mutter ist, sondern eine Person mit Eigenarten, die sie so echt und glaubwürdig machen.

Scheinbar mühelos fühlt sie die Sprecherin in die verängstigte Sara ein, die, getrieben zwischen ihrem Beschützerinstinkt für ihre Tochter Ally und dem Versprechen der Polizei, bei ihren Ermittlungen zu helfen, immer wieder die Beherrschung verliert.

Gekonnt wechselt Laura Maire die Betonungen und ruft damit den Anschein hervor, als hätten wir es nicht nur mit einer Sprecherin, sondern mit einem ganzen Team zu tun! Herzzerreißend erweckt sie die kleine Ally zum Leben oder versprüht die Bitterkeit und Wut des belogenen Serienmörders.

Man spürt als Hörer regelrecht die Stärke der Protagonistin und wird in den Strudel der Gefühle hineingezogen aus dem man sich nicht mehr befreien kann.

Langeweile hat bei Chevy Stevens keine Chance und obwohl man zu Beginn denken könnte, dass die Handlung etwas vorhersehbar sei, musste ich beim großen Finale gebannt lauschen, denn die Autorin hatte noch eine grausige Überraschung für Sara und uns Hörer parat.

Dieses Hörbuch ist auf jeden Fall mein absolutes Monats-Highlight und der Vorgänger „Still Missing- Kein Entkommen“, der ebenfalls im Argon-Verlag als Hörbuch erschienen ist, steht ganz oben auf meiner Wunschliste!

Doch für schwache Nerven hat Chevy Stevens kein Erbarmen, darum lassen sie lieber das Licht an, bevor sie vor lauter Nervenkitzel nicht mehr schlafen können – denn der Campsite-Killer kommt näher!

Vielen Dank an den Argon-Verlag für das spannende Rezensionsexemplar!

Verlag: Argon Verlag

6 CDs

ISBN Nummer: 978-3839811269

 

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Eine Affäre ist in der heutigen Zeit mehr denn je ein beliebter Zeitvertreib und immer mehr Frauen und Männer suchen bei einem anderen Partner für ein paar Stunden oder Minuten die erfüllende Zweisamkeit – ohne Pflichten und ehelichen Dispute. Dabei wissen die meisten gar nicht, was sie durch ihr unüberlegtes Handeln aufs Spiel setzen oder wollen es in den Hotelbetten dieser Welt für einem Moment schlichtweg verdrängen.

So auch die Protagonistin aus Anne Enrights neuestem Roman „Anatomie einer Affäre“.

Über die Autorin (von amazon.de):

Anne Enright wurde 1962 in Dublin geboren und lebt heute im irischen Bray, County Wicklow. Die vielfach ausgezeichnete Autorin zählt zu den bedeutendsten englischsprachigen Schriftstellern der Gegenwart. Ihr Roman „Das Familientreffen“ (DVA 2008) wurde unter anderem mit dem renommierten Booker-Preis belohnt, ist in gut dreißig Sprachen übersetzt und weltweit ein Bestseller. „Anatomie einer Affäre“ ist ihr fünfter Roman.

Zum Inhalt:

Gina, die glücklich verheiratet ist und einen guten Job hat, macht bei einer Feier ihrer Schwester Bekanntschaft mit dem charmanten Sean, zu dem sie sich unweigerlich hingezogen fühlt – ein Augenkontakt im Garten stellt den Beginn von etwas völlig Neuem dar.

Auch Sean ist verheiratet, doch das Produkt dieser Ehe ist die kleine Evie, die durch ihre unregelmäßigen Krampfanfälle allgegenwärtig und für Gina zu Beginn der Affäre doch unsichtbar ist.

Aus sporadischen Treffen entwickelt sich tatsächlich ein festes Bündnis zwischen den beiden und schließlich verbringen sie sogar viel Zeit in Ginas Elternhaus gemeinsam, doch nicht nur die betrogenen Ehepartner leiden darunter, sondern auch Seans Tochter und so steht die wichtigste Frage eines jeden Elternteils über der Affäre, nämlich wie weit man für das eigene Glück gehen kann, wenn das Kind darunter leidet.

Meine Meinung:

Das Thema Untreue haben schon viele Autoren in ihre Geschichten eingebaut und mit einer großen Portion Dramatik den finalen Moment des Erwischtwerdens angeprangert, doch Anne Enright verzichtet auf diese überspitzt dargestellten Gefühle und stellt die Problematik etwas nüchterner und realistischer dar, die dank der Ich-Perspektive greifbar und echt wirkt.

Dabei ist der Titel volles Programm und die Affäre wird mit ihren Anfängen und Stolpersteinen aufgebaut, wobei ganz alltägliche Probleme, wie die Kontaktaufnahme zu dem Liebsten mehr beleuchtet wird, als unnötige Sex-Szenen, was ich als sehr positiv empfunden habe.

Der Schreibstil ist außergewöhnlich und wird natürlich von Ginas Gedanken dominiert, die immer wieder die Erzählungen unterbrechen.

Dass der Fokus auf die schwierige seelische Verfassung von Evie gelegt wird, lässt über der Geschichte teilweise einen sehr melancholischen Schleier schweben und ich musste mich nicht nur einmal fragen, wie sehr das Bedürfnis zu einem anderen Mann das Leben bestimmen kann, wo doch Zuhause ein liebender Ehemann auf die Rückkehr wartet oder was für Gedanken einen Familienvater antreiben, wenn er das Hotelzimmer für die Mittagspause mit der Arbeitskollegin bucht.

Dieses selbstsüchtige Verhalten der Handelnden kann ich auch nach der Lektüre nicht nachvollziehen und ich denke, dass jede/e der/die überlegt sich in solch ein „Abenteuer“ zu stürzen dieses Buch unbedingt lesen sollte, damit auch mal an die Menschen gedacht wird, die man hinter den Bettlaken zurücklässt.

Anne Enright schafft es die moralischen Frage, die bei einer Affäre mitschwingen im richtigen Ton anzusprechen, ohne den berühmten „erhobenen Zeigefinger“ und rüttelt durch die traurigen Augen von Evie möglicherweise einige Menschen auf!

Meine persönlichen Schwachpunkte sind allerdings das offene Ende und die fehlenden Gefühle der Protagonistin, mit der ich durch ihre egoistischen Entscheidungen leider keine Sympathie aufbauen konnte. Da ich gerne gewusst hätte, wie sich das Leben der Beteiligten entwickelt und auch an einigen Stellen die Gefühle von Sean interessant gefunden hätte, kann ich diesem Roman nur gute 3,5 Sterne vergeben und werde den Inhalt bestimmt trotzdem nicht so schnell vergessen.

Vielen Dank an den DVA-Verlag für das Rezensionsexemplar!

Gebundene Ausgabe: 320 Seiten

Verlag: Deutsche Verlags-Anstalt (7. November 2011)

ISBN Nummer: 978-3421045409

 

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Düfte begleiten uns täglich im Leben und werden von uns entweder nur subtil wahrgenommen, da sie still und heimlich durch die Luft gleiten, oder sie ziehen uns in ihrer Intensität oder Ausdrucksstärke in den Bann und lassen uns nicht mehr los, sodass bei diesem Geruch nun ein bestimmtes Ereignis, eine besondere Person oder einfach nur ein gutes oder schlechtes Gefühl damit einher schwingt. Genauso vielseitig wie die Düfte in der Welt sind, so sind auch die Geschichte in „betörend!“ – jede einzigartig und mit den unterschiedlichsten Assoziationen gespickt.

Stories & Friends – der Verlag, der sich auf Kurzgeschichten spezialisiert hat – bietet uns fünfundzwanzig Erzählungen, die mal sehr realitätsnah und damit den Leser direkt ansprechen können oder etwas abstrakter und fantasievoller sind und uns so die Möglichkeit geben in ausgefallene Duftkreationen fallen zu lassen und Gerüche vielleicht auch ein Stück intensiver wahrnehmen zu können.

Unterteilt sind diese zusätzlich noch in fünf Unterkategorien und vor jeder neuen Einteilung wartet eine schöne gezeichnete Blume, die die Liebe zum Detail der Autoren und Autorinnen ebenso widerspiegelt, wie den Ursprung der Parfums – nämlich dem Duft der Natur, mit all ihren farbenprächtigen Vertretern.

Das Schöne an dem Buch ist auch, dass es eine Sammlung aus nahezu allen Genres in sich vereint und daher zwar nicht jede Geschichte den Geschmack eines jeden Lesers treffen wird, aber die Abwechslung ganz erfrischend ist und keine Langeweile aufkommt. Denn von einem Alchemistin aus dem Mittelalter, über einen pubertierenden Jungen mit Liebeskummer und einem ehrgeizigen Abenteurer ist wirklich alles dabei.

Wichtig ist bei „betörend!“ nur, dass man die Geschichten wohldosiert liest, da sonst der Zauber verfliegt und man nur die Kopfnote wahrnimmt, aber nicht mehr empfänglich für die Herz- oder Basisnote ist und das wäre bei einem guten Parfum genauso fatal, wie bei diesen Kurzgeschichten.

Einer lieben Freundin oder Tanten und Müttern kann man mit dieser Sammlung mit Sicherheit eine Freude machen und sie gemeinsam mit einem schönen Flakon, der gefüllt ist mit einer persönlichen Duftnote verschenken – so kann man Erlerntes aus den Berichten der Parfumeure gleich anwenden. 🙂

Vielen Dank an Karen Grol für das dufte Rezensionsexemplar!

Gebundene Ausgabe: 320 Seiten

Verlag: Stories & Friends; Auflage: 1 (19. September 2011)

ISBN Nummer: 978-3981156096

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Die Lagunenstadt Venedig ist für viele ein perfekter Pilgerort für Verliebte, weil die auf dem Wasser gebaute Stadt mit ihren zahlreichen Brücken eine ganz spezielle Atmosphäre zaubert und selbst William Shakespeare diesem kleinen italienischen Ort mit „Der Kaufmann von Venedig“ ein ganzes Stück gewidmet hat.

Venedig hat aber noch viel mehr zu bieten, denn nicht umsonst ranken sich auch viele düstere Legenden darum und diese Seite zeigt uns Frédéric Lenormand in seinem neuesten Roman „Die venezianische Agentin“.

Zum Inhalt:

Im Dogenpalast herrscht gewaltige Aufruhr, denn während einer wichtigen Abstimmung wurde der Patrizier Zan Pelizzioli hinterhältig erdolcht! Jeder der Anwesenden kommt als Täter in Frage, schließlich ist das Venedig des 18.Jahrhunderts bekannt als ein wahrer Sündenpfuhl an Intrigen, die ein gewisses Risiko mit sich bringen. Der Rote Inquisitor und der Rat wollen diesen schrecklichen Vorfall erst einmal geheim halten und beschließen, die junge Leonora Frascadina aus dem Ursulinenkloster erneut in ihre Reihen zu holen, denn vor einiger Zeit hat sie sich schon einmal als kluge Agentin in ihren Diensten erwiesen. Die junge Frau verlässt nur zu gern die ruhigen Klostermauern und gerät allerdings bei ihren Ermittlungen schon bald selbst in Gefahr und niemals hätte sie gedacht, dass Gedichte einmal der Schlüssel zum Erfolg sein würden.

Meine Meinung:

Der Einstieg in das Buch ist mir leider ungewöhnlich schwer gefallen – auf den ersten Seiten werden nämlich schon reichlich Charaktere eingeführt, die leider auch noch ziemlich ähnliche Namen haben. Ich hätte mir am besten sofort eine Liste mit den Personen anfertigen sollen, damit ich nicht den Überblick verliere und da einige der Herren erst später wieder eine entscheidende Rolle spielen, konnte ich mich kaum noch an sie erinnern bzw. habe sie mit anderen verwechselt. Das und viele italienische Begriffe, die aber nicht immer erklärt wurden, haben das Lesevergnügen etwas getrübt.

Zudem wurde mir die Protagonistin im gesamten Buch nicht sympathisch, sodass ich mit ihr nur bedingt mitfiebern konnte. Leonora ist zwar für eine Frau des 18.Jahrhunderts ungewöhnlich mutig und selbstbestimmt, doch diese Stärke hatte bei mir leider den negativen Effekt, dass sie einen ziemlich selbstbewussten und dadurch arroganten Eindruck auf mich machte. Sie zeigt nur selten eine menschliche oder mädchenhafte Seite an sich und verhält sich gegenüber ihrer Freundin Cornelia oder Familienmitgliedern nicht immer freundlich. Einzig ihr Zynismus war an manchen Stellen amüsant und hat gut in die Situation gepasst.

Zum Glück gab es noch anderer interessante Personen, wie zum Beispiel Leonoras Begleiter Flaminio, der witzig und munter an ihrer Seite auf Verbrecherjagd geht, oder den Räuber Corner, der in seiner derben Art zwar nicht der Liebling der Schwiegermütter werden würde, aber ein toller Gegenspieler zu Leonoras Charakter darstellt.

Der Schreibstil entführt uns gekonnt 300 Jahre in die Vergangenheit und die Beschreibungen der imposanten Bauwerke oder der Kanäle waren sehr malerisch und haben mir einen schönen Einblick in die Stadt der Verliebten gegeben und machen Lust auf eine Reise nach Venezien.

Das Finale ab dem 20.Kapitel nimmt gehörig an Fahrt zu und ließ mich gespannt den Ereignissen folgen, die der Autor ganz geschickt zusammengeführt hat und überrascht mich mit einer Auflösung, die einem Venedig mit all seinen Legenden gerecht wird!

Frédéric Lenormand hat mich in die unbekannte Welt der Dogen entführt, bei der es nicht nur um trockene politische Entscheidungen geht, sondern in der viele die eigenen Ziele mehr im Sinn haben als das Wohl der Region, was auch heute noch Alltag ist, aber damals nicht so schnell zu durchschauen war. 😉

Alles in allem vergebe ich 3,5 Sterne, weil mich einige Kritikpunkte schon gestört haben, aber das Ende bei mir noch deutlich punkten konnte. Eine Fortsetzung mit einer Protagonistin, die etwas sanfter geworden ist, könnte ich mir aber durchaus vorstellen! 🙂

Vielen Dank an den Thiele Verlag für das Rezensionsexemplar!

Gebundene Ausgabe: 360 Seiten

Verlag: Thiele Verlag GmbH (17. August 2011)

ISBN Nummer: 978-3851791662

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Über die Autorin (von amazon.de):

Die Amerikanerin Elizabeth George hatte von Jugend an ein ausgeprägtes Faible für die britische Krimitradition. Psychologische Raffinesse, präziser Spannungsaufbau und ein unfehlbarer Sinn für Dramatik charakterisieren ihre Bücher. Ausgezeichnet mit dem Anthony Award, dem Agatha Award und dem Grand Prix de Litérature Policière. Die Autorin lebt in Huntington Beach/Kalifornien.

Zum Inhalt:

Hannah Armstrong steht vor dem größten Umschwung in ihrem noch jungen Leben, denn gemeinsam mit ihrer Mutter Laurel muss sie aus ihrer Heimat fliehen und weit weg, unter einer neuen Identität, vor ihrem Stiefvater Schutz suchen.

Hannah hat nämlich eine besondere Gabe – sie kann Gedanken lesen und diese Fähigkeit hat sich ihr Stiefvater zum Nutzen gemacht und damit seine Kunden hintergangen, um so ihre Schwächen zu entlarven. Als Hannah aber eines Tages ihre Aud-Box – ein Gerät, dass die Gedanken anderer Menschen mit Rauschen übertönt – nicht eingeschaltet hat, hört sie etwas Unglaubliches – Jeff Corrie, der Mann ihrer Mutter hat einen Menschen getötet und er weiß, dass Hannah Bescheid weiß.

Auf der abgelegenen Insel Whitbey Island soll „Becca King“ sich nun vorübergehend verstecken, bis ihre Mutter alles Nötige für das neue Leben organisiert hat und solange bei einer Freundin Unterschlupf finden. Doch als Becca den Ort erreicht, ist etwas passiert, womit niemand rechnen konnte. Die Freundin ist gestorben und damit ist Becca vollkommen auf sich allein gestellt und gerät durch ein schreckliches Ereignis im Wald nicht nur ins Visier ihrer hasserfüllten Mitschülerin Jenn, sondern auch des Sheriffs und da ist der Weg zu Jeff Corrie nicht mehr weit.

Meine Meinung:

Wie man es von der Autorin nicht anders gewohnt ist, verliert man sich sofort in ihrem flüssigen Schreibstil, der zwar an die Altersklasse angepasst ist, aber mich dennoch sofort begeisterte und mich ohne Probleme einen guten Leserhythmus finden ließ.

Zu Beginn ist es etwas merkwürdig, immer nur einzelne Gedanken der Personen aufzuschnappen, da diese meistens völlig zusammenhanglos sind und gar nicht wirklich zum besseren Verständnis beitragen. Doch mit der Zeit gewöhnt man sich daran und wartet regelrecht darauf, dass Becca ihre Aud-Box ausschaltet, um mehr über ihren Gegenüber zu erfahren.

Die Eigenarten der Jugendlichen werden gut dargestellt und so ziemlich jeder Charakter findet Platz in Georges neuestem Roman, die schon während des ersten Teils teilweise ihr wahres Ich zeigen, aber im Laufe der Reihe bestimmt noch stärker aufblühen werden und ich bin sehr gespannt, wie sich das Schicksal der Personen noch ändern wird.

Es werden auch gesellschaftliche Probleme angesprochen, wie zum Beispiel Vorurteile gegenüber Schulabbrechern, Drogenabhängigen und die bittere Armut mancher Familien – zu diesen Themen im Kontrast stehen zarte verliebte Gefühle und tiefe Freundschaften!

Die Spannung nimmt auf den letzten Seiten noch einmal rasant zu und die Autorin hat mich mit ihren Erklärungen zu den Vorfällen sogar noch richtig überrascht.

Besonders gefallen haben mir die Beschreibungen der Natur und im Speziellen die der Wälder, von denen es auf Whitbey Island reichlich gibt. Ich konnte mir die hügelige Landschaft in den herbstlichen Farben beinahe bildlich vorstellen!

Das Cover gefällt mir jetzt, wo ich den gesamten Inhalt kenne, noch besser, denn die Ereignisse entwickeln sich nicht gerade so, wie Becca es sich erhofft hat und dadurch schwebt wie ein dunkler Schleier das Unheil über der Insel, und die tägliche Angst, von der Polizei oder ihrem Stiefvater entdeckt zu werden. Auch wenn das Mädchen eher die Becca zum Ende des Buches darstellt, da sie zum Schutz vor Wiedererkennung viel Augen Make-up in der Schule aufträgt und von der Figur etwas pummeliger beschrieben wird.                                                                                                                                      Erwähnen möchte ich aber unbedingt noch, dass sich unter dem Schutzumschlag kein langweiliger, einfarbiger Buchdeckel befindet, sondern das Cover darauf zu finden ist, allerdings ohne das Mädchen.

Wer Elizabeth George als Krimi-Autorin schätzen gelernt hat, sollte auch unbedingt ihren Ausflug in das Jugend-Genre nicht verpassen, denn ich habe mich wirklich sehr gut unterhalten gefühlt und fiebere dem zweiten Teil mit großer Vorfreude entgegen – und das liegt nicht nur am gemeinen Cliffhanger. 😉

Gebundene Ausgabe: 448 Seiten

Verlag: INK; Auflage: 1 (4. November 2011)

ISBN Nummer: 978-3863960018

 

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Über den Autor (von amazon.de):

Ransom Riggs wuchs in einem kleinen Fischerdorf im südlichen Florida auf, einer Region, in der sich viele Amerikaner zur Ruhe setzen. Um nicht vor Langeweile zu sterben, begann er, in Musikbands zu spielen und mit seinen Freunden Filme zu drehen. Später studierte er in Ohio und Los Angeles Literatur und Filmproduktion. Ransom Riggs dreht heute Werbefilme für Firmen wie Absolut Vodka und Nissan und arbeitet als Drehbuchautor, Journalist und Fotograf.

Zum Inhalt:

Jakob liebt die Geschichten, die ihm sein Opa von Kindern mit besonderen Begabungen erzählt. Schauplatz dieser wahrhaft faszinierenden Erzählungen ist eine kleine Insel, wo die Mädchen und Jungen in einem Waisenhaus leben und von einem Vogel vor dem Übel der Welt beschützt werden. Auch Jakobs Opa war dort als Kind Zuhause, als er vor den Nazis aus seiner Heimat floh und noch immer den Kampf gegen schreckliche Monster aufnimmt.
Als er den mittlerweile etwas dementen Grandpa Portmann besuchen will, nachdem dieser am Telefon seiner ängstlichen Fantasie freien Lauf ließ, findet der Enkel seinen geliebten Großvater blutüberströmt im Wald und die letzten Worte des Sterbenden sind die dringende Bitte auf die Insel zu fliehen, damit er dort in Sicherheit ist.
Doch können die Märchen wirklich wahr sein? Und was für ein Geheimnis steckt hinter den alten Fotos, die sein Opa so stolz zeigte, die die Gabe der Kinder dokumentieren sollen und unmögliche Dinge zeigen, z.B. ein schwebendes Mädchen oder einen unsichtbaren Jungen, wo es doch damals noch gar nicht die Möglichkeiten zur geschickten Fotoretusche gab?

Meine Meinung:

Der Pan Verlag hat sich mit den Illustrationen des Romans wirklich große Mühe gegeben, denn das mysteriöse Cover zieht sofort alle Blicke auf sich. Hinzukommt, dass in dem ganzen Buch verteilt zahlreiche dieser schönen Bilder zu finden sind und der Autor im Schlusswort auch versichert, dass nur die wenigsten nachträglich verändert wurden, wodurch die Lektüre eine zauberhafte Atmosphäre aufbaut und man bald selbst zwischen Realität und Fantasie wandert – vollkommen versunken in der Welt von Ransom Riggs.

Der Schreibstil besticht durch eine besondere Art, die mich von der ersten Zeile an Märchenbücher erinnert hat und sich durch die Leichtigkeit des jungen Erzählers sehr flüssig lesen lässt. Die Handlung flacht zu keinem Zeitpunkt ab und Jakobs unglaubliche Reise wird immer wieder mittels geschickter Spannungsmomente lebendig gehalten. An manchen Passagen verdüsterte sich die Atmosphäre so sehr, dass mir kleine Schauer über den Rücken gelaufen sind und man sich selbst fragen muss, wo die Realität aufhört und die Fantasie beginnt.

Dieses Buch bekommt eine absolute Leseempfehlung und es ist eine tolle Möglichkeit, wieder in die Kindheit zurückzukehren, ganz gleich wie alt man ist, denn tief in uns sind wir alle noch Kinder, die mit Hilfe von Ransom Riggs dem Alltagsstress entfliehen können.
Eine Abenteuergeschichte, die Themen wie den Zusammenhalt in einer Freundschaft, Vertrauen und gleichzeitig eine spannende Gruselgeschichte ist, findet man nur selten, doch hiermit ist wieder einmal bewiesen, dass es auf dem vollen Buchmarkt auch wahre Diamanten gibt, die aus der Masse hervorstechen.

Ich könnte mir auch gut eine Fortsetzung von und mit den Kindern vorstellen, denn nach „Die Insel der besonderen Kinder“ bin ich einfach nur gespannt, was Ransom Riggs noch für wunderbare Werke vollbringt und bin sehr froh, dank vorablesen einen so talentierten Schriftsteller kennen gelernt zu haben!

Gebundene Ausgabe: 416 Seiten

Verlag: PAN (2. November 2011)

ISBN Nummer: 978-3426283684

 

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Als ich das Hörbuch zu „Plötzlich Shakespeare“ in einer Buchhandlung in den Händen hielt, konnte ich nicht widerstehen und musste zuschlagen, denn ich habe schon so viele begeisterte Rezensionen zu David Safiers Büchern gelesen, dass ich mich nun einmal selbst davon überzeugen wollte.

Über den Autor (von amazon.de):

David Safier, geb. 1966 wurde bekannt durch die Drehbücher zu den Hits „Berlin, Berlin“, „Nikola“, „Mein Leben und Ich“ und „Zwei Engel für Amor“. Er wurde ausgezeichnet u.a. mit dem Grimme-Preis, dem Deutschen Fernsehpreis und dem Emmy, dem amerikanischen Fernseh-Oscar. David Safier lebt und arbeitet in Bremen.

Über die Sprecher (von amazon.de):

Anneke Kim Sarnau (geboren 1972) ist eine deutsche Theater- und Filmschauspielerin mit großer Krimierfahrung. Als Kommissarin „Katrin König“ ermittelt sie regelmäßig im Rostocker Polizeiruf 110, daneben wirkt sie in verschiedenen Tatort-Folgen mit. Sarnau wurde bereits mehrfach ausgezeichnet.

Christoph Maria Herbst, geboren 1966 in Wuppertal, verkörpert u. a. die Titelfigur in der Serie „Stromberg“, für die er den Deutschen Fernsehpreis, den Grimme-Preis, den Bayerischen Fernsehpreis und dreimal den Deutschen Comedypreis erhielt, spielte neben diversen Engagements am Theater und als Synchronsprecher („Willkommen bei den Sch’tis“, „Horton hört ein Hu“) in Kinoproduktionen wie „Der Wixxer“, „Hui Buh“, „Hände weg von Mississippi“ und hat als Hörbuchsprecher u.a. die Comedy-Bestseller von Tommy Jaud und Ralf Husmann eingelesen sowie Stefan Zweigs „Schachnovelle“ und Josh Bazells „Schneller als der Tod“. Zuletzt drehte C. M. Herbst, in der Titelrolle als Kommissar, den TV-Film „Kreutzer kommt“.

Zum Inhalt:

Rosa durchlebt gerade eine schwere Zeit. Ihre große Liebe Jan hat sich von ihr getrennt, um nun die schöne und gebildete Olivia zu heiraten, wozu sie Rosa natürlich ganz herzlich einladen. Ihr Job als Lehrerin macht ihr auch keinen Spaß, viel lieber würde sie Musicals schreiben, doch davon hat man ihr dringlichst abgeraten. Die einzige Freude in ihrem Leben sind die Gespräche mit Holgi – ihrem schwulen Freund – und hin und wieder ein Gläschen Ramazotti.

Nach einem anstrengenden Arbeitstag entschließt sie sich dazu, mit einem Arbeitskollegen, der ihr schon eine Weile schöne Augen macht, den Zirkus zu besuchen. Dort macht sie Bekanntschaft mit dem Hypnotiseur Prospero, der einige Erfahrung mit Rückführungen hat und empfiehlt Rosa dies zu tun, damit sie wieder glücklicher sein kann. Das Pendel schwingt und.. sie erwacht im Körper von William Shakespeare, dem größten Meister des geschriebenen Wortes! Stirbt er, während ihre Seele von seinem Körper Besitz ergriffen hat, wird Rosas Seele nie wieder in die Gegenwart zurückkehren.

Meine Meinung:

Anneke Kim Sarnau spricht dabei die weibliche Hauptrolle und ich konnte mich zuerst nicht gut an diese eher „derbe“ Stimme gewöhnen, die für mein Empfinden nicht zu der Rosa passt, die ich mir nach dem Klappentext vorgestellt hatte.

Nach kurzer Zeit musste ich mein Bild von der Protagonistin jedoch ein wenig verändern, denn sie ist keineswegs die typische Frau, die stundenlang mit ihrem Äußeren verbringt und lieb und nett durch ihre heile rosa Welt spaziert. Sie gibt Widerworte und zwar nicht zu knapp, sodass selbst der Wortgewandte Shakespeare teilweise schlucken und sich über seine toughe Wegbegleiterin wundern muss. Die Stimme von Frau Sarnau wurde also sehr gut für den eigenwilligen Charakter ausgewählt!

Von Christoph Maria Herbst war ich sofort begeistert, er ist der geborene Hörbuchsprecher und man spürt regelrecht seine Freude beim Agieren und seine Vielfältigkeit in den Betonungen, angepasst an die jeweilige Situation, die das Hörbuch zu einem wahren Erlebnis machen – Langweile kann hierbei unmöglich aufkommen.

Die Reise in das mittelalterliche Leben von einem begnadeten Schriftsteller bildet einen gelungenen Kontrast zu der modernen Jetzt-Zeit und dieser Zeitsprung findet sich ebenso geschickt in der Sprache wieder.

Die Idee, dass jeder von uns in der Vergangenheit schon einmal gelebt hat und mit Hilfe von Hypnose dorthin zurückkehren kann, finde ich grandios und hätte bestimmt viele begeisterte Nachahmer gefunden!

David Safier hat ein tolles Gespür für die richtigen Worte in den urkomischsten Situationen und gepaart mit zwei sympathischen Protagonistin hat mich mein erster Ausflug in die verrückte Welt des Autors überzeugt! Dabei vermeidet er zu plumpe Wortwitze und verpackt seine Aussagen, die trotz des Humors einen wahren Kern haben, mit viel Charme und ganz viel Lachpotential!

Verlag: Argon Verlag GmbH; Auflage: 1. (autorisierte Lesefassung) (12. April 2010)

4 CDs

ISBN Nummer: 978-3839810163

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