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Archive for Oktober 2011

Über die Autorin (von amazon.de):

Heidrun Hurst, geboren 1966, ist Familienfrau und Autorin und lebt in Kehl am Oberrhein. Sie beschäftigt sich seit vielen Jahren mit der faszinierenden Welt der Wikinger.

Zum Inhalt:

„Das Opfer des Wikingers“ ist die Fortsetzung des ersten Bandes der Wikinger Saga „Der weiße Rabe“ rund um Leif Svensson und seine Familie.

Obwohl ich den ersten Teil nicht gelesen habe, war es überhaupt kein Problem einen guten Einstieg in die Geschichte zu finden, denn die Autorin führt uns behutsam in die raue Welt der Wikinger ein und schon bald erfahren wir, dass es dabei nicht nur um das Überleben oder das Ausrauben von fernen Ländern geht – wie das Klischee es gerne darstellt, sondern um viel mehr und zum großen Teil auch um die wichtige Glaubensfrage zwischen den nordischen Göttern und dem Christentum.

Der Protagonist Leif hat nach seiner Rückkehr in sein Heimatdorf gemeinsam mit seiner Frau Aryana, dem Pfarrer Cuthbert, sowie seiner mürrischen Mutter und Geschwistern ein neues Haus für die ganze Familie erbaut und ist guter Hoffnung, dass ihre Mission, nämlich das Evangelium zu verbreiten, von Erfolg gekrönt ist. Doch leider treten ihnen viele Anfeindungen seitens der Dorfbewohner entgegen und Leifs Vater, der Stammesführer Hakon, ist entsetzt darüber, was aus seinem starken und mutigen Sohn geworden ist – der nun lieber Vergebung und Nächstenliebe, statt Kampf und Rache predigt. Auch der Heilerin Svala sind die Christen ein Dorn im Auge, vor allem weil die junge Aryana ebenso eine Gabe zum Heilen der Menschen hat und sie sich vor der Konkurrenz fürchtet. Ist die Mission von vornherein zum Scheitern verurteilt? Ist die Familie überhaupt in dem eigenen Dorf in Sicherheit – schließlich sind am Horizont die Flaggen der feindlichen Schiffe schon in greifbarer Nähe…?

Meine Meinung:

Der Schreibstil liest sich sehr einfach und flüssig und wenn man erst einmal die Personen richtig zugeordnet hat, fällt es auch nicht schwer der Handlung zu folgen. Man merkt, dass die Autorin viel Arbeit darauf verwendet hat, möglichst genau zu recherchieren, bevor sie die Leser in das kalte und unbeständige Norwegen entführt. Diese kleinen Feinheiten, wie zum Beispiel alte Rituale bei der Schlachtung eines Schweins, oder große Feste, geben einen guten Einblick in eine (für mich) fast vergessene Welt.

Viele verschiedene Charakter, von fies und gemein über hilfsbereit und liebenswert, bieten eine große Palette an Personen um die man bangen oder die man voller Schadenfreude in ihr Verderben rennen sieht.

Das Protagonisten-Ehepaar selbst ist ungemein stur und so kommt es neben den Schwierigkeiten im Dorf auch immer wieder zu privaten Streitereien und manche davon sind so dramatisch, dass beinahe alles verloren scheint.

Nichtsdestotrotz handeln die Personen sehr realistisch und keine Situation wirkte für mich überspitzt oder unglaubwürdig.

Nach dem Lesen des Klappentexts hatte ich teilweise sehr brutale Szenen erwartet, doch diese blieben eher in der Minderheit, dennoch haben die wenigen Momente während des Finales es in sich und ließen mir teilweise den Atem stocken!

Das Ende bietet ein überraschendes und gleichzeitig würdiges Ende für diesen historischen Roman und an Spannung mangelt es im ganzen Buch nicht, dennoch fehlte mir das kleine gewisse Extra, wodurch ich den Roman nicht mehr aus der Hand zu legen vermochte und daher vergebe ich gute vier Sterne für einen interessanten und atmosphärisch guten Wikingerroman! Für überzeugte Christen ist es bestimmt auch spannend zu sehen, wie ihr Glaube den Weg in die Welt gefunden hat und daher bekommt „Das Opfer des Wikingers“ eine Leseempfehlung von mir – für Frauen UND für Männer! 🙂

Broschiert: 332 Seiten

Verlag: Media Kern; Auflage: 1 (6. Mai 2011)

ISBN Nummer: 978-3842923034

 

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Über die Autorin (von amazon.de):

Alida Leimbach, Jahrgang 1964, ist in Lüneburg geboren und in Osnabrück aufgewachsen. Nach einigen Jahren beruflicher Tätigkeit als Übersetzerin in Frankfurt am Main studierte sie noch einmal: evangelische Theologie, Germanistik und Englisch für das Lehramt. Sie ist mit einem Pfarrer verheiratet und lebt mit ihrer Familie in der Nähe von Frankfurt.

Zum Inhalt:

Für Fremde betrachtet macht die kleine Osnabrücker Gemeinde mit dem Pastoren-Ehepaar Heike und Udo Meierbrink wahrscheinlich einen friedlichen und idyllischen Eindruck, doch der Schein trügt gewaltig. Ehebruch, Hass und Intrigen sind an der Tagesordnung und nach einem Streit mit ihrem untreuen Ehemann verlässt Heike Meierbrink überstürzt das gemeinsame Pfarrhaus und ist seitdem spurlos verschwunden! Versucht sie in Dresden bei den Vorbereitungen für den Kirchentag das Durcheinander von Zuhause zu vergessen oder steckt dahinter ein Gewaltverbrechen?

Meine Meinung:

Vor diesem eigentlich doch sehr harmonischen Hintergrund einer Kirchengemeinde schafft Alida Leimbach eine tolle Kulisse für ihren Debütroman „Wintergruft“ .

Der Krimi steht dabei nicht direkt im Vordergrund, denn es geht viel mehr um die menschlichen Beziehungen und all seinen Abgründen, die auch vor Kirchenoberhäuptern nicht halt machen.

Viele kleine Intrigen beleben das eintönige Kirchenleben und zeigen so auf, dass selbst in einem braven Kirchenchor, Menschen mit unchristlichen Gedanken singen können, die nicht das Wohl eines jeden einzelnen wünschen – was natürlich ganz normal ist, aber von Alida Leimbach auf eine sehr sympathische und direkte Art verdeutlicht wird.

Ein klarer Pluspunkt hierbei ist, dass es kein von Blut und Gewalt strotzender Krimi für schwache Nerven ist, sondern er auf andere Art überzeugt – was ja manchmal auch ganz schön ist!

Aus verschiedenen Blickwinkeln zeigt uns die Autorin die Geschehnisse und lässt dabei so unterschiedliche Charaktere wie die hübsche, alleinerziehende Greta oder die freundliche Synodalvorsitzende Sybille zu Wort kommen.

Der Protagonist in der Geschichte ist aber Pastor Udo, der mit dieser ungewohnten Situation komplett überfordert ist. Er gerät schnell in den Fokus der Polizei und auch die christliche Gemeinde, die bei Verstößen gegen die Zehn Gebote (in diesem Falle ganz klar das sechste mit der Botschaft „Du sollst nicht ehebrechen“) zu Moralaposteln fungieren, setzen ihm stark zu.

Ein flüssiger Schreibstil und einige kleine Schmunzler, wie der liebenswürdige Dialekt der angestellten Putzfrau oder manche schräge Eigenarten der Bewohner machen Spaß am Lesen!

Ein kleiner Kritikpunkt wäre vielleicht, dass es ein eher ruhiger Krimi ist, denn die Ermittlungen werden nur kurz angesprochen und fangen auch erst spät im Buch an, doch das hindert uns Leser schließlich nicht daran selbst mitzurätseln.

Eine überschaubare Anzahl an Charakteren führt dazu, dass es auch einen gut einzusehenden Kreis an möglichen Tätern gibt, doch selbst dadurch war für mich das Motiv von eben Jenem überraschend!

Taschenbuch: 470 Seiten

Verlag: Gmeiner; Auflage: 1., Aufl. (11. Juli 2011)

ISBN Nummer: 978-3839212011

 

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Über die Autorin (von amazon.de):

Anke Gröner, geboren 1969, hat Anglistik und Geschichte studiert und anschließend als Texterin in diversen Werbeagenturen gearbeitet. Seit 2008 ist sie als freie Texterin tätig und lebt in Hamburg. Sie gehört zu den bekanntesten deutschen Bloggerinnen.

Zum Inhalt/Meine Meinung:

Als dicker Mensch hat man es nicht leicht im Leben.. Man muss sich auf der Straße die abschätzigen Blicke gefallen lassen, vielleicht das ein oder andere Mal sogar einen fiesen Spruch einstecken, um sich zum krönenden Abschluss des Tages selbst zu hassen und den eigenen Körper mit jedem einzelnen Pfündchen zu verfluchen. Muss das sein? Anke Gröner verneint das mit aller Heftigkeit und ruft zum genauen Gegenteil auf, nämlich: liebe deinen Körper und genieße das Essen!

Die Autorin führt schon eine ganze Weile einen Blog (http://deern.ankegroener.de/blog/) auf dem sie ihr Leben als Leid geplagte in der „schlanken Gesellschaft“ auf die Schippe nimmt.

Sie räumt mit Mythen auf, so zum Beispiel, dass sie als Kind in die Sparte der „Dicken“ eingeordnet wurde, obwohl sie nach heutigem Standard im normalen Bereich gewesen wäre und zeigt damit, wie wahllos der BMI-Index oder andere gut gemeinte Skalen sind, nach denen man sich nach dem Gewicht und sonst nichts identifizieren muss.

Wie wahrscheinlich Jede/r hat auch die Autorin schon unzählige Diäten ausprobiert, um immer wieder mit dem gleichen Ergebnis durch das Leben zu gehen: Der Jojo-Effekt schießt zurück, denn hungern ist unnatürlich und bescheuert – so sieht es unser Körper und so sollten wir es endlich auch sehen! 🙂

Mit Hilfe eines Foodcoaches lernte Anke Gröner die Freude am Kochen und eine unbekannte Lust auf frische Nahrungsmittel – OHNE chemische Inhaltsstoffe. Dabei sagt sie deutlich, dass es ihr dabei nicht um das Abnehmen ging bzw. geht, sondern um eine gesunde Einstellung zum Essen.

Obwohl ich mir selbst (noch?) nicht die Zeit nehme, täglich frisch zu kochen und meine Lebensmittel auch gerne in einem großen Supermarkt einkaufe – statt im Bio-Laden, kann man sich den begeisterten Beschreibungen der Gerichte oder neuen Geschmackserlebnissen nicht entziehen und würde am liebsten sofort selbst die Löffel schwingen.

Mit viel Witz und Selbstironie erzählt sie Anekdoten aus ihrem Leben, die aufrütteln sollen und es auch tun! Denn nach der letzten Seite dachte ich auch: „Warum mache ich mir mein Leben so schwer, nur weil andere aus Frust Kalorien zählen?“.

Man ist nicht automatisch ein schlechter Mensch, wenn man gerne Schokolade isst und der BMI nicht im perfekten Bereich liegt. Eine zufriedene Ausstrahlung hilft dem Körper und der Psyche und macht damit 100% mehr glücklich, als eine missglückte Diät, denn gegen unsere Gene können wir nichts tun und solange die Gesundheit nicht unter dem Übergewicht leidet, sollte man einfach leben!

Danke Anke für dieses wundervoll motivierende und aus dem Herzen einer dickeren Frau für alle Dicken dieser Welt geschriebene Buch!

Broschiert: 240 Seiten

Verlag: Wunderlich (16. September 2011)

ISBN Nummer: 978-3805250337

 

 

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