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Archive for Juli 2011

Zum Inhalt:

Die Erde hat Besuch von Flüchtlingen von dem Planeten Loduun bekommen, da diese von Lokondra tyrannisiert werden, der den Planeten in Angst und Schrecken versetzt. Zu den Flüchtlingen gehören die Kinder Silas, Ariel, Hope, Tony und Luna und die 18 jährigen Finn und Iason. Loduuner haben besondere Kräfte, die je nach Clan und Sinn unterschiedlich sind und sich durch die Farbe ihrer Haut offenbart.

Mia hingegen ist eine Irdin und ein ganz normales Mädchen. Sie ist 17 Jahre alt und muss sich gemeinsam mit ihrer besten Freundin Lena gegen die „Gummihühner“ – allen voran Mirjam – durchsetzten, die Tussis der Schule, die nur „Laserschminken“ im Kopf haben. Die beiden wollen eine Fotoreportage über das Labor von Mirjams Vater drehen, um gegen die dortigen Tierversuchen vorzugehen, doch Lokondra hat seine Helfer überall und so geraten sie in große Gefahr.

Meine Meinung:

Wenn man sich von dem wunderschönen Cover losreißen kann, welches von Maria-Franziska Löhr einfach wunderschön illustriert wurde, liest man den Prolog und ist sofort im Bann von Kim Winters Schreibstil.

Sie entführt uns auf die Erde der Zukunft, die so, wie sie beschrieben wird, tatsächlich einmal wahr werden könnte. Alle Menschen leben auf engsten Raum, da durch die Erderwärmung und dem daraus resultierende Anstieg des Meeresspiegels viel Lebensraum verloren gegangen ist. Die Menschen werden von einer Kuppel überdacht, damit sie nicht von der starken Ozoneinstrahlung krank werden und statt der öffentlichen Verkehrsmittel, wie Bus oder Bahn, gibt es Flugschiffe.

Die Loduuner werden durch eben so ein Flugschiff auch auf die Erde gebracht, wo Mia als Betreuerin mit Frank, Tanja und Bert gemeinsam für ein schnelles Eingewöhnen sorgt und als Kummerkastentante immer ein offenes Ohr für die kleinen Heimatlosen hat.

Die Geschichte entwickelt sich dann nach und nach zu einer Liebesgeschichte zwischen Mia und Iason, der sehr stur und eigensinnig ist und somit die Annäherung der beiden durch Hoch und Tiefs stark erschwert wird – auch da Mia immer mit dem Wissen leben muss, dass er sowieso irgendwann nach Loduun zurückkehren wird.

Für Romantiker und diese, die es werden wollen, ist „Sternenschimmer“ einfach unverzichtbar, da die Autorin uns Leser mit einem gefühlvollen Schreibstil an einigen Stellen, die Luft zum Atmen nimmt, um dann wieder die volle Ladung Glücksgefühle zu zaubern. Die Entwicklung und Probleme der Protagonisten sind sehr glaubhaft dargestellt, und auch, wenn die Geschichte erst Jahre nach uns stattfindet, so kann man sich mit ein wenig Fantasie doch vorstellen, dass unsere Urururenkelkinder so ihr Leben verbringen werden. Besonders die Szenen, in denen Kim Winter sich über die heutige Generation lustig macht, sind charmant und an einigen Stellen regen sie auch zum Nachdenken an. Denn auch wenn „Sternenschimmer“ nur Fiktion ist und uns für einige schöne Lesestunden beschert hat, muss man immer bedenken, dass unser Handeln, das Leben von morgen bestimmt.

Ich freue mich jedenfalls schon sehr auf den Nachfolger und gebe ein klares „Ja“ zum Kauf des ersten Teils.

Gebundene Ausgabe: 576 Seiten

Verlag: Planet Girl; Auflage: 1. (15.Juli.2011)

ISBN Nummer: 978-3522502788

„Sternenschimmer“ habe ich glücklicherweise bei Lies und Lausch gewonnen, vielen Dank nochmals dafür!

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Ich habe lange überlegt, ob ich mir diesen sogenannten Provinzkrimi wirklich kaufen soll, denn nachdem ich eine Leseprobe dazu gelesen hatte, war ich ehrlich gesagt felsenfest davon überzeugt, dass ich mich mit dem Schreibstil in bayerischer Sprachweise niemals würde anfreunden können! Ich habe es dann aber doch getan, weil ich gestehen muss, dass mich die Titel von Rita Falk dann doch zu neugierig gemacht haben und was soll ich sagen? Ich bin begeistert!

Über die Autorin(von vorablesen.de):

Rita Falk, Jahrgang 1964, geboren in Oberammergau, lebt in Landshut, ist Mutter von drei Kindern und verheiratet mit einem Polizeibeamten. „Winterkartoffelknödel“ ist ihr erster Roman. Im hinteren Teil von „Winterkartoffelknödel“ findet sich eine ausführliche Biografie, die von der Autorin selbst verfasst wurde und dem Stil von dem Provinzkrimi treu bleibt!

Zum Inhalt:

Franz Eberhofer ist Kommissar und verlebt ein ruhiges Beamtenleben in Niederkaltenkirchen. Dort lebt er bei seiner Oma, die eine wahre Schnäppchenjägerin ist und zudem die besten Schweinebraten in ganz Bayern (oder der ganzen Welt ;-)) zubereitet. Sein Alltag wird schlagartig unruhiger als die schöne „Ferrari“ das Dorf zu ihrem neuen Wohnort erklärt und damit allen Männern den Kopf verdreht. Zu diesem Gefühlschaos gesellt sich schon bald auch noch ein schwieriger Fall – ein Mordfall, wie Franz vermutet und wird davon von seinen Kollegen nur müde belächelt und zum Psychiater geschickt, denn in Niederkaltenkirchen gibt es kein Verbrechen, oder doch?

Meine Meinung:

In Bezug auf den Schreibstil hatte ich mit meiner Anfangsbefürchtung recht, denn als Berlinerin hatte ich nur ganz selten Kontakt mit der bayerischen Aussprache und den Eigenarten, doch dank Franz‘ sympathischen Charakter und seinem charmanten Wortwitz schaut man darüber gerne hinweg und gewöhnt sich schnell an den südlichen „Slang“. 😉

Obwohl der Krimi nur bedingt als eben solcher durchgeht und die Ermittlungen mehr als schleppend vorangehen, kommt keine Langeweile auf, sondern dadurch, dass ein Wortwitz den nächsten jagt und auch viele Klischees auf ganz bezaubernde und zugleich komische Art eingebaut werden, ist „Winterkartoffelknödel“ ein Leseerlebnis der besonderen Art.

Mein persönliches Interesse galt dem Titel, beziehungsweise wie Rita Falk diesen in die Geschichte mit einbezieht und als des Rätsels Lösung offenbart wurde, musste ich erneut schmunzeln.

Die Autorin schlüpft grandios in den sturköpfigen und liebenswürdigen Polizisten und die Freude, die sie beim Schreiben empfunden haben muss, sprudelt aus jeder Zeile ohne dabei ins Lächerliche oder Unglaubwürdige abzuschweifen. Dörfer wie Niederkaltenkirchen gibt es bestimmt Dutzende in Deutschland und da weiß ich als Großstädter nicht, ob ich lieber dort oder in meinem anonymen Berlin leben möchte, wo nicht jeder gleich alles über jede Kleinigkeit erfährt. Ich habe gerne in das Dorfleben hineingeschnuppert und bin aber froh Rudi, Oma und Co wieder bis zum nächsten „Treffen“ zu verlassen.

Abschließend kann ich noch sagen, dass mich Lesungen normalerweise gar nicht reizen, aber bei diesem kulinarischen Leckerbissen wäre diese wohl das Sahnehäubchen. 🙂 Der Nachfolger „Dampfnudelblues“ steht ganz oben auf meiner Wunschliste und ich freue mich schon sehr auf eine neue Begegnung mit Franz.

Broschiert: 240 Seiten

Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag (1.Oktober.2010)

ISBN Nummer: 978-3423248105

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Thomas Carlyle sagte einst „Die Musik ist die Sprache der Engel“ und dieses Zitat muss auch Jana, die Protagonistin von „Das Lied der Träumerin“, gekannt haben, denn nach dem traurigen Tod ihres Vaters wechselt sie ihren Vornamen in Angelia um und reist nach London – in die Stadt, in der Träume wahr werden.

Über die Autorin (von amazon.de):

Tanya Stewner (Jahrgang 1974) studierte Literaturübersetzen, Englisch und Literaturwissenschaften in Düsseldorf, Wuppertal und London und widmet sich inzwischen ganz der Schriftstellerei. Ihre Kinderbuchreihe „Liliane Susewind” ist ein riesiger Erfolg. Für den ersten Band wurde sie mit dem „Goldenen Bücherpiraten” als beste Nachwuchsautorin ausgezeichnet. Die Autorin lebt und arbeitet in Wuppertal.

Zum Inhalt:

Angelia ist ein wahrer Sonnenschein und jede Zelle ihres Körpers schreit nach guter Laune und dem Wunsch, die eigenen Träume zu verwirklichen.

Sie wendet sich gegen ihre Mutter, Deutschland und ihre sichere Zukunft, um in London eine berühmte Sängerin zu werden – wie einst ihr geliebter Vater es sich erträumt hatte und leider gescheitert ist.

Die Musik ist ihr ständiger Begleiter und ihr MP3-Player immer bereit für jede Situation die passende „Hintergrundmusik“ oder Stimmungslage in Tönen wiederzugeben.

So wird „Don’t stop me now“ von Queens zu dem Motto ihrer Reise und ihres ganzen Lebens.

Sie darf zu zwei Brüdern nach Muswell Hill in ein wunderschönes Haus ziehen und mit Josh, dem fröhlichen Bruder, verbindet sie von der ersten Minute das unsichtbare Band der Träumerei. Jeremy hingegen bleibt lieber auf Abstand und gemeinsam mit seiner Freundin Layla bilden sie das komplette Gegenteil zu Angelia und Josh. Sie trifft in einer Piano Bar einen ehemaligen Kollegen ihres Vaters und lernt mehr über dessen Talent und darüber, wie manchmal alles anders kommt, als man es sich vorstellt. Angelia freundet sich auch mit Alice an, die für mein Empfinden auch Angelias „vernünftige“ Schwester sein könnte.

Meine Meinung:

Mit Angelia bin ich auch nach vier CDs nicht so recht warm geworden, da sie mir schlicht weg zu krampfhaft positiv ist und mir damit an einigen Stellen auch auf die Nerven gegangen ist. Der Zwang mit dem sie jeden davon überzeugen will, dass es sich nur für einen Traum zu leben lohnt und ihren Mut für starke zum Teil unwiderrufliche Änderungen und das respektlose Verhalten gegenüber der Mutter spiegeln schlichtweg nicht meinen Charakter wider. Im Verlauf des Romans wurde sie – auch durch ein paar Schicksalsschläge – etwas realistischer, aber alles in allem würde ich eher Alice oder Josh zu meinen Lieblingspersonen zählen, allerdings ist Angelias Entwicklung am deutlichsten für den Hörer. Gemeinsam mit Jeremy versucht sie das Leben von einer anderen Seite – einer fast gefühllosen, pragmatischen Art – zu sehen und hofft, den Zeitlauf gegen den Tod zu gewinnen.

Empfehlen würde ich den Roman nicht uneingeschränkt, da es durch die vielen Sex-Szenen nicht unbedingt jugendfrei ist und jemand, der gerade durch die verschiedensten Gründe seinen/ihren Traum aufgeben musste und den normalen Arbeitsalltag bewältigen muss, könnte von einigen Aussagen von Angelia in ein depressives Loch fallen und ded Sinn am Leben in Frage stellen.

In jedem Falle würde ich das Hörbuch immer wieder dem Buch vorziehen, weil die gesungenen Passagen von der Autorin selbst ein wahres Highlight beim Hören sind und vor allem „Whatever is me“ es mir angetan hat!

Yvonne Catterfeld liest das Hörbuch mit der nötigen Intensität und bringt alles mit, was eine gute Hörbuchsprecherin ausmacht – Deutlichkeit, das perfekte Lesetempo und die differenzierten Gefühlslagen der Stimme.

Für Musikliebhaber, wie ich es bin, war es toll, das Philosophieren über verschiedene Musiktitel zu verfolgen (auch die „uncoolen“ Beach Boys) und am liebsten wäre man mit ihnen auf die Tanzfläche gesprungen, wenn die Musik ertönt, um das Gefühl am eigenen Leib zu spüren.

Sprachlich gibt es an „Das Lied der Träumerin“ nichts zu kritisieren und manche Formulierungen sind so treffend gewählt, dass es besser nicht geht. Man merkt einfach, dass Tanya Stewner ihr ganzes Herzblut in diese – zum Teil wahre – Geschichte gesteckt hat.

Trotz kleiner Kritikpunkt vergebe ich großartige vier Sterne und bedanke mich für diese musikalische und sehr berührende Reise bei lovelybooks.de & Tanya Stewner. 🙂

Audio CD 4CDs

Verlag: cbj audio (28.März.2011)

ISBN Nummer: 978-3837108491

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Die Glücksfee von Lies und Lausch hat mich für ein Freiexemplar ausgelost und wir haben gemeinsam den achten Fall von Kommissar Lenz gelesen. Ich muss sagen, dass die Cover aus dem Gmeiner Verlag immer wunderschön sind! Ich habe mich sehr darüber gefreut.

Über den Autor (von amazon.de):

Matthias P. Gibert, 1960 in Königstein im Taunus geboren, ist verheiratet und lebt als freier Schriftsteller in Kassel.

Zum Inhalt:

Eine Leiche liegt, von dem ICE fast bis zur Unkenntlichkeit entstellt, auf den Gleisen, die Kassel mit Fulda verbinden und nach kurzer Zeit wird es zur trauriger Gewissheit, dass sich ein Kripobeamter von Paul Lenz und Thilo Hain das Leben genommen hat. Nur zwei Wochen später verliert ein Kollege auf die gleiche Weise sein Leben und Lenz kommen Zweifel an der Selbstmordtheorie auf. Er beginnt Nachforschungen anzustellen und wird dabei von seinem eigenen Chef massiv an seiner Arbeit gehindert.

Der zweite Handlungsstrang befasst sich mit dem aus dem Gefängnis in die Sicherheitsverwahrung übergebenen Bornmann, der nach langer Haft als gehbehinderter und gezeichneter Mann in seine „Freiheit“ zurück kehrt und eine unbändige Wut auf die Justiz hat, doch kann von einem „Krüppel“ wirklich eine Gefahr ausgehen?

Meine Meinung:

Auch wenn es sich bei „Zeitbombe“ um den achten Fall und damit um das achte Buch rund um Lenz handelt, so hatte ich nie das Gefühl als Fremder in die Welt ihm und seinen Kollegen einzutauchen.

Das Cover fesselt vom ersten Hinsehen und durch das Dreidimensionale Layout wirkt die Stahlkette zum Greifen nah und in dem Kontext der Geschichte sogar erdrückend.

Der Autor erklärt jedes wichtige Detail zur Vergangenheit kurz und verständlich, so dass mit den Protagonisten Sympathie fühlen kann und mit ihnen mitfiebert.

Zu Beginn fand ich Lenz in seiner Art nicht gerade liebenswürdig, weil er zum Teil sehr cholerisch und unbeherrscht, speziell gegenüber seinem Kripo-Partner Thilo ist, doch im Laufe der Geschichte hat man auch immer mehr seine sanfte Seite kennen gelernt, bei den wenigen Abenden, die ihm mit seiner Freundin Maria vergönnt sind und dadurch konnte er dann doch einige Pluspunkte sammeln und wenn man bedenkt, welche schwere und nervenaufreibende Arbeit er Tag für Tag bewältigen muss, ist ein Wutausbruch hier und da unter Umständen auch ganz befreiend. 🙂

Den Schreibstil von Matthia P. Gibert finde ich sehr erfrischend, weil er zu keiner Zeit in irgendeiner Form gestellt ist und den rauen Ton bei der Polizei mit charmanten Wortwitz entschärft.

Die Seiten flogen nur so dahin, was natürlich auch an dem spannenden und aktuellen Thema der Sicherungsverwahrung liegt.

Die Frage, wie viel bzw. wie wenig Freiheit einem kaltblütigen Mörder nach seiner Haft zusteht, ist ein heikles Thema und es wird wohl nie eine zufrieden stellende Lösung für alle Beteiligten geben. In „Zeitbombe“ erleben wir einerseits die eintönige Observierung des gehbehinderten Ex-Häftlings auf Seiten der Polizei und andererseits das Leben als Observierter mit all seinen Schikanen und dem ein oder anderen erzwungenen Freiraum, der für mehr Schwierigkeiten sorgt, als die Beteiligten zuerst vermutet hatten.

Das Ende empfand ich als sehr überraschend und auch zwischendurch schafft es Gibert den Krimifan mit einem spannenden Aspekt aus der Medizin, zum Staunen zu bringen und so lässt er mich zufrieden und mit dem Wunsch mehr davon zu lesen, als neuer „Lenz-Fan“ zurück.

Taschenbuch: 367 Seiten

Verlag: Gmeiner; Auflage: 1., Aufl.(11.Juli.2011)

ISBN Nummer: 978-3839212028

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Für die Leserunde auf leserunden.de wurde mir ein Freiexemplar zugeschickt! Vielen Dank dafür! 🙂 Hier kommt meine überaus positive Meinung zu dem historischen Krimi.

Über die Autorin:

Silvia Kaffke, geboren 1962 in Duisburg, studierte Publizistik und Germanistik. Die Autorin lebt in Duisburg-Ruhrort.

Zum Inhalt:

Lina Kaufmeister lebt als unverheiratete und damit unmündige Frau bei ihrem Bruder Georg. Da sie seit ihrer Kindheit ein Hüftleiden hat, hinkt sie sich durch das Leben, doch dieses körperliche Gebrechen wird durch ihre spitze Zunge und den messerscharfen Verstand wettgemacht. Linas Leidenschaft ist das Schneidern und Ändern von Kleidern, wodurch sie bei Familie und Freunden regelmäßig (unentgeltliche) Aufträge annimmt.

Eines Abend muss sie auf dem Nachhauseweg einen grausigen Fund machen, denn zwei Mädchen liegen dort mit aufgeschnittenen Brustkörben auf der Straße. Kommissar Borghoff ist sofort zur Stelle und nimmt die Ermittlungen auf, doch leider behindert der Bürgermeister diese aus Angst um den Ruf des florierenden Ruhrorts und so hält Lina Augen und Ohren auf, um den widerlichen Kindsmörder zu überführen und gerät dabei beinahe selbst in die Fänge des Teufels.

Meine Meinung:

Man lernt viel über das Leben in Deutschland während der industriellen Revolution, die den ersehnten Aufschwung und damit mehr Verdienstmöglichkeiten und bessere Lebensumstände für die Bürger bietet und dadurch aber auch das Zuziehen von vielen neureichen Geschäftsleuten mit teilweise dunklen Vergangenheiten. Durch den großen Zuwachs wird es für die Polizei allerdings auch immer schwieriger, alle Neuankömmlinge einzutragen und so kann sich ein Mörder unerkannt durch die vielen Gassen und Straßen der Ruhrstadt bewegen.

Gleichzeitig werden aber auch die gesellschaftlichen Aspekte gut beleuchtet, denn häusliche Gewalt an Frauen war keine Seltenheit und wird in all ihrer Brutalität aufgezeigt.

Zu guter Letzt finden auch noch einige Liebesgeschichten Platz in dem Werk von Frau Kaffke, so dass für jeden Geschmack etwas dabei ist.

Der Schreibstil ist für einen historischen Roman nicht zu altmodisch und besticht vor allem durch viele dunkel angehauchte Attribute und Adjektive, die des Flair des Schauplatzes und die Angst der Protagonisten greifbar macht.

„Das dunkle Licht des Mondes“ ist mit Abstand der beste historische Roman, den ich seit langem gelesen habe, was vermutlich eindeutig auf die vielen Krimielemente zurückzuführen ist! Der Roman baut eine so dichte, mysteriöse Geschichte auf und liefert dabei noch so viele Facetten, dass es jedem Bücherwurm mit dem Hang zu unvorhersehbaren Inhalten eine Freude ist. Der Nachfolger „Das dunkle Netz der Lügen“ mit den uns bekannten Personen ist am 17.September.2010 erschienen und steht damit weit oben auf meiner Wunschliste.

Taschenbuch: 512 Seiten

Verlag: rororo; Auflage: 3 (2.Januar.2010)

ISBN Nummer: 978-3499248139

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In der Zwischenzeit durfte ich auf lovelybooks. de, gemeinsam mit der Autorin, ihr traumhaft schönes Werk lesen und möchte euch natürlich meine Meinung dazu nicht vorenthalten. So viel vorweg – es ist ein echter Geheimtip!

Über die Autorin (von amazon.de):

Astrid Ruppert hat viele Jahre als Dramaturgin und Autorin fürs Fernsehen gearbeitet, bis sie sich ganz auf das Schreiben konzentrierte. Sie lebt mit Mann und Tochter in Wiesbaden.

Zum Inhalt:

Wann kann man die beste Hochzeitsplanerin der Stadt werden? Natürlich dann, wenn man der Liebe abgeschworen hat und bei dem Wort Hochzeit nur an Organisation und pragmatisch ans Geschäft denkt – so ist Liz.

Liz wird von ihren Kundinnen geliebt, weil sie sich mit dem nötigen Eifer in die Vorbereitungen für jede individuelle Hochzeit stürzt und für jede Lösung ein Problem findet (sofern es nicht um Herzensangelegenheiten geht) – nur sie selbst hat niemanden, mit dem sie das schönste Fest im Leben einer Frau begehen kann..

Annemie gehört umgangssprachlich „zum alten Eisen“ und backt für Liz‘ Kunden die vorzüglichsten Hochzeitstorten und gleicht mit ihren süßen, bunten Verzierungen die neutrale Art von der unromantischen Liz wieder aus. Annemie glaubt nicht an sich selbst, weil ihre Generation von Frau es früher so anerzogen bekommen hat und so ist es für sie eine Horrorvorstellung, als die verletzte Liz sie darum bittet, als Hochzeitsplanerin einzuspringen und dann auch noch bei der wohl schwierigsten Kundin Nina – eine typische „Papatochter“, die alles und immer unter Kontrolle haben möchte..

Meine Meinung:

Wenn man das Buch in den Händen hält, weiß man sofort, dass es sich hier um einen Liebesroman handelt. Das Cover versprüht den Hauch von Frühlingsgefühlen, ohne zu dick aufzutragen. Da das eigentlich nicht mein bevorzugtes Genre ist, habe ich mir die Inhaltsangabe durchgelesen und war sofort hin und weg. Annemie ist die Gutmütigkeit in Person und sortiert (wie ich :-)) ihre Handtücher nach Farben. Wenn alles in der Wohnung an ihrem Platz ist und ein leckerer Kuchen im Ofen bäckt, ist die Welt für sie in Ordnung. In ihr habe ich mich in ihren Eigenarten so oft gefunden, dass es schon fast ein wenig unheimlich war, aber so konnte ich noch besser mitfiebern, als ich es so schon getan hätte. Jahrelang alleine, kämpfen (im weitesten Sinne) nun gleich zwei Junggesellen um ihr Herz.

Liz ist hingegen die Chaosqueen und mit ihrer sympathischen, zum Teil schnippischen Art verzaubert sie den zuständigen Arzt, doch Liz fürchtet, dass sie erneut verletzt werden könnte und geht nicht darauf ein.

Nina hat Pläne, viele Pläne und dazu gehört auch verheiratet zu sein. Sie ist die typische Karrierefrau – tough und kühl, doch als sie kurz vor ihrer Hochzeit steht, bekommt sie doch noch ganz schön wackelige Knie.

Die Entwicklung der drei Frauen ist wunderschön beschrieben und auch, wenn die Handlung etwas vorhersehbar ist, hat es meinem Lesespaß nicht geschadet!

Der Schreibstil ist federleicht und beim Lesen wechselten Freude und Trauer mit den Höhen und Tiefen der Protagonisten. Die Beschreibungen er Pflanzen habe ich besonders schön in Erinnerung, da spürt man die Liebe zum Detail!

„Wenn nicht jetzt, wann dann?“ ist einer der wenigen Romane aus dem Bereich der Frauenliteratur, welcher mein Herz berührt hat, ohne dabei zu kitschig zu sein!

Von Astrid Ruppert würde ich sehr gerne mehr lesen, sofern sie ihrem Stil treu bleibt. 🙂

Am besten ist es wohl, wenn man bei der Lektüre schon eine Backmischung für einen saftigen Schokokuchen und einen heißen Kakao bereitgestellt hat, denn ansonsten kann man dem Drang (der sich zu 100% entwickeln wird) nicht nachgeben und das wäre zu schade. 😉

Gebundene Ausgabe: 400 Seiten

Verlag: Marion von Schröder (11.März.2011)

ISBN Nummer: 978-3547711721

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Jetzt – in den Semesterferien – komme ich endlich wieder dazu, mich meinem Blog zu widmen und hier kommt auch schon die erste (längst überfällige) Rezension.

Über die Autorin (von amazon.de):

Marion Henneberg wurde 1966 in Goslar geboren. Nach einem betriebswirtschaftlichen Studium in Stuttgart ist sie seit mehreren Jahren u. a. in der Erwachsenenbildung tätig. Sie lebt heute mit ihrer Familie in Marbach am Neckar.

Zum Inhalt:

„Das Amulett der Wölfin“ ist Marion Hennebergs dritter historischer Roman und nimmt uns mit der Protagonistin Adolana in das Jahr 1134, wo Welfen und Staufer erbittert gegeneinander vorgehen.

Adolana lebt nach dem Tod ihrer Eltern bei ihrem Onkel auf einer Burg, doch da dieser den Tod seiner geliebten Frau noch nicht überwunden hat, genießt Adolana viele Freiheiten und unternimmt viele Ausflüge in die Umgebung. Nach dem Pech in der Liebe folgt für den Onkel auch noch das Pech im Spiel und er ist gezwungen, seine Nichte mit Waldemar, einem Neffen des Grafen, zu verheiraten. Die junge Frau kann ihre Neugierde nicht zügeln und macht sich auf den Weg, ihren Verlobten heimlich unter die Lupe zu nehmen. In ihrem Versteck erfährt sie einen ungeheuerlichen Mordplan und will handeln, doch was für eine Möglichkeit hat eine Frau im 12. Jahrhundert? Sie gerät schon bald viel tiefer in das Geschehen hinein als sie wollte, und Waldemar und der geheimnisvolle Berengar führen einen Kampf um das Herz der mutigen Sächsin.

Meine Meinung:

Mit dem Schreibstil hatte ich zu Beginn meine Probleme; da ich nur sehr langsam mit dem Lesen voran kam fehlte mir auch ein wenig der Ansporn, weiter in die Geschichte einzutauchen. Nach einer kurzen Eingewöhnungsphase wurde es dann aber bedeutend besser und ich konnte schneller lesen.

Die Sprachwahl der Autorin ist sehr gut an die damalige Zeit angepasst und auch bei den Beschreibungen der Orte spürt man den Willen, uns Lesern eine möglichst detailgetreue Darstellung wiederzugeben. Durch Frau Hennebergs Besuche an den jeweiligen Schauplätzen gelingt es ihr, die düstere oder zum Teil verzweifelte Stimmung der Burgbewohner gut zu übermitteln.

Adolana durchlebt eine große Veränderung in ihrem Wesen, da sie auch durch Schicksalsschläge am Hofe von Richenza, wo sie einige Zeit lebt, reift- trotzdem ist eher Berengar mein Lieblingscharakter. Er ist der furchtlose Krieger und begeisterte mich umso mehr, wenn er seine sanfte Seite zeigen konnte.

„Das Amulett der Wölfin“ ist ein Roman, der jedem Fan von Deutscher Geschichte das Herz schneller schlagen lässt, und auch Männer werden diesem Buch etwas positives abgewinnen können, da durch viele Kampfszenen auch sie auf ihre Kosten kommen. 🙂

Ein großer Kritikpunkt, der sich aber an den Verlag und nicht an die Autorin richtet, ist das unkreative Cover. Wenn ich das Buch nur im Buchladen gesehen hätte, wäre ich vermutlich niemals in die Versuchung gekommen, mir auch nur den Klappentext durchzulesen.

Das Buch habe ich bei Buchgesichter.de gewonnen und die Autorin hat uns mit viel Herzblut begleitet. Es hat wirklich Spaß gemacht und dafür möchte ich mich herzlich bedanken!

Taschenbuch: 592 Seiten

Verlag: Ullstein Taschenbuch (15.April.2011)

ISBN Nummer: 978-3548282619

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